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Jenniffer Kae: "Ich bin schon 16 Mal umgezogen"


Jenniffer Kae ist schon viel herumgekommen. Jetzt ist die Bym-WG ihr neues Zuhause. Wer ihr Lieblingsmitbewohner ist und warum sie es immer noch komisch findet, ihren Hit "Little White Lies" im Radio zu hören, verrät sie im Interview

Jenniffer Kae: Soul aus dem Hunsrück

Jenniffer Kae ist begeistert: Auf dieser Ledercouch saß auch schon Paolo Nutini!
Jenniffer Kae ist begeistert: Auf dieser Ledercouch saß auch schon Paolo Nutini!
© Theresa Rundel

Jenniffer Kae kommt direkt vom Soundcheck und macht sich Sorgen. Weil sie keine Zeit hatte, sich für die Fotos zu schminken. Dabei sieht sie auch so ganz zauberhaft aus. Dass der Backstage-Bereich im Hamburger Club Knust ziemlich abgerockt ist, stört sie dagegen überhaupt nicht. "Auf dem Sofa saß schon Paolo Nutini. Das ist der Hammer!"

BYM.de: Du wohnst jetzt bei uns in der Bym-WG. Hattest du vorher schon WG-Erfahrung?

Jenniffer Kae: Nein, ich habe noch nie in einer WG gewohnt. Keine Ahnung, ob das funktioniert. Ihr müsstet mal einen Blick in meinen Koffer werfen, damit ihr seht, wie viel ich von Ordnung halte. Ich bin ein echter Schludrian.

BYM.de: Wer wäre für dich der ideale Mitbewohner?

Jenniffer Kae: Meine Schwester. Mit ihr lebe ich schon seit 16 Jahren zusammen. Sie ist meine beste Freundin. Und sie hält ein bisschen mehr von Ordnung als ich.

BYM.de: Wohnt ihr noch zusammen?

Jenniffer Kae: Ja, im Hunsrück bei meinen Eltern. Ich hatte eigentlich vor, nach Hamburg zu ziehen. Aber meine Eltern wollen nach Spanien auswandern und wir würden gern das Haus behalten. Deswegen ist der Plan, dass meine Schwester und ich alleine in unserem Haus bleiben. Insofern haben wir dann auch eine kleine WG.

BYM.de: Hunsrück statt Hamburg also. Bist du eher ein Landei als ein Stadtkind?

Jenniffer Kae: Schwer zu sagen, ich bin ja schon 16 Mal umgezogen. Wir waren immer viel unterwegs, weil meine Eltern auch Musiker sind. Das Dorf, in dem ich jetzt wohne, hat ungefähr 63 Einwohner. Da haben wir zum ersten Mal Wurzeln geschlagen. Aber wie ein Landei fühle ich mich eigentlich nicht.

BYM.de: Gab es bei so vielen Umzügen etwas, das ihr immer dabei hattet?

Jenniffer Kae: Die Platten-Sammlung meiner Eltern. Ansonsten hatten wir einen sehr kleinen Hausstand. Bei Umzügen geht ja immer etwas verloren.

"Notlügen sind manchmal notwendig"

Jenniffer Kae: "Ich bin schon 16 Mal umgezogen"
© Theresa Rundel

BYM.de: Welche Musik würde in deiner WG laufen?

Jenniffer Kae: Oh, ganz unterschiedliche Sachen. Das ändert sich bei mir mit der Jahreszeit. Momentan auf jeden Fall Bloc Party.

BYM.de: "Little White Lies" wird ständig im Radio gespielt. Wie war es, als du deinen Song zum ersten Mal selbst im Radio gehört hast?

Jenniffer Kae: Total verrückt. Alle meine Freunde hatten ihn schon gehört. Nur meine Schwester, meine beste Freundin und ich noch nicht. Wir saßen nach einer Shopping-Tour im Auto und waren auf dem Weg nach Hause. Plötzlich wurde mein Song angesagt: „Jenniffer Kae mit Little White Lies“. Wir haben nur noch geschrieen. Ich habe das damals aufgenommen, man hört die Musik überhaupt nicht vor lauter Gekreische.

Jenniffer Kae: "Ich bin schon 16 Mal umgezogen"
© Theresa Rundel

BYM.de: Hast du dich inzwischen daran gewöhnt?

Jenniffer Kae: Schon. Aber die Vorstellung finde ich immer noch komisch: Da stehst du in der Küche und machst dir Pfann-kuchen, während dein Lied im Radio läuft. Und ganz viele Menschen in Deutschland hören es im selben Moment auch.

BYM.de: In dem Lied geht es um die kleinen Lügen in einer Beziehung. Wann hast du denn das letzte Mal gelogen? Ich hoffe nicht in diesem Interview.

Jenniffer Kae: Nein, natürlich nicht. Aber ich würde lügen wenn ich sage, dass ich nie lüge. Ab und zu ist das sogar notwendig. Man darf sich nur nicht erwischen lassen.

BYM.de: Viele deiner Songs handeln von der Liebe. Die große Frage: Bist du gerade verliebt?

Jenniffer Kae: Nein, bin ich nicht. Das liegt aber nicht daran, dass ich keine Zeit für eine Beziehung hätte. Das Herz klopft ja trotzdem weiter, auch wenn man viel unterwegs ist. Ich bin zwar nicht krampfhaft auf der Suche. Aber es wäre schon schön, sich mal wieder zu verlieben.

BYM.de: Wie müsste er denn sein?

Jenniffer Kae: 1,80 Meter, dunkle Haare... (lacht). Nein, ich habe keine Kriterien. Es wäre nur gut, wenn er meine Leidenschaft für die Musik verstehen könnte.

BYM.de: Du wirst als neue deutsche Soul-Diva gefeiert. Steckt eine Diva in dir?

Jenniffer Kae: Nö, glaube ich nicht. Aber da können wir auch gerne mal die anderen fragen. Ich denke, ich bin ein ziemlich unkomplizierter Typ. Und meinen Koffer trage ich auch noch selbst.

BYM.de: Wenn man deine soulige Stimme hört, glaubt man gar nicht, dass du aus einem kleinen Dorf im Hunsrück stammst. Nervt es dich, dass du immer nach deiner Herkunft gefragt wirst?

Jenniffer Kae: Nein, das stört mich überhaupt nicht. Es ist eher lustig. Oft passiert es, dass ich in Interviews auf Englisch angesprochen werde. Und wenn ich dann auf Deutsch antworte, sind die Leute völlig durcheinander.

Jenniffer Kae: "Ich bin schon 16 Mal umgezogen"
© Theresa Rundel

BYM.de: Das liegt vielleicht auch an deinem Künstlernamen.

Jenniffer Kae: Kann sein. Das sind die ersten drei Buchstaben meines eigentlichen Nachnamens: Kästel. Der klingt halt nicht so international.

BYM.de: Apropos international: Wie soll es denn bei dir weitergehen?

Jenniffer Kae: Ich muss jetzt erstmal zusehen, dass ich mir hier meinen Namen erspiele. Es ist ja immer noch so: Jeder kennt den Song, aber die wenigsten meinen Namen. Und die allerwenigsten kennen mein Gesicht dazu. Wenn ich hier in Deutschland auf mich aufmerksam gemacht habe, dann wäre es natürlich ein Traum, auch international auf Tour zu gehen.

Interview Julia Müller

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