Deutscher Filmpreis: Vier Lolas für Fatih

Starke Filme, maue Stimmung: Am Freitagabend wurde in Berlin der Deutsche Filmpreis verliehen. Wie BRIGITTE.de-Redakteurin Katharina Wantoch die Gala erlebte. Plus: alle Gewinnerinnen und Gewinner.

"Oh, geht nicht raus" (Hannah Herzsprung), "Jetzt hakt der auch noch" (Benno Fürmann), "Will nicht" (Kulturstaatsminister Bernd Neumann): Für die Preisverleiher beim Deutschen Filmpreis war es am Freitagabend nicht ganz einfach, die Zettel mit den Namen der Lola-Gewinner aus den Umschlägen zu ziehen. Nicht leicht hatte es auch Moderatorin Barbara Schöneberger. Sie gab alles - und bekam von den Gästen im Palais am Funkturm wenig zurück. Ihre zugegebenermaßen etwas krampfhaft betextete Revuenummer zum Auftakt der Show wurde von vielen Kolleginnen und Kolleginnen mit unbewegter Mine entgegengenommen und höchstens höflich beklatscht. Für ihre besten Sprüche bekam sie nur wenige Lacher. Deutschlands Filmprominenz wirkte an diesem Abend wie eine Ansammlung von Statisten.

Nur zwei Momente schienen das Publikum wirklich zu bewegen: der Rückblick auf diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die 2007 gestorben sind, und die Verleihung des Ehrenpreises an Alexander Kluge, die nicht nur den Filmemacher selbst sichtlich rührte.

Mag sein, dass es noch mehr solcher Momente gegeben hat. Sie müssen dann wohl dem Schnitt zum Opfer gefallen sein. Denn statt Drei-Stunden-Live-Event gab es für die Fernsehzuschauer einen Zwei-Stunden-Zusammenschnitt, der zeitversetzt ausgestrahlt wurde. Dadurch verstärkte sich der Eindruck, hier werde durchs Programm gehetzt. Kurze Anmoderation - ein paar Worte des Preisverleihers - Preisübergabe - ein paar Dankesworte des Gewinners. Schnitt. Nächste Kategorie. Da blieb wenig Raum für originelle Wortbeiträge.

Video: Stars am roten Teppich

Deutscher Filmpreis 2008

Fatih Akin gelang es trotzdem, einen Akzent zu setzen. Dreimal durfte der Regisseur von "Auf der anderen Seite" auf die Bühne kommen ("Bestes Drehbuch", "Beste Regie", "Bester Film", hinzu kam der Preis für den besten Schnitt) - und setzte seine Dankesrede mit jedem Auftritt weiter fort. Die Quintessenz seiner etwas wirren Worte: "Wir machen keine Filme für die Deutsche Filmakademie, sondern fürs Leben".

Viele gute Filme fürs Leben hat das deutsche Kino im letzten Jahr hervorgebracht. Auch ein Sieg von Doris Dörries "Kirschblüten - Hanami" oder Christian Petzolds "Yella" wäre verdient gewesen. Am Ende gab es für die "Kirschblüten" die silberne Lola und den Preis für Elmar Wepper als besten Hauptdarsteller. "Yella"-Darstellerin Nina Hoss bekam die Lola für die beste weibliche Hauptrolle.

Die wichtigste Zutat für den Lola-Abend stimmte also. Für das nächste Mal wünschen wir uns aber bitte etwas mehr Schwung und Begeisterung.

Auf der nächsten Seite: Alle Filmpreisgewinner im Überblick

Alle Gewinnerinnen und Gewinner im Überblick

  • Bester Spielfilm in Gold: Auf der anderen Seite
  • Bester Spiefilm in Silber: Kirschblüten - Hanami
  • Bester Spiefilm in Bronze: Die Welle
  • Bester Dokumentarfilm: Prinzessinnenbad
  • Bester Kinder- und Jugendfilm: Leroy
  • Beste darstellerische Leistung - weibliche Hauptrolle: Nina Hoss für Yella
  • Beste darstellerische Leistung - männliche Hauptrolle: Elmar Wepper für Kirschblüten - Hanami
  • Beste darstellerische Leistung - weibliche Nebenrolle: Christine Schorn für Frei nach Plan
  • Beste darstellerische Leistung - männliche Nebenrolle:Frederick Lau für Die Welle
  • Beste Regie: Fatih Akin für Auf der anderen Seite
  • Beste Kamera / Bildgestaltung: Benedict Neuenfels für Liebesleben
  • Bester Schnitt: Andrew Bird für Auf der anderen Seite
  • Bestes Szenenbild: Erwin Prib für Absurdistan
  • Bestes Kostümbild: Sabine Greunig für Kirschblüten - Hanami
  • Beste Filmmusik: Ali N. Askin für Leroy
  • Beste Tongestaltung: Dirk Jacob, Dominik Schleier, Martin Steyer, Pawel Wdowczak für Trade
  • Bestes Drehbuch: Fatih Akin für Auf der anderen Seite
  • Den Ehrenpreis für hervorragende Verdienste um den deutschen Film erhielt Alexander Kluge.
Katharina Wantoch Foto: Roman Babirad, Michael Tinnefeld/DEUTSCHE FILMAKADEMIE

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