Jeremy Renner: "Keine romantischen Komödien"

Im Interview mit BRIGITTE.de spricht Jeremy Renner über seine Lieblingsfilme, den Hollywood-Medienzirkus - und warum ihm sein neuer "Hänsel und Gretel"-Actionfilm immer noch lieber war als eine romantische Komödie.

Jeremy Renner gilt seit seiner Oscar-Nominierung für "Hurt Locker" als einer der interessantesten und begabtesten Hollywood-Schauspieler. 2012 erlebte er seinen endgültigen Durchbruch in gleich drei kommerziell sehr erfolgreichen Blockbustern: neben Tom Cruise im vierten Teil von "Mission Impossible", als Superheld Hawkeye in "Avengers" und als Nachfolger von Matt Damon im "Bourne Vermächtnis". Nun startet sein neuer Film "Hänsel und Gretel: Hexenjäger". Ja, es geht um das gleichnamige Märchen. Mit einem Unterschied: Hänsel und Gretel sind jetzt erwachsen - und ausgesprochen schlecht zu sprechen auf böse Hexen.

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BRIGITTE.de: Ein "Hänsel und Gretel sind erwachsen"-Film ist eine ungewöhnliche Wahl für einen Oscar-nominierten Schauspieler. Was hat sie am Projekt interessiert?Jeremy Renner: Als ich eine erste Fassung des Skripts bekam, dachte ich aber sofort: Hänsel und Gretel, viele Jahre später, das klingt, als könnte es Spaß machen. Und das hat es auch! Babelsberg, wo wir gedreht haben, war wie ein Disneyland für Erwachsene, eine Art Themenpark mit Hexen, Trollen, Pferden und... Körperteilen. BRIGITTE.de: Vor lauter Spaß haben Sie Ihre Stunts angeblich sogar selbst gemacht?Jeremy Renner: Ja, meistens mache ich die Stunts selbst. Nur wenn sie zu gefährlich sind oder zu wenig Zeit ist, macht es ein Stuntman. BRIGITTE.de: Haben Sie sich dabei schon mal verletzt?Jeremy Renner: Ja, immer mal wieder. Normalerweise verletze ich mich bei den blödesten Dingen, nicht bei etwas Glamourösen. In diesem Film war das Schmerzhafteste, banal durch den Wald zu laufen. Dort hinzufallen ist hart.BRIGITTE.de: Ehrlich gesagt, wir mochten Sie als Charakterdarsteller in "Hurt Locker" bislang am liebsten. In letzter Zeit werden Sie allerdings nur noch in Blockbustern als Actionheld besetzt. War das Ihr Plan?

Jeremy Renner: Nein, das ist einfach so passiert. Aber in nächster Zeit bin ich auch wieder in anderen Rollen zu sehen, ich habe zum Beispiel einen Film mit David O. Russell, dem Regisseur von "Silver Linings", abgedreht. Das ist kein Actionfilm.

BRIGITTE.de: Und mal ein ganz anderes Genre? Werden wir Sie vielleicht mal etwa in einer romantischen Komödie sehen?

Jeremy Renner: Ich glaube, ich will mich selbst nicht in einer romantischen Komödie sehen. (lacht) Ich will mich auch nicht zu weit wegbewegen von dem, was ich denke, was die Leute von mir sehen wollen. Ein Drama, eine Tragödie, ja. Aber Komödien machen andere Leute besser. Ich spiele am liebsten gebrochene Helden. Selbst Hänsel ist auf eine Art ein gebrochener Held.

BRIGITTE.de: Was machen Sie, wenn Sie gerade nicht schauspielern?

Jeremy Renner: Ich baue ein Haus, ich habe ein paar Hunde... aber seit zwei Jahren arbeite ich wirklich sieben Tage pro Woche.

BRIGITTE.de: Kommen Sie da eigentlich noch selbst dazu, gelegentlich Filme zu gucken? Haben Sie einen Lieblingsfilm?

Jeremy Renner: Klar, es gibt eine Liste von ungefähr 20 Filmen, die ich mir immer wieder angucken kann.

BRIGITTE.de: Zum Beispiel?

Jeremy Renner: Das "Dschungelbuch". Ich liebe die Musik.

BRIGITTE.de: Sie gelten als sehr zurückhaltend, was Ihr Privatleben angeht. Wie kommen Sie damit klar, jetzt berühmt zu sein und ständig danach gefragt zu werden?

Jeremy Renner: Ich rede einfach nicht über mein Privatleben. Ich verstehe auf eine gewisse Art, dass Leute so etwas wissen wollen, aber - Pech für sie.

BRIGITTE.de: Aber dafür wird nun ständig über Ihr Privatleben spekuliert.

Jeremy Renner: Ja, das stimmt. Ich rede sehr gern über das, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Ich liebe das Filmbusiness, ich liebe es, dass ich schauspielern darf und damit Geld verdiene. Aber ich finde es sehr albern, dass im Internet und diesen Magazinen ausgebreitet wird, wen man mal wann und warum angefasst haben könnte. Ich lebe in Los Angeles, aber ich denke, nicht mehr lange. Ich mag den Medienzirkus einfach nicht.

BRIGITTE.de: Apropos Erfolg: Stimmt es, dass sie am Anfang ihrer Karriere so wenig Geld verdient haben, dass sie noch nicht mal ihre Stromrechnung bezahlen konnten und im Dunkeln saßen?

Jeremy Renner: Ja, das ist immer mal wieder passiert. Selbst, wenn ich gerade Arbeit hatte. Bei meinem ersten Film war ich nur 14 Tage beschäftigt, und ich bekam 50 Dollar am Tag.

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