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Die Vorahnung


Sandra Bullock erfährt in "Die Vorahnung" vom Tod ihres Mannes - und trifft den geliebten Gatten am nächsten Morgen äußerst lebendig am Frühstückstisch an. War alles nur ein Alptraum?

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So sieht Idylle im Film aus: ein schönes Holzhaus mit Garten, zwei bezaubernde Töchter, eine strahlende Mutter, ein liebevoller Vater. Zu schön, um wahr zu sein. Ist auch nicht wahr, schließlich handelt es sich bei "Die Vorahnung" ja um einen Mystery-Thriller. Und dessen Drehbuch meint es nicht gut mit der vermeintlich so glücklichen Linda Hanson (Sandra Bullock). Plötzlich taucht da dieser Polizist auf und erzählt Linda, dass ihr Mann Jim (Julian McMahon) bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei. Am nächsten Tag ist der Schock noch viel größer. Als Linda in die Küche kommt, steht dort ein quicklebendiger Jim und trinkt seinen Kaffee. War alles also nur ein böser Traum? Dagegen spricht, dass am übernächsten Tag nicht Jim in der Küche steht, sondern die gesamte Trauergemeinde für dessen Begräbnis ...

Jim ist tot - Jim lebt - Jim ist tot - Jim lebt: Linda Hanson blickt nicht mehr durch. Verzweifelt versucht sie, dem Wahnsinn Methode zu geben. Sie beginnt, alles aufzuschreiben, woran sie sich erinnert - wofür man ihr als Zuschauer zwecks eigener Orientierung nur dankbar sein kann.

Man könnte sich jetzt daran machen, das ganze Konstrukt des Films zu hinterfragen. Mit dem Ergebnis, dass man sehr schnell auf Logik-Löcher in der "Vorahnung" stoßen würde. Das eigentliche Problem des Films liegt aber woanders. Wie viele andere Thriller auch bietet "Die Vorahnung" eine spannende Ausgangsidee, versagt aber bei der Auflösung. Mennan Yapo, deutscher Regisseur türkischer Abstammung, hat sich bei seinem US-Debüt ganz den Hollywood-Regeln verschrieben oder verschreiben müssen. Also gibt es eine Auflösung, die keinem weh tut, dafür aber mit reichlich Moral garniert ist. Da gerät am Ende schnell in Vergessenheit, dass man eigentlich recht spannende erste 45 Minuten erlebt hat - und dazu eine Sandra Bullock, die hier eine ihrer besseren schauspielerischen Leistungen zeigt.

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie "Memento" oder "The Sixth Sense" mochten.

Katharina Wantoch Fotos und Trailer: Kinowelt

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