"Rezept zum Verlieben"

Wie soll man bloß eine kaltherzige Karrierefrau und ein verschlossenes Mädchen aus der Reserve locken? Mit Spaghetti natürlich! "Rezept zum Verlieben" ist ein Film über Trauer, Liebe und jede Menge leckeres Essen

Muscheln in Weißweinsauce, Schweinemedaillons mit Trüffelmousse und Crème brûlée - das ist die Welt von Kate Armstrong (Catherine Zeta-Jones). Die New Yorkerin verbringt ihre Zeit fast ausschließlich über den Pfannen und Töpfen des Edelrestaurants "22 Bleecker". Jede Sauce muss perfekt gewürzt sein, jedes Salatblatt an den richtigen Platz, jedes Filet so lange gebraten werden, bis es den Wünschen der Gäste entspricht. Kate ist ein Kontrollfreak, in der Küche wie im Leben. Andere Menschen an sich heranzulassen, dazu ist Kate nicht in der Lage.

Doch genau dazu wird sie gezwungen, als ihre Schwester bei einem Unfall ums Leben kommt und Kate Nichte Zoe (Abigail Breslin) bei sich aufnehmen muss. Kate ist mit der verschlossenen, trauernden Neunjährigen völlig überfordert. Doch von unerwarteter Seite kommt Hilfe: Der Koch Nick Palmer (Aaron Eckhart), den Kates Chefin in ihrer Abwesenheit eingestellt hat, versucht, Zoes Herz mit Spaghetti Bolognese und Opern-Arien zu erweichen. Doch während der charmante Mann seine Kollegen schnell auf seiner Seite hat, trifft er bei Kate auf einen Eisblock. Sie fühlt sich ausgebootet und lässt Nick ihre Feindseligkeit spüren. Doch - wer ahnt es nicht schon längst - die Eiszeit hält nicht lange an, bald beginnt Kate zu schmelzen...

"Rezept zum Verlieben"

Hollywoods Remake-Maschinerie

Die Geschichte scheint seltsam bekannt? Kein Wunder, ist "Rezept zum Verlieben (OT: No reservations)" doch ein Remake des deutschen Films "Bella Martha" mit Martina Gedeck. Der bezauberte vor allem durch die tolle Hauptdarstellerin, die es verstand, die Beziehungsunfähigkeit der Köchin glaubhaft darzustellen. Das gelingt Catherine Zeta-Jones nur teilweise. Ihre Darstellung bleibt oberflächlich – und so ist auch der ganze Film. Die Handlung ist vorhersehbar, die Dialoge uninspiriert und die Leistung fast aller Schauspieler durchschnittlich. Die Besetzung Nick Palmers mit Aaron Eckhart funktioniert nicht, der Funke zwischen ihm und Zeta-Jones will einfach nicht überspringen. Ein Glücksgriff hingegen ist Abigail Breslin, die schon in "Little Miss Sunshine" ihr Talent zeigte und begeisterte.

Was am Ende des Films in Erinnerung bleibt, sind die farbenfrohen und sinnlichen Bilder vom Essen, die mit wunderbarer Musik unterlegt werden. Nur so kommt doch noch eine romantische Atmosphäre zustande.

Fazit: "Rezept zum Verlieben" verfügt über alle nötigen Zutaten für eine romantische Komödie, stand am Ende aber doch zu kurz auf dem Herd, um Leib und Seele der Zuschauer wirklich erwärmen zu können.

Bildmaterial Warn. Bros. Ent.
Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-Newsletter

Lieblingsartikel direkt in dein Postfach

Melde dich jetzt kostenlos an!