Im Kino: Gran Torino

In "Gran Torino" spielt Clint Eastwood den verbitterten und fremdenfeindlichen Kriegsveteranen Walt Kowalski, der durch seine Migranten-Nachbarn gezwungen wird, lang aufgestaute Vorurteile zu überdenken.

Im Kino: Gran Torino

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Clint Eastwood spielt den verbitterten Kriegsveteranen Walt Kowalski

Er ist gekommen, um sich zu rächen. Mitten in der Nacht steht Walt Kowalski (Clint Eastwood) vor dem Haus, dessen Fenster hell erleuchtet sind. Stimmen und lautes Lachen dringen zu ihm heraus. Doch Walt Kowalski ist nicht zum Lachen zumute. Er ist entschlossen, die Jungs, die seinen besten Freund fast getötet hätten, ein für alle Mal zum Schweigen zu bringen...

Clint Eastwood als verbitterter Kriegsveteran

"Gran Torino": Walts gepflegtes Haus sticht zwischen den übrigen heruntergekommenen Häusern hervor.

Detroit/Michigan: Der ehemalige Autofabrikant Walt Kowalski lebt in einem heruntergekommenen Viertel der "Motor City". Er ist der letzte Amerikaner in seiner Straße: Seine früheren Nachbarn sind weggezogen, nun wohnt er Tür an Tür mit Migranten der Hmong-Gemeinde - einem vertriebenen Volksstamm aus Südostasien. Walt, der im Koreakrieg gekämpft und getötet hat, sind seine neuen Nachbarn suspekt. Er will mit ihnen nichts zu tun haben, mit ihrer Kultur und ihren Bräuchen. Und er hasst es, wie sie ihre Häuser verwahrlosen lassen und strengt sich umso mehr an, damit sein Haus das schönste und eindrucksvollste der ganzen Straße ist.

Viel mehr hat er auch nicht zu tun, denn seitdem seine Frau gestorben ist, verbringt er seine Tage hauptsächlich damit, auf der Veranda sitzend Bier zu trinken, sein Gewehr regelmäßig zu säubern und vor allem: seinen 1972er Gran Torino auf Hochglanz zu polieren. Und obwohl der alte Ford sein ganzer Stolz ist, lässt Walt ihn stets im Dunkeln seiner Garage stehen, nur um ihn alle paar Tage nach draußen zu holen und zu putzen.

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"Gran Torino": Als Walt Thaos Familie unfreiwillig beschützt, wird er zum gefeierten Held der ganzen Nachbarschaft.

Doch alles ändert sich, als der sechzehnjährige Nachbarsjunge Thao (Bee Vang) von seiner Hmong-Gang gezwungen wird, Walts geliebten Gran Torino aus seiner Garage zu klauen. Walt ertappt Thao auf frischer Tat, und als die Gang am nächsten Tag wutentbrannt vor Thaos Tür steht und dabei auch Walts Grundstück betritt, ist für Walt das Maß endgültig voll. Mit seinem geladenen Gewehr vertreibt er die Gang - und wird so unfreiwillig zum Held von Thaos Familie.

Eine seltsame Männerfreundschaft

"Gran Torino": Walt (Clint Eastwood) fühlt sich von Thaos Familie bedrängt.

Ab diesem Zeitpunkt überschütten ihn die Nachbarn mit Blumen und Geschenken, was Walt zuwider ist, denn am Liebsten möchte er weiterhin einsam vor sich hinleben. Doch Thaos Mutter und Schwester Sue bestehen darauf, Thao für Walt arbeiten zu lassen, um seinen Diebstahlversuch wieder gut zu machen.

Widerwillig lässt Walt sich auf den Deal ein: Gemeinsam mit Thao beginnt er die Straße zu renovieren. Thao gefällt die Arbeit, zum ersten Mal hat er das Gefühl etwas wirklich Sinnvolles zu tun. Nach und nach entsteht eine seltsame Freundschaft zwischen Thao und dem sechzig Jahre älteren Walt, durch die beide viel über sich selbst lernen. Walt beginnt, sich mit seiner Kriegsvergangenheit auseinanderzusetzen und erkennt, dass er in Thaos Familie Leute gefunden hat, die ihn zum Nachdenken zwingen und ihn dazu bringen, sich selbst zu analysieren und akzeptieren. Doch die nachbarschaftliche Idylle bleibt nicht lange ungetrübt, denn die Hmong-Gang will sich an Thao und Walt rächen und schreckt dabei auch nicht vor drastischen Mitteln zurück. Doch mit Walt haben sie sich mit dem Falschen angelegt...

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Clint Eastwood erneut vor und hinter der Kamera

"Gran Torino": Walt (Clint Eastwood) und Thao (Bee Vang) freunden sich immer mehr an.

Eigentlich hatte Clint Eastwood nach seinem Erfolg mit "Million Dollar Baby" beschlossen, nie wieder vor der Kamera zu stehen. Zum Glück hat er es sich schnell wieder anders überlegt. In "Gran Torino" spielt er nicht nur die Hauptrolle, sondern beweist sich einmal mehr als brillianter Regisseur. Er verkörpert die Rolle des Walt Kowalski so überzeugend - jenen Mann, der sich seit dem Korea-Krieg hinter einer selbst gebauten Fassade aus Missgunst und Fremdenhass verschanzt hat. Ein Mann, der vom Leben im Allgemeinen und seinen Kindern im Speziellen enttäuscht wurde und dessen einziges Glück jetzt im Polieren seines Gran Torinos und im Gassigehen mit seinem Hund liegt. Und ein Mann, der nach und nach sein Herz für die Migranten-Familie von nebenan öffnet und am Ende bereit ist, sie mit seinem Leben zu beschützen.

Fazit

"Gran Torino" ist ein knallhartes und trotzdem einfühlsames Drama über Misstrauen, Hass und Freundschaft, das einen so schnell nicht mehr loslässt. Und es ist die Geschichte von zwei Männern, zwischen denen sechzig Jahre liegen und die sich doch viel näher stehen, als sie denken. Absolut sehenswert!

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