Der Teufel trägt Prada

"Der Teufel trägt Prada" und die Züge von Meryl Streep. In der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers glänzt die Schauspielerin als eiskalte, herablassende Chefin eines Mode-Magazins.

Andrea (Anne Hathaway) und ihre "reizende" Chefin Miranda Priestley (Meryl Streep)

Ein Mädchen vom Lande kommt nach dem College in die große Stadt, um sich einen Job zu suchen - und siehe da, es landet auf Anhieb auf einem der begehrtesten Posten in ganz New York. Sie wird die Assistentin der angeblich mächtigsten Frau der Mode-Welt, der Chefredakteurin der amerikanischen "Vogue". Aber die Frau entpuppt sich schnell als Teufel und macht dem Mädchen das Leben zur Hölle. Irgendwann reicht es dem Mädchen. Sie kündigt - und schlägt einige Zeit später zurück. Mit einem Roman, deren Hauptfigur deutliche Parallelen zu ihrer Ex-Chefin aufweist ...

Der Roman "Der Teufel trägt Prada" wurde ein Bestseller, war 2003 der Sommerhit in den USA und ist mittlerweile auch durch viele deutsche Frauenhände gegangen. Als Lauren Weisbergers Buch erschien, war man sich in der Mode-Branche sicher: Mit Miranda Priestley konnte nur Anna Wintour, die US-"Vogue"-Chefin, gemeint sein und das Schicksal der Assistentin Andrea Sachs war das von Weisberger selbst.

David Frankel hat die Geschichte aus der Mode-Welt nun für die Leinwand adaptiert. Als Regisseur der Erfolgsserie "Sex and the City" kennt Frankel sich bestens aus mit Großstadtfrauen, Modeleidenschaft und Zickenterror, was für diesen Film auf jeden Fall hilfreich war. In Anne Hathaway hat er eine gute Besetzung für die Rolle der Andrea Sachs gefunden. Sie verkörpert glaubhaft die Wandlung von der grauen College-Maus, die keine Ahnung von Mode hat, zum Fashion-Victim. Eine Entwicklung, die die ehrgeizige Andrea durchlaufen muss, wenn sie eine Chance im Priestley-Universum haben will.

Das eigentliche Erlebnis des Films aber ist Meryl Streep als perfekt gestylte, herablassende und äußerst anstrengende "Runway"-Chefredakteurin. Sie fordert ihre Assistentin Andrea nicht nur 24 Stunden am Tag, sondern verlangt dabei auch noch so unmögliche Dinge wie: "Beschaffe mir das Manuskript des noch unveröffentlichten Harry-Potter-Romans für meine Kinder". Um nur einen ihrer Aufträge zu zitieren, die sie stets mit einem trockenen "Das ist alles" quittiert.

Im Gegensatz zum Roman menschelt es in der Film-Version ein wenig mehr. So darf die ach so harte Chefin auch eine verletzliche Seite haben und zeigen, was fast ein bisschen schade ist, weil ihre "böse" Seite einfach viel mehr Spaß macht. Und die Assistentin durchläuft eine - auch für Nicht-Kennerinnen des Buches - reichlich vorhersehbare Entwicklung von "Erst verwandele ich mich in ein Fashion-Victim und steige in der Gunst meiner Chefin" über "Hilfe, jetzt drohe ich tatsächlich Teil dieser mehr Schein als Sein-Welt zu werden" bis hin zum "Ich muss dringend etwas daran ändern, ich darf meine Seele nicht dem Teufel überlassen".

Trotzdem ist es unterhaltsam, für knapp zwei Stunden in den Mode-Zirkus einzutauchen, sich am schönen Schein zu erfreuen, an netten Sprüchen und natürlich an der großartigen Meryl Streep. Nur nach dem Kino ist der Zauber dann eben auch schnell wieder vorbei.

Katharina Wantoch Fotos: Fox

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