Der rote Baron

Gefeiert wie ein Superstar und zu Lebzeiten eine Legende - Manfred von Richthofen war eines der legendärsten Fliegerasse des ersten Weltkrieges. Nun spielt Matthias Schweighöfer das junge Fliegertalent

Europa 1916: Freiherr Manfred von Richthofen (Matthias Schweighöfer) - gerade mal 24 Jahre alt - ist das größte Fliegertalent der deutschen Luftwaffe. Von seinen Gegnern wird er gefürchtet aber auch für seine strategische Geschicklichkeit in unzähligen Luftkämpfen respektiert. Richthofen, der wegen der provokanten roten Bemalung seiner Maschine den Spitznamen "Der rote Baron" erhält, gelangt schnell zu Ruhm und erhält eine Auszeichnung nach der anderen. Um der Beste zu sein, widersetzt er sich sogar den Befehlen des Kaisers. Richthofen und seine Kameraden Voss (Til Schweiger), Sternberg (Maxim Mehmet) und Lehmann (Hanno Koffler) sehen die Duelle über den Wolken ausschließlich als sportlichen Wettkampf und technische Herausforderung. Vor den Grausamkeiten des Krieges, die sich hauptsächlich auf den Schlachtfeldern am Boden abspielen, verschließen sie die Augen.

Der rote Baron

Zwischen Liebe und Tod

Das ändert sich, als Richthofen die resolute Krankenschwester Käte (Lena Headey) kennen lernt und sich in sie verliebt. Käte hält zunächst nicht viel von dem arroganten Richthofen, der die gefährlichen Folgen seiner heroischen Luftduelle einfach ignoriert. Erst als sie ihn mit den Opfern in einem Lazarett konfrontiert, erkennt er die brutale und grausame Realität.

Der Jagdflieger ist immer stärker hin und her gerissen zwischen der Liebe zu Käte und seiner Leidenschaft für die Fliegerei. Selbst der Verlust seiner Kameraden kann ihn nicht davon abhalten, weiterhin mit jedem waghalsigen Luftgefecht sein Leben erneut aufs Spiel zu setzen. Und die Oberste Heeresleitung missbraucht ihn immer mehr zu Propagandazwecken – er soll den Soldaten an der Front Mut machen.

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Zu viel Heldentum, zu wenig Realität

„Der rote Baron" ist eine der aufwendigsten und teuersten deutschen Filmproduktionen - 23 Flugzeuge wurden in Originalgröße nachgebaut, 1100 Uniformen genäht und der Berliner Potsdamer Platz von 1916 rekonstruiert. Die Geschichte von Regisseur und Drehbuchautor Nikolai Muellerschoen konzentriert sich dabei weniger auf historische Kriegsszenen als auf den Mythos Manfred von Richthofen - den durch die Liebe geläuterten Helden, der die Wandlung vom jagdbesessenen Fliegerhelden zum Kriegskritiker durchmacht. Verkörpert wird Richthofen von Matthias Schweighöfer, der dem Original tatsächlich ähnlich sieht und ihm gekonnt überhebliche und jugendliche Züge verleiht. Dass ausgerechnet Schweighöfer bis kurz vor Drehbeginn an chronischer Flugangst litt, kann sich dabei einer gewissen Ironie nicht entziehen. Allerdings musste er den Erdboden nicht verlassen, da die entsprechenden Szenen alle im Studio entstanden. Auch mit dem Rest der Besetzung hat sich Muellerschoen namenvolle Schauspieler wie Lena Headdey, Til Schweiger und Jospeh Fines ins Boot geholt.

Leider idealisiert "Der rote Baron" den Kampfpiloten von Richthofen zu sehr als romantischen und ehrenhaften Helden. Denn kann man sich im Krieg wirklich fair und sportlich verhalten? Wenn sich Schweighöfer locker den Schal über die Schulter wirft und in seiner Glücksjacke voller Vorfreude in seine Maschine steigt, um wieder ein paar runter zu holen, fällt es jedenfalls schwer, die pazifistische Grundidee des Films nachzuvollziehen.

Fazit: Die nette Liebesgeschichte und die effektvollen Luftduelle lassen uns trotz der guten Besetzung am Märchen vom gerechten Krieg zweifeln. Ein bisschen mehr Nähe zur historischen Realität hätte dem Fliegerabenteuer gut getan.

Infos zum Film
Regie: Nikolai Müllerschön; Darsteller: Matthias Schweighöfer, Lena Headey, Til Schweiger, Hanno Koffler, Volker Bruch, Tino Mewes, Maxim Mehmet, Steffen Schroeder, Joseph Fiennes, Ralph Misske, Axel Prahl; Kinostart: 10.04.2008; Mehr Infos: >> www.derrotebaron-derfilm.de
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