Kino: Neustarts im Juni

Lust auf Kino? Im Juni locken uns George Clooney, Ewan McGregor und Collin Farrell vor die Leinwand. Wir stellen euch die wichtigsten Neustarts vor. Mit dabei: "Ein einziger Augenblick", "Cassandras Traum" und "Ein verlockendes Spiel". Außerdem: Schreibt eure eigene Rezension -

"Ein einziger Augenblick"

Nur "Ein einziger Augenblick" ist nötig, um das Leben von Ethan (Joaquin Phoenix) und seiner Familie für immer aus den Angeln zu heben. Es ist die Sekunde, in der Ethans Sohn bei einem Verkehrsunfall stirbt. Der Vater sucht danach Halt in dem besessenen Plan, jenen Mann zu finden, der seinen Sohn getötet und anschließend Fahrerflucht begangen hat. Das Beklemmende ist, dass der Schuldige eben kein Monster ist, sondern nur durch jenen einen schrecklichen Augenblick auf die andere Seite des Dramas katapultiert wurde: Dwight (Mark Ruffalo) lebt als Anwalt in derselben Kleinstadt und ist Vater eines gleichaltrigen Jungen. Ausgerechnet er, der Schuldige, wird Ethans Rechtsbeistand.

Die zwei wunderbar zurückgenommenen Hauptdarsteller spielen jede Geste, jedes Schreien und Flüstern auf ihrem Leidensweg so verletzlich, dass es einem den Atem nimmt. Regie führt Terry George, der vor vier Jahren mit "Hotel Ruanda" eine große menschliche Tragödie auf die Leinwand gebracht hat. Nun trifft das Leid nur eine Handvoll Menschen, doch George zeigt eindringlich, dass es deshalb nicht weniger gewaltig ist.

Regie: Terry George Darsteller: Joaquin Phoenix, Mark Ruffalo, Jennifer Connelly, Mira Sorvino Kinostart: 19. Juni 2008

Stefanie Hentschel

"Ich will da sein - Jenny Gröllmann"

Einer ihrer Kollegen beschreibt die Schauspielerin Jenny Gröllmann als "Romy Schneider der DDR". Im Westen ist ihr Name zuallererst verbunden mit dem ihres Exmannes Ulrich Mühe und seinen Anschuldigungen, sie habe als IM für die Stasi gearbeitet. Vorwürfe, gegen die Gröllmann erfolgreich juristisch vorging. 2006, 59 Jahre alt, starb sie an Brustkrebs. Die Filmemacherin Petra Weisenburger hat die Schauspielerin für "Ich will da sein - Jenny Gröllmann" während ihrer letzten Jahre mit der Kamera begleitet und die Aufnahmen mit Ausschnitten aus Gröllmanns Filmen zum bewegenden Porträt einer unkonventionellen Frau montiert.

Regie: Petra Weisenburger Kinostart: 19. Juni 2008

Stefanie Hentschel

Was noch im Juni angelaufen ist, seht ihr auf der nächsten Seite!

"Cassandras Traum"

Um ein Haar wären wir um unseren alljährlichen Woody Allen gebracht worden: "Cassandras Traum" sollte in Deutschland ursprünglich nur auf DVD zu sehen sein. Jetzt kommt er aber doch ins Kino, wo bis vor Kurzem noch Sidney Lumets brillanter Film "Tödliche Entscheidung" gelaufen ist. In beiden Filmen geht es um ein Brüderpaar, das hofft, mit Hilfe eines Verbrechens seine Geldsorgen loszuwerden. Allens Film kommt dabei ein bisschen wie der kleine Bruder von Lumet daher: alles etwas schlichter und geradliniger und dank einer zarten Ironie nicht so betäubend düster wie "Tödliche Entscheidung".

Der reiche Onkel aus Amerika (Tom Wilkinson), auf dessen Unterstützung Ian (Ewan McGregor) und Terry (Colin Farrell)hoffen, verlangt von den Neffen mit den hochfliegenden Plänen, dass sie ihm erst einen Widersacher aus dem Weg räumen, ehe er ihnen beim gesellschaftlichen Aufstieg behilflich ist. In Allens "Match Point" konnte sich vor zwei Jahren ein charmanter Aufsteiger nicht zuletzt dank eines Mordes ganz nach oben lavieren. Ein bisschen wirkt "Cassandras Traum" so, als habe Onkel Woody noch mal nachgedacht und wolle uns nun mit auf den Weg geben, dass sich Verbrechen doch nicht lohnt. Das tut er aber so leichthändig und souverän, dass der Film eine reine Freude ist.

Regie: Woody Allen Darsteller: Ewan McGregor, Colin Farrell, Tom Wilkinson, Hayley Atwell Kinostart: 5. Juni 2008

Stefanie Hentschel

"Ein verlockendes Spiel"

Mal wieder ein Fall aus der Kategorie "Tolle Schauspieler, laue Story": Der Film erzählt von den Anfängen der amerikanischen Profi-Football-Liga, als die Herren Sportler sich noch im Schlamm wälzten und alberne Lederhelme trugen. Der Profi Dodge Connolly (George Clooney, der auch Regie führte) verpflichtet einen jungen Kriegshelden für sein Team. Gleichzeitig versucht die Journalistin Lexie Littleton (Renée Zellweger) zu beweisen, dass dessen heroische Vergangenheit eine Legende ist. 114 quälende Minuten brauchen George und Renée, um sich neben all dem zu kriegen. Bemühte Hommage an legendäre Screwball-Komödien - langweiliger als eine Werbepause beim Superbowl.

Regie: George Clooney Darsteller: George Clooney, Renée Zellweger, John Krasinskil Kinostart: 5. Juni 2008

Stefanie Hentschel

"Falco - Verdammt, wir leben noch!"

Sind Menschen mit Dämonen in ihrer Vergangenheit qualifizierter als andere, es als Künstler weit zu bringen? Das jedenfalls suggerieren die meisten Sänger-Biografien. Jetzt also das Leben und Sterben von Hans Hölzel, besser bekannt als Falco. Regisseur Thomas Roth nähert sich seinem Helden so handfest geradlinig, weder beschönigend noch glorifizierend, dass dessen komplizierte Persönlichkeit zwischen Muttersöhnchen und Kotzbrocken erst amüsiert, dann schockiert und zuletzt sehr berührt. Falco-Doppelgänger Manuel Rubey spielt grandios authentisch - wie zuletzt Marion Cotillard als Edith Piaf oder Jamie Foxx als Ray Charles. Für ihr hervorragendes Spiel gewannen beide einen Oscar. Dürfen wir hier schon mal Manuel Rubey nominieren?

Regie: Thomas Roth Darsteller: Manuel Rubey, Arno Frisch, Christian Tramitz, Mola Adebisi Kinostart: 5. Juni 2008

Stefanie Hentschel

Musiker im Kino

Falco ist nur einer von vielen Sängern, deren Leben uns das Kino in letzter Zeit nahegebracht hat. Es gab: "8 Mile" (Eminem) "La vie en rose" (Edith Piaf) "Walk the line" (Johnny Cash) "Control" (Joy Division) "I’m not there" (Bob Dylan) Und als Parodie auf das alles: "Walk Hard – Die Dewey Cox Story"

Da wünschen wir uns doch noch ein paar: "Britney": Sie nannten sie Pop-Prinzessin und jagten sie wie Freiwild. (Warum hat den eigentlich noch keiner gedreht?) "Alexander Wer? Er sang nur einen Sommer...": Aufwühlendes Epos über den ersten "DSDS"-Gewinner "Das Silbereisen - zum Lächeln verdammt": Um die Menschen zu gewinnen, gab er dem Teufel seine Seele

Stefanie Hentschel

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