Im Kino: EagleEye - Außer Kontrolle

Überwachungskameras sollen unserer Sicherheit dienen. Sie sollen Verbrechen festhalten und zu ihrer Aufklärung beitragen. Doch was, wenn diese in den Händen des Terrorismus zu einer Waffe werden und sich der so klug erdachte Sicherheitsstaat plötzlich gegen uns wendet?

750.000 Dollar auf dem eigenen Konto zu haben ist fantastisch. Und mindestens so unwahrscheinlich, wie von einer auf die andere Minute zum meist gesuchten Terroristen der USA zu werden. Jerry Shaw (Shia LaBeouf), Mitarbeiter eines Copyshops namens "Copy Cabana", kann sich mit beidem brüsken. Gewollt hat er das allerdings nicht. Als Jerry sein schäbiges Zimmer, für dessen Miete er bisher kaum aufkommen konnte, voll mit Ausrüstungsgegenständen für Terroristen vorfindet, ist sein Schicksal längst besiegelt. Eine sonderbare Frauenstimme teilt ihm am Handy mit, dass er ab nun streng ihre Anweisungen zu befolgen habe, wenn er mit dem Leben davon kommen wolle. Jerry, der erst vor kurzem seinen erfolgreichen Zwillingsbruder zu Grabe tragen musste, bleibt keine Zeit zum Nachdenken: Sekunden später wird er vom FBI verhaftet.

Die alleinerziehende Mutter Rachel Holloman schickt ihren achtjährigen Sohn Sam zum ersten Mal auf große Reise: Er hat einen Auftritt mit seinem Schulorchester. Rachel genießt ihren kinderfreien Abend mit Freundinnen in einer Bar, bis sie ein merkwürdiger Anruf erreicht: Eine Frauenstimme teilt ihr mit, dass Sam entführt wurde. Die TV-Bildschirme der Mc Donald's-Filiale auf der anderen Straßenseite unterbrechen für Sekunden Ronald Mc Donald's Lockversuche und zoomen das Bild des im Zug sitzenden Sam Stück für Stück heran. Da klingelt Rachels Handy erneut: Sie wird angewiesen, in einen abgestellten Porsche Cayenne zu steigen und loszufahren.

Als Rachel an einer Kreuzung steht und darauf wartet, dass die Ampel auf grün springt, reißt der völlig abgehetzte Jerry die Beifahrertür auf. Ihm ist mit Hilfe seiner unsichtbaren Auftraggeber die Flucht aus dem FBI-Büro gelungen. Augenblicklich halten sich Rachel und Jerry gegenseitig für den Grund allen Übels. Erst nach und nach geht ihnen auf, dass sie Teil eines großangelegten Plans sind, dessen Ziel es ist, den Präsidenten der Vereinigten Staaten umzubringen. Ihr ständiger Begleiter: Die Frauenstimme am Handy, die sie mit immer neuen Anweisungen und Aufträgen versorgt.

Zur gleichen Zeit laufen die Ermittlungsarbeiten des FBI auf Hochtouren. Mit Hilfe hochentwickelter Überwachungstechniken gelingt es Special Agent Thomas Morgan (Billy Bob Thornton) immer wieder, die vermeintlichen Terroristen Jerry und Rachel aufzuspüren. Als er schließlich erkennt, dass er die Falschen verdächtigt, ist es fast zu spät.

Mit Eagle Eye ist Regisseur D.J. Caruso ("Disturbia") ein ebenso rasanter wie intelligenter Thriller gelungen, der uns vor Augen führt, auf welch dünnes Eis wir uns mit der immer stärker werdenden Überwachung unserer Leben begeben. Egal, ob auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn, beim sonntäglichen Cafébesuch mit einer Freundin, beim Einkaufen im Supermarkt oder beim Geldabheben am EC-Automat: Die Kameras haben stets ein Auge auf uns. Und häufig ist uns das gar nicht bewusst.

In Eagle Eye machen sich Terroristen diese Technik zu Nutze und sind drauf und dran, den Sicherheitsstaat mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Steven Spielberg, der die Idee zu diesem Film bereits vor einigen Jahren hatte, trifft mit ihm den Nerv der Zeit. Autor und Produzent Alex Kurtzman erinnert sich, dass Spielberg einmal meinte, er wolle, dass die Leute nach dem Kino vor lauter Angst ihre Handys und BlackBerrys abschalten. In Versuchung kommt man auf jeden Fall.

Bilder Universal Pictures Germany

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