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"Shrek, der Dritte"


Gefahr ist im Verzug, die Gesetzlosen des dunklen Märchenwaldes wollen den Thron von Weit, Weit Weg erobern. Doch Anführer Prinz Charming hat nicht mit der Stärke eines liebenden Ehemannes und eines Teekränzchens gerechnet. Wie Teil Eins und Zwei ist auch "Shrek, der Dritte" witzig und unterhaltsam
"Shrek, der Dritte"
© UIP

Als vor sechs Jahren ein freundliches, aber potthässliches Monster über die Kinoleinwand trampelte, konnte niemand ahnen, dass "Shrek" eine Revolution der Animationsfilme einläuten würde. Er begeisterte die Massen. Mit einem Mix aus fetzigem Soundtrack und aberwitzigen Anspielungen auf die Märchen- und moderne Popkultur, vor allem mit seinen Figuren: vermenschlichte, sprechende Tiere, technisch perfekt umgesetzt. Selten zuvor haben so viele Erwachsene einen Kinderfilm gesehen wie die Geschichte vom grünen Oger Shrek, der sich in die dicke Oger-Prinzessin Fiona verliebt und sie mit der Hilfe eines nervtötenden Esels aus den Fängen des leicht tuntigen, gut geföhnten Prinz Charmings befreit. Auch Teil Zwei knüpfte an diesen Erfolg an, Millionen Zuschauer hielten sich die Bäuche vor Lachen, als Shrek seine menschlichen Schwiegereltern im Königreich Weit, Weit Weg kennenlernte und ein gestiefelter Kater die durchgeknallte Gruppe erweiterte, der mit spanischem Akzent schnurrte.

Ein Schreck nach dem anderen für Shrek

"Shrek, der Dritte"
© UIP

Kein Wunder also, dass sich Hollywoods Studiobosse zu "Shrek, der Dritte" hinreißen ließen. Und der beginnt dramatisch: Der König von Weit, Weit Weg scheidet dahin. Noch auf seinem Sterbebett übergibt der verwandelte Froschkönig Harold das Zepter und die Macht an seinen Schwiegersohn Shrek und Tochter Fiona. Oh Schreck, dem grünen Oger liegt doch nichts ferner, als ein steifes Leben weit weg von seinem stinkenden Sumpf zu fristen. Glück für ihn, dass Harold mit seinem letzten Atemzug den Namen eines entfernten Verwandten ausquakt: Artie, der einsam im Internat lebt, hat ebenfalls einen Anspruch auf den Thron. Allerdings weiß der noch nichts davon. Shrek macht sich mit seinen Freunden auf den Weg, um Artie nach Weit, Weit Weg zu holen. Noch bei der Abfahrt fährt Shrek der nächste Schreck in die Knochen: Fiona verkündet ihrem Ehemann, dass sie ein Kind erwartet. Fortan wird der Grüne von furchtbaren Albträumen voll schreiender, spuckender und zerstörerischer Oger-Kinder gequält.

Terrorangriff auf Weit, Weit Weg

"Shrek, der Dritte"
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Während sich Shrek mit Horrorvorstellungen herumschlagen muss, geschieht in Weit, Weit Weg Furchtbares: Prinz Charming hat die Nase voll, den Hofnarren für den Pöbel zu spielen und stellt selbst Besitzansprüche auf den verwaisten Thron. Der Schnösel scharrt Kapitän Hook, Schneewittchens Schwiegermutter, Hexen und die anderen Loser des dunklen Märchenwaldes um sich und fliegt einen atemberaubenden und perfekt choreografierten Terrorangriff auf das beschauliche Weit, Weit Weg. Straßen und Häuser werden zerstört und die Königswitwe, Fiona und ihre Promi-Freundinnen aus der Märchenwelt (Schneewittchen, Rapunzel, Dornröschen und Aschenputtel) werden gefangengenommen. Doch was soll das Teekränzchen bloß tun, wenn die männliche Hilfe nicht in der Nähe ist, sondern beim verrückten Zauberer Merlin festsitzt? Die Antwort ist im wahrsten Sinne des Wortes durchschlagend: Fionas Mutter geht mit dem Kopf durch die Wand und befreit die Damen, Schneewittchen bezirzt die Wachen des Feindes erst mit einem sirenenartigen Liedchen, um dann mit Hilfe von Bambi und Co. zum Angriff überzugehen. "Charlie's Angels" sehen gehen diese Frauen alt aus - zum Glück für Shrek und seine Freude...

Die Artus-Sage muss dran glauben

"Shrek, der Dritte"
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"Shrek, der Dritte" bedient sich hemmungslos an Figuren und Geschichten der Märchenwelt und hat auch keine Scheu, die ehrwürdige Artus-Sage zu veräppeln. Leider - und das ist der einzige Wehrmutstropfen - spulen vor allem der Esel und der gestiefelte Kater ihr gewohntes Gag-Programm ab, Überraschungen bleiben aus. Wieder wettgemacht wird das aber durch einige geniale Szenen: Grandios ist Merlins als tattriger, völlig durchgeknallter Zaubermeister, der ohne Hose, dafür aber mit Socken in seinen Sandalen durch die Gegend taumelt. Sehr komisch: die Internatsszenen, in denen die Klischees amerikanischer High-School-Filme auf eine mittelalterliche Szenerie übertragen werden. An jeder Ecke ein Brüller: in Dialogen, Hintergrundszenen und Musikstücken.

Ein vierter Teil?

"Shrek, der Dritte"
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Wie es mit dem grünen Oger weiter geht? Die wirklich Wichtigen der Filmbranche haben nach dem erfolgreichen US-Startwochenende schon einen vierten Teil angekündigt. Anders als bei Filmen wie "Fluch der Karibik 3" und "Spider-Man 3", deren Geschichte völlig unnötig, weil schon in Teil Eins zu Ende erzählt war, freuen wir uns auf eine Shrek-Fortsetzung. Denn wie sich das liebenswerte Monster wirklich als Vater schlägt, müssen wir einfach sehen.

Bilder UIP

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