VG-Wort Pixel

1 Ausrede & viele Gründe, warum ich die Bachelorette schaue

1 Ausrede & viele Gründe, warum ich die Bachelorette schaue
© Armanda Claro/RTL
20 Männer zu beobachten, die um eine Frau buhlen, kann verdammt amüsant sein - findet unsere Autorin. Und genau deshalb sitzt sie mittwochs jetzt vor dem Fernseher, wenn die Bachelorette läuft.

Letzte Woche, Mittwochabend. Ich bin krank und liege im Bett. Glotze an, RTL und ach ja: Die Bachelorette ist zurück. 10 Jahre war das Format von der Mattscheibe verschwunden. Jetzt ist es zurück: mit Anna Christiana Hofbauer, 26, Model und Musicaldarstellerin - was sonst. Und natürlich mit 20 Männern, mal minder, mal mehr interessant. Geschmackssache halt.

Ich bin kein grundsätzlicher Gegner von Trash-TV-Formaten. Jeder, wie er mag. Dennoch würde ich mich nicht unbedingt als Riesenfan der Bachelorette outen wollen. Muss ich jetzt aber - denn die erste Folge war so schrecklich, dass sie schon wieder amüsant war. Quasi schrecklich amüsant! Zum Glück hab ich wenigstens das Krankenbett als Ausrede.

Umschalten? Auf keinen Fall!

Show Nummer eins ist die Beste! Warum? Weil sie das erste Treffen von Bachelorette und Anwärtern zeigt. 20 aufgehende Autotüren, 20 erste Blicke, 20 erste Umarmungen, 20 erste Konversationen. Und für mich als Beobachterin 20 Mal Vergnügen. Quasi wie 20 erste Blind Dates mit all den schönen und schrecklichen Sachen, die man erlebt - nur mit dem Zusatz, dass man in peinlichen Momenten nicht mal eben vor 2,57 Millionen TV-Zuschauern spontan und souverän reagieren muss.

Und peinliche Momente gab es es ganz schön viele: Wer verschenkt zum ersten Date denn bitte einen Koala-Teddy mit persönlicher Botschaft? Oder eine Sternschnuppe in einer Schachtel, zu der er das Echtheitszertifikat nachreichen will? Und wie kann man bitte noch einen "Kussi" einfordern? Auch herrlich: Kandidat Johannes, dem im Auto die Nase läuft, was er mit folgendem Satz kommentiert: "Ich merk' gerade, meine Nüstern werden schon ein bisschen feucht." Iiihhh! Und der schüchterne Marvin bekommt vom zweiten Kandidaten im Auto, ehe er aussteigt, noch diesen grandiosen Tipp mit auf den Weg: "Zeig' ihr direkt deinen Astralkörper! Das zieht immer."

Nach der Begrüßung wurde sich bei Leberwurst-Schnittchen und Bier weiter beschnuppert. Und natürlich ließ auch das erste Buhlen nicht lange auf sich warten. Mein zweitliebster Part an dieser Sendung. Eine Villa voller Prototypen - vom Macho, über das Sensibelchen bis hin zum Chaoten - ist ein Garant für klischeehaftes Revierabstecken und Gockelgehabe. Und so gab es dann Kandidat A zu sehen, der groß verkündete, Kandidat B sei kein ernstzunehmender Konkurrent. Doof nur, dass genau der weitergekommen ist und er selbst nicht. "Im Nachhinein braucht sie mir nicht mehr zu kommen!" - so der fantastische Kommentar, der das Gesamtbild des gekränkten Machos vervollständigte.

Wieder einschalten? Auf jeden Fall!

Der Bachelor mag beliebter sein und bessere Einschaltquoten haben. Ich für meinen Teil finde diese Variante viel erfrischender. Auch wenn bereits jetzt schon Gerüchte die Runde machen, die Bachelorette wolle nur ihre Karriere ankurbeln und sei gar nicht auf der Suche nach einem Mann. Mir egal. Ich erwarte kein Traumpaar am Ende der Sendung. Vielmehr schalte ich ein, um das Balzverhalten der Bachelorette-Bewunderer in voller Bandbreite bestaunen zu können.

Die nächsten Rosen werden am Mittwoch ab 20.15 Uhr auf RTL verteilt.


Mehr zum Thema