Im Kino: Religulous

Politisch unkorrekt: Der US-Talker Bill Maher deckt in "Religulous - man wird doch wohl noch fragen dürfen" religiöse Auswüchse auf und führt sie ad absurdum

Bill Maher besucht die Jesus-Parade in einem Freizeitpark in Florida

Ist Religion reiner Humbug?

Woran glaubst du, warum glaubst du und warum musst du daran glauben? Wie können rational denkende Menschen ernsthaft glauben, dass sie beim Abendmahl das Blut Christi trinken oder nach dem Märtyrertod Jungfrauen im Jenseits auf sie warten?

Bill Maher sucht Antworten

Mit seinen Thesen macht sich Maher oftmals unbeliebt

Diese und weitere Fragen beschäftigen den scharfzüngigen amerikanische Talker Bill Maher. Er empfindet Religion als Humbug und kann sich einfach nicht erklären, warum mitunter so kluge Menschen diese unlogischen Geschichten glauben können. Also begibt er sich auf einen Kreuzzug der anderen Art: Er reist durchs Land und spricht mit gottesfürchtigen Oberhäuptern unterschiedlicher Religionen. Immer auf der Suche nach rational erklärenden Antworten auf seine Fragen.

Im Kino: Religulous

Bill Maher spricht mit einem Rabbi

Auf seiner Reise besucht er unter anderem die Jesus-Parade in einem biblischen Freizeitpark in Florida, den Mormonen-Tempel in Salt Lake City, er reist nach Amsterdam und spricht mit einem vollgedröhnten Priester. Selbst am Ort der Offenbarung, in Meggido, will sich die alles erklärende Antwort auf seine Fragen irgendwie nicht einstellen.

Auf der nächsten Seite: Provokant und brutal vom "Borat"-Regisseur inszeniert

Immer auf der Suche: Bill Maher reist um die ganze Welt, um Antworten zu finden

Scheinheiligkeit und Korruption

Im Gegenteil. Während seiner Reise deckt er die Scheinheiligkeit und Korruption verschiedener Glaubensrichtungen auf, die sich unter dem Mäntelchen der Religion verstecken. Herrlich komisch, aber auch bitterböse.

Provokant und brutal inszeniert

Im Gespräch mit einem Senator

Besonders deutlich wird es in den provokant zusammen geschnittenen Interview-Auszügen, in denen Maher meist als Gewinner die Diskussion verlässt. Weil er mit paradoxen und eigentlich nicht zu beantwortenden Fragen die Glaubenshüter löchert und ihren Glauben immer wieder ad absurdum führt. Messerscharf und brutal vom "Seinfeld"- und "Borat"-Regisseur Larry Charles inszeniert, der dieses empfindliche Thema zu einer satirischen Dokumentation macht.

Eine bitterböse Satire

Bill Maher in der Moschee

Religulous (der Name ist eine Mischung aus religious und ridiculous) ist sicherlich nicht immer ganz korrekt, stellenweise blasphemisch, aber trotzdem sehr komisch und im Herzen gesellschaftskritisch.

Aber Vorsicht: Strenggläubige könnten sich über den saloppen Umgang mit Religion und Glauben ärgern.

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