"Frauen inspirieren mich"

Er ist das Heißeste, was das kühle Hamburg im Moment zu bieten hat: Ian O'Brien-Docker erobert Herzen und Charts im Sturm. Mit BYM.de hat er über sein Album, unerreichbare Frauen und eine bittere Trennung gesprochen

An der neuen Single von Ian O'Brien-Docker kommt im Moment niemand vorbei: Nicht nur die Radiostationen spielen "The Beginning" rauf und runter, auch im Programm-Trailer eines großen Privatsenders ist die zweite Singleauskopplung seines Albums "Sometimes I Wish I had A Terrible Childhood, So That At Least I'd Have An Excuse" zu hören. Keine Frage, der Mann mit den grünen Augen ist präsent - und das zu Recht. Der Hamburger mit englisch-kanadischen Wurzeln hat mit seiner Debütplatte gleich eine echte Punktlandung hingelegt, Ians Songs klingen rockig, melodiös und äußerst authentisch. Kein Wunder, ist die Scheibe mit dem langen Namen auch autobiographischen Ursprungs. Worum genau sich die Songs drehen, hat Ian uns im Interview erzählt.

"Schreiben ist Medizin"

VÖ: 23.02.

BYM.de: Ian, um die erste Frage kommst du nicht herum: Was hat es mit dem ungewöhnlich langen Titels deines Debutalbums "Sometimes I Wish I had A Terrible Childhood, So That At Least I'd Have An Excuse" (dt.: "Ich wünschte, ich hätte eine schlimme Kindheit gehabt, so hätte ich wenigstens eine Entschuldigung") auf sich?

Ian O'Brien-Docker: Dieser Titel beschreibt ein Gefühl, was ich häufig habe, sehr gut. Man kann oft nicht erklären, warum Dinge so sind, wie sie sind, oder ich weiß auch manchmal nicht, warum ich so bin, wie ich bin. Auf dieses ungewisse Gefühl deutet der Album-Titel ein bisschen hin.

BYM.de: Bis vor kurzem hast du noch im Hintergrund für andere Künstler wie Kid Alex gearbeitet. Was hat dich dazu bewogen, den Schritt ins Rampenlicht zu wagen und dich selbst hinters Mikrofon zu stellen?

Ian O'Brien-Docker: Die Songs, die ich geschrieben hatte, waren einfach zu persönlich, als dass ich sie an einen anderen Musiker hätte weggeben wollen. Ich hatte eigentlich gar nicht geplant ein eigenes Album zu machen. Das Schreiben der Songs war nach einer ziemlich bitteren Trennung meine Medizin wieder gut drauf zu kommen.

BYM.de: Stimmt es, dass du deine Stimme selbst nicht hören magst? Den Leuten jedenfalls scheint sie zu gefallen, die Radiostationen spielen deine neue Single "The Beginning" rauf und runter und auch in dem ein oder anderen Fernsehtrailer bis du zu hören. So schlimm kann es also nicht sein...

Ian O'Brien-Docker: Am Anfang war das so, ja. Mittlerweile geht es. Ganz komisch ist es, immer noch, seine eigene Stimme im Radio zu hören.

"Die Meinung meiner besten Freunde ist mir wichtig"

BYM.de: Was hat dich zu deinen Songs inspiriert? Du hast eine harte Trennung hinter dir, war das Album etwa so was wie eine "Therapie"?

Ian O'Brien-Docker: Ja, auf jeden Fall. Jeder Song beschreibt diese Trennungsphase von damals, in jedem Song habe ich diese Trennung verarbeitet. Auch jeder Text beschreibt einen Part dieses Trennungsprozesses.

BYM.de: Woher holst du dir generell deine Inspiration?

Ian O'Brien-Docker: Meistens sind es Frauen, die mich inspirieren. Und das sind nicht unbedingt nur Frauen, mit denen ich auch zusammen war. Ich wurde mal sehr von einer Frau inspiriert, die ich immer mal wieder auf der Strasse getroffen habe, weil sie bei mir um die Ecke gewohnt hatte. Ich kannte sie gar nicht, habe nie ein Wort mit ihr gewechselt. Ich denke, ich habe mich nicht getraut, sie anzusprechen. Ich hatte einfach zu viel Respekt vor ihr.

BYM.de: Gibt es einen Song auf dem Album, der dir besonders am Herzen liegt?

Ian O'Brien-Docker: Hmm, das ist schwierig. "Morning's are the worst" finde ich ziemlich gut. Beschreibt dieses Gefühl extrem gut, wenn man in schlechten Zeiten morgens wach wird und denkt "Wow, alles ok" und dann fällt einem aber nach zwei Minuten ein: "Scheiße, es ist eben doch nicht alles gut irgendwie!".

BYM.de: Gibt es Menschen, auf deren Meinung du nicht verzichten kannst, auf die du großen Wert legst?

Ian O'Brien-Docker: Ja absolut! Die Meinung von meinen beiden besten Freunden ist mir sehr wichtig (sie lieben beide das Album).

"Led Zeppelin, Lenny Kravitz,..."

BYM.de: Dich kann man guten Gewissens als Vollblutmusiker bezeichnen: Du spielst Gitarre, Bass, Schlagzeug und Klavier, hast dein Album komplett selbst eingespielt und produziert. Hat dir dein Vater, der auch Musiker ist, dieses Talent mitgegeben?

Ian O'Brien-Docker: Ja, kann man schon so sagen. Mein Dad spielt Gitarre, aber ist hauptsächlich Arrangeur. Wir hatten zu hause sehr, sehr viele Instrumente herum stehen, daher konnte ich immer viel probieren. Ich hab mir das Spielen dann im Laufe der Zeit einfach selbst beigebracht.

BYM.de: Welche Künstler haben dich besonders beeinflusst?

Ian O'Brien-Docker: Led Zeppelin, Lenny Kravitz, Phoenix, Coldplay, Blur, Richard Ashcroft, Kraftwerk. Viele, viele, viele...

"Ich fühle mich als Europäer"

BYM.de: Welche Platte spielst du persönlich gerade rauf und runter?

Ian O'Brien-Docker: "The good the bad and the queen"!!

BYM.de: Du hast einen englischen und einen kanadischen Pass, bist aber in Hamburg aufgewachsen. Wie kommt's und wie deutlich spürst du deine Wurzeln?

Ian O'Brien-Docker: Ich hab einen englischen und einen kanadischen Pass. Und einen deutschen. Meine Mutter ist Kanadierin, mein Vater ist Engländer. Ich selbst fühle mich am meisten als EUROPÄER. Ich bin sehr gerne in Hamburg. Ich bin da geboren und bin da aufgewachsen, ich habe eine starke Verbindung zu der Stadt.

BYM.de: Wie müssen wir uns einen typischen Tag im momentanen Leben des Ian O'Brien-Docker vorstellen?

Ian O'Brien-Docker: - Früh aufstehen (was ich nicht sooo mag) - Flughafen - in eine andere Stadt fliegen z.B. München - Radiostationen besuchen (mit meiner Gitarre), Unplugged spielen, Promotermine wahrnehmen, Interviews geben - Abends essen gehen oder wenn ich Freunde in der Stadt habe, Freunde treffen - dann erschöpft ins Hotel gehen

BYM.de: Spielen in deinem Leben nicht zunehmend auch die weiblichen Fans eine Rolle? Dir muss doch bewusst sein, dass du ein absoluter Mädchentyp bist!

Ian O'Brien-Docker: Sie spielen eine Rolle, sie sind da. Ich freu mich darüber. Es sind immer viele Mädchen auf meinen Konzerten. Aber ich persönlich fühle mich nicht als Womanizer oder so etwas. Für mich steht meine Musik im Vordergrund.

BYM.de: Wie geht es bei dir weiter? Wo können dich deine Fans sehen?

Ian O'Brien-Docker: Guckt doch gern immer mal auf meine Homepage, dort versuche ich die aktuellsten Dates und was so ansteht immer aktuell zu halten. In nächster Zeit stehen sehr viele Konzerte an. Viel viel live bin ich zu erleben. Schaut doch mal vorbei!

Hörproben!

"Totally Alright"Real high, Win high
"The Beginning"Real high, Win high
Ian stellt sich vor!Real high, Win high
Bilder EMI
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