Verliebter Kommissar im Knast - der neue "Polizeiruf"

Im neuen "Polizeiruf" turtelt Kommissar von Meuffels im "Morgengrauen" wie ein verliebter Teenager und trifft einen alten Bekannten wieder, den wir auch gut kennen. Lohnt sich das Einschalten?

Worum geht's?

Um junge Straftäter und Selbstmorde. Und um verliebte Teenager, ähm, Beamte und Gewalt. Hauptkommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) wird in eine Justizvollzugsanstalt bestellt, um einen Mörder zu befragen. Bei seinen Ermittlungen steht von Meuffels Polizist Marcel Oberpriller(Andreas Lust) zur Seite, der selbst ein Gewaltproblem hat und eine Vorliebe für Pornos hegt.

In der JVA trifft der Hauptkommissar nicht nur auf junge Straftäter, sondern auch auf die Abteilungsleiterin Karen Wagner (Sandra Hüller) und auf seinen alten Schulfreund und Psychologen Max Steiner ("Tatort"-Kommissar Axel Milberg), der die gewaltbereiten Jugendlichen therapiert. Zwischen Wagner und von Meuffels knistert es, aber den Hauptkommissar beschleicht das Gefühl, seine Angebetete könnte mehr über die Selbstmorde wissen: Neun Jugendliche sollen sich in den letzten zwei Jahren in der JVA umgebracht haben. Und Anstaltsleiterin Wagner benimmt sich auch so komisch ...

Worum geht es wirklich?

Um Gewalt. Und um Vertrauen.

Was ist gut?

Alles! Die Schauspieler! Die Charaktere! Spannend! Und wer Gustav Mahler liebt, wird sich besonders freuen.

Gibt's was zu meckern?

Hier ein scheuer Blick, da eine verlegener Satz - und plötzlich finden wir uns inmitten verliebter Teenager wieder (ohne das Gekicher). Zumindest fühlt es sich bisweilen so an für den Zuschauer. Die Schamgrenze muss schon hoch liegen, um nicht selbst vor dem Fernseher zu erröten, wenn wir von Meuffels und Wagner dabei beobachten, wie sie umeinander herumschleichen. Aber schön ist es auch. Zwei ältere Menschen, die eine kleine Romanze erleben. Frühlingsgefühle im Spätsommer! Hach!

Der erste Satz:

"Herr Meuffels, oder? Der Staatsanwalt sagt: Wenn Sie's nicht schaffen, dann schafft das keiner." Da sind wir uns nicht so sicher. Schließlich hat die deutsche TV-Krimilandschaft auch noch ein paar andere gute Kommissare zu bieten. Aber wir finden: Herr von Meuffels macht das wieder einmal ziemlich gut.

Der letzte Satz:

"Sag ei mal, weinst du, Herr von Meuffels? Lassen Sie's raus." Nanu, was ist denn da passiert? Bittere Tränen? Glückstränen, weil das Leben nicht schöner sein könnte? Das erfahren wir erst am Ende.

Ist dieser "Polizeiruf" realistisch?

Zwei Menschen lernen sich bei der Arbeit kennen und verlieben sich. Ist das realistisch? Absolut! Gewaltbereite Jugendliche, Intrigen, Selbstmord - auch all diese Dinge gibt es, leider.

Lohnt sich das Einschalten?

Absolut! "Morgengrauen" ist ein spannender Thriller, der als Auftakt in die neue Sonntagsabend-Krimisaison auf richtig gute, neue Filme hoffen lässt. Jetzt muss der "Tatort" am 31. August nachlegen. Wir sind gespannt!

"Polizeiruf 110: Morgengrauen", Sonntag, 24. August 2014, 20.15 Uhr, ARD

Der "Polizeiruf 110" bei Twitter

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