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Bremen-"Tatort": Papa wird's schon richten

Bremen-"Tatort": Papa wird's schon richten
© Radio Bremen/Jörg Landsberg
In Bremen kümmert sich ein Bewährungshelfer in guter Mafia-Manier liebevoll um seine Ex-Knackis. Doch wer nicht spurt, stirbt.

Ein Müllmann ist ermordet worden - und niemanden interessiert's. Seine Kollegen scheinen weder wirklich verwundert noch betroffen und machen das, was Tatverdächtige und mögliche Zeugen in den meisten Fernsehkrimis erstmal tun: schweigen. Einzig Sascha scheint reden zu wollen. Wenigstens ein Anknüpfungspunkt für die Bremer "Tatort"-Kommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen).

Papa ist der Beste

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Schon bald stellt sich heraus: In der Müllfirma, in der der Tote angestellt war, arbeiten viele ehemalige Knackis, die ein und denselben Bewährungshelfer haben: Uwe "Papa" Frank (Roeland Wiesnekker) hält im China-Restaurant Hof statt in der Behörde hinterm Schreibtisch zu sitzen, und kümmert sich mit liebevoll strenger Hand um seine "Jungs". Die leben allesamt in einer Straße mit Privat-Kita und Fahrdienst, zahlen brav ihr Eigenheim ab und sollen sich aus allem Ärger raushalten. Schließlich hat der Bewährungsonkel eine Rekord-Rehabilitierungsrate von 94 Prozent zu verteidigen. Und das bedeutet: Wer nicht spurt, bekommt die strenge Hand des Padre zu spüren ...

Es dauert eine Weile, bis "Alle meine Jungs" an Fahrt aufnimmt. Am Anfang verwenden die Macher viel Zeit darauf, das Geflecht um die Gemeinschaft aus Müllarbeitern, Entsorgungsunternehmen und Bewährungshelfer Frank zu erklären. Der eigentliche Mord dient dazu nur als Aufhänger und rückt schnell in den Hintergrund - und damit auch seine Aufklärung. Natürlich darf ein "Tatort" gern auch mal Antworten schuldig bleiben, aber am Ende möchte man als Zuschauer wenigstens mit dem Gefühl zurückbleiben, dass die wesentlichen Aspekte geklärt sind. Das schafft der Fall "Alle meine Jungs" leider nicht, am Ende ist alles wischiwaschi.

Ein Lichtblick ist da Roeland Wiesnekker als Bewährungshelfer Uwe "Papa" Frank. Der ist mal böse, mal lieb, mal streng, mal gnädig. Hat man ihn einmal in eine Schublade gestopft, schlüpft er flugs wieder heraus. Am Ende ist er es, der für Gerechtigkeit sorgt. "Es werden wohl ein paar Köpfe rollen müssen", sagt Papa. Welche das sein werden, verraten wir an dieser Stelle natürlich nicht.

Verbrechensaufklärung mit Verlängerung

Wem das bloße "Tatort"-Gucken zu langweilig wird und wer nicht ohnehin bei Twitter (#tatort) unterwegs ist, der kann dieses Mal auch via Live-Blog von Radio Bremen mitmachen. Das Team veröffentlicht allerdings nur ausgewählte Kommentare. Hobby-Kommissare können darüber hinaus bei einem Online-Spiel mitermitteln, das sich an den Bremer "Tatort" anschließt. Mehr Informationen dazu finden Sie auf den Seiten von Radio Bremen.

Tatort: Alle meine Jungs, Sonntag, 18. Mai 2014, 20.15 Uhr, ARD

Sollten Sie den "Tatort" verpasst haben, können Sie sich die aktuelle Folge bis sieben Tage nach Ausstrahlung (aus Jugendschutzgründen jeweils in der Zeit von 20 bis 6 Uhr) in der ARD-Mediathek anschauen.


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