My Blueberry Nights

Ob Blaubeerkuchen wirklich gegen Liebeskummer hilft, verrät Regisseur Wong Kar Wai in seinem neuen romantischen Roadmovie über gebrochene Herzen, Einsamkeit und die Suche einer jungen Frau nach sich selbst

New York im Spätsommer - Mit einem Stück Blaubeerkuchen beginnt die Freundschaft zwischen Jeremy (Jude Law) und Elizabeth (Norah Jones). Die junge Frau ist von ihrem Freund verlassen worden und findet in dem Besitzer eines verwunschenen Cafes nicht nur einen sensiblen Zuhörer sondern auch einen verständnisvollen Freund. Schon bald werden Elizabeths nächtliche Besuche an der Theke zu regelmäßigen Treffen. Doch während sich Jeremy immer mehr in seine Stammkundin verliebt, leidet Elizabeth an ihrem gebrochenen Herzen. Fluchtartig verlässt sie die Stadt, um quer durch die Staaten zu reisen. Ihren Schmerz erstickt sie mit Doppelschichten hinter der Bar. Dabei trifft sie nun selbst auf Menschen, die ihr bei einem Whisky ihr Herz ausschütten und deren Leid das ihre um ein Vielfaches übersteigt. Da ist zum Beispiel der alkoholkranke Polizist Arnie (David Strathairn), der das Ende seiner Ehe mit der schönen Sue-Lynn (Rachel Weisz) nicht akzeptieren kann. Oder die Pokerspielerin Leslie (Natalie Portman), die ihren Glauben an das Gute im Menschen schon lange verloren hat. Doch auch Jeremy geht Elizabeth nicht mehr aus dem Kopf...

Poetisches Roadmovie mit Starbesetzung

Cabriofahrten auf der Route 66, kleinstädtische Diner und verrauchte Jazz-Kneipen - in seinem ersten englischsprachigen Film bedient sich der chinesische Starregisseur Wong Kar Wai ("In the Mood for Love") bei mehr als einem amerikanischen Mythos. Für die nur knapp siebenwöchigen Dreharbeiten reiste die Crew quer durch die USA - von New York über Memphis nach Las Vegas. Herausgekommen ist ein durch und durch poetischer Roadmovie mit Starbesetzung, der jedoch vor allem durch Wong Kar Wais fulminante Bildersprache punktet. Trotz seines neuen Kameramanns bleibt der Regisseur seinem visuellen Stil treu: Minutenlange Nahaufnahmen wechseln mit unscharfen Betrachtungen durch die Fensterscheiben oder die Überwachungskamera.

Banale Dialoge aber guter Soundtrack

Ein Wagnis hingegen ist die Besetzung der Elizabeth mit der fünffachen Grammy-Gewinnerin Norah Jones, die in "My Blueberry Nights" ihr Leinwanddebüt gibt und gleichzeitig ihren neuen Song "The Story" zum Soundtrack beisteuert. Trotz ihrer Kamerapräsenz verblasst die Sängerin neben der Schauspielleistung ihrer routinierten Kollegen. Doch auch die großartigen Auftritte von Rachel Weisz und David Straithairn sowie die gewohnt mitreißende Darstellung des charmanten Jude Law in der Rolle des liebenswerten Cafe-Besitzers reichen nicht aus, um der langatmigen Story Aktion zu verleihen. Dazu kommen die meist platten Dialoge und die allgegenwärtigen, philosophisch angehauchten Reflektionen über die Liebe, die leider viel zu banal wirken und den Zuschauer kaum in ihren Bann ziehen.

Fazit: Trotz hochkarätiger Besetzung, eindrucksvollen Bildern und einem guten Soundtrack werden auch eingefleischte Wong Kar Wai Fans von "My Blueberry Nights" eher enttäuscht sein. Zurück bleibt der Hunger auf ein Stück Kuchen und die Erkenntnis, dass Jude Law wirklich zu den "Sexiest Men Alive" gehört!

Text: Elisabeth Kaulen Fotos: Prokino

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