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K-Rings Brothers: Der Sound aus dem Wald


Von drauß vom Walde kommen sie her. Besser gesagt aus dem Odenwald. Dort sind die Bäume höher als die Häuser - und die Musiker verbreiten extrem gute Laune. Im Interview plaudern die K-Rings Brothers über ihr neues Album und erklären, warum sie das Landleben lieben.

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Es waren einmal drei Brüder: Sir Max, Cabser und Friderico. Die lebten in einem kleinen Dorf, umgeben von lauter hohen Bäumen. Dort, im südlichsten Zipfel Hessens, waren sie Tag und Nacht damit beschäftigt, Ohrwürmer zu züchten. Die schönsten Exemplare packten sie auf ihr neues Album "Save Our Souls - S.O.S". Und machten damit ein echtes Musik-Märchen wahr.

BYM-Redakteurin Julia hat es schon jetzt voll erwischt. Den Sommer-Kracher "Sound of the Forest" kriegt sie einfach nicht mehr aus dem Kopf. Grund genug, mit den Brüdern über das neues Album, ihre Heimat und Kumpel Xavier Naidoo zu sprechen.

Interview

BYM.de: Die Single "Sound of the Forest" ist eine Ode an eure Heimat, den Odenwald. Warum ist es bei euch denn so schön?

Friderico: Der Odenwald ist wie die Provence von Frankreich, die "Green Island Jamaika" der Karibik oder wie die Schweiz von Europa. Der Odenwald ist einfach der schönste Fleck Deutschlands, outstanding und wunderbar zugleich. Aber der Odenwald ist für uns auch eine Metapher, quasi eine Oase inmitten der hektischen, stressigen Welt. Hier kommen wir her, hier fühlen wir uns wohl, hier haben wir unsere Freunde. Deswegen zelebrieren wir den Odenwald.

BYM.de: Und wie klingt eurer Meinung nach der typische Odenwald-Sound?

Sir Max: Den typischen Odenwälder Sound wird es hoffentlich nicht geben... (lacht). Das ist doch gerade das Coole hier. Es gibt so viele verschiedene Bands im Odenwald aus allen Musikgenres, Punk, Rock, HipHop. Der Mix macht es eben und das ist vielleicht das einzig Typische. Hier rennt man nicht so schnell den Trends nach wie in der Großstadt.<antwort name = "Friderico">Das kann man auch an unserer Musik gut hören. Wir lassen uns von keinen Grenzen in die Schranken weisen. Wir wollen uns ausdrücken und dazu ist jedes Mittel recht. Hier richten wir uns nicht nach einem Trend, der Trend kann uns maximal behilflich sein!

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Eine Band sendet Signale

BYM.de: Warum habt ihr das neue Album "S.O.S." genannt? Seid ihr in Not?

Friderico: Wenn nur wir in Not wären, wäre die Welt ja in Ordnung. Nein, Spaß bei Seite. S.O.S ist ein Notruf, aber es heißt nicht unbedingt, dass wir selbst in Not sind. Auf der einen Seite ist es ein Signal, das wir in die Welt schicken ohne zu wissen, ob es jemand empfängt. Ähnlich wie ein Schiff in Seenot. Auf der anderen Seite ist es ein Hilferuf, da sehr viele Dinge in Not sind. Wir haben Titel auf dem Album, die genau solche "S.O.S-Themen" behandeln. <antwort name = "Sir Max">Jeder wird das kennen: Die Beziehung ist in Not, die Gesellschaft ist in Not, die Freiheit ist in Not. Und eben auch der Spaß ist in Not. Man sollte bei allen Problemen nicht vergessen, wie wichtig es ist, dass es einem selbst gut geht. Dafür wollen wir mit unserem Album "S.O.S" sorgen!

BYM.de: Für den Song "Nicht mehr frei" habt ihr mit Xavier Naidoo zusammengearbeitet. Wie kam es dazu?

Friderico: Genau hier sind wir schon beim Thema. Mit Xavier hätten wir, wie es vielleicht viele erwartet hätten, das Thema Liebe oder Gott behandeln können. Aber nein, wir reden hier über das fast Wichtigste - unsere Freiheit. Schnell ist man in all dem schönen Luxus gefangen, ohne dass man es merkt. Immer mehr Überwachung und Kontrolle findet statt. Wir bekommen ein unsichtbares Halsband übergestülpt - ohne es zu merken. Das soll jetzt keinem Angst machen, aber es muss eben auch mal angesprochen werden.

<antwort name = "Cabser">Die Zusammenarbeit mit Xavier ist ganz einfach gelaufen. Wir kommen aus derselben Region, Mannheim grenzt ja an den Odenwald, und Xavier hat von uns Wind bekommen. Er hat uns eines Tages einfach angerufen. Dann haben wir uns getroffen und schwubb, war die Zeit reif für einen gemeinsamen Song. Und wir haben uns darüber gefreut, denn es hat uns als Künstler und als Menschen weitergebracht. Daher ist er der einzige Gast auf dem Album.

BYM.de: Vor sieben Jahren habt ihr euer eigenes Label gegründet, Peripherique Records. Ganz schön mutig. Hattet ihr nie Angst, dass das schief gehen könnte?

Friderico: Naja, bevor wir angefangen haben, hatten wir natürlich keine Angst. Wir dachten ganz einfach, wenn das andere können, dann schaffen wir das auch. Und so sind wir einfach gestartet. Wenn ich jetzt an die eine oder andere Aktion in der Vergangenheit denke, da kommt mir schon die Angst.... uuuhhh! Aber es ist alles gut gegangen. Toi Toi Toi (lacht)!

Ballett im Babybauch

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BYM.de: Die K-Rings-Familie ist ja ziemlich musikalisch: Ihr spielt mehrere Instrumente, eure Mutter und eure Schwester leiten eine Ballettschule. Habt ihr auch Demi-pliés und Spagat drauf?

Friderico: Unser Spagat beschränkt sich auf den Mix zwischen verschiedenen Musikstilen und darauf, auf der einen Seite Künstler zu sein und auf der anderen Seite für unser Label zu arbeiten. <antwort name = "Sir Max">Wir haben durch unsere Familie aber auch den Zugang zu sehr viel Musik bekommen, die wir sonst nie gehört hätten. Den Song "Erbarme, zu spät, die Hesse komme" haben wir zum Beispiel so kennengelernt und uns damals gefragt: Was machen die da, die singen ja gar nicht richtig? Das war auch lange bevor es MTV bei uns im Fernsehen gab! <antwort name = "Cabser">Als wir alle noch im Bauch waren, hat unsere Mutter weiterhinBallett unterrichtet. So waren wir schon immer im Rhythmus und haben vielleicht auch schon früh was davon abbekommen.

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BYM.de: Zum Schluss noch zwei Sätze zum Vervoll-ständigen: Wenn ihr auf der Bühne steht...

K-Rings Brothers: dann ist meistens schon die Sonne untergegangen und wir versuchen, sie für die Leute wieder aufgehen zu lassen.

BYM.de: Ein richtiger Sommerhit muss...

K-Rings Brothers: geil sein, ohne zu stressen.

Interview: Julia Müller

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