So war der Münster-"Tatort"

Hauptkommissar Frank Thiel jagt einen gewieften Giftspritzer, während sein Kollege Professor Karl-Friedrich Boerne undercover im Krankenhaus ermittelt - im Tatort "Mord ist die beste Medizin" wurde die Klinik zum Ort skrupelloser Machenschaften.

Worum ging es?

Der junge Pharmazeut Andreas Hölzenbein wird mit einem Herzinfarkt in die Sanusklinik eingeliefert. Alles deutet zunächst auf einen Unfall hin. Doch die zehnjährige Schülerin Mia will bei einem Schulausflug beobachtet haben, wie ein Unbekannter Hölzenbein eine gefährliche Injektion verabreichte. Hat das Mädchen einfach zu viel Fantasie? Kommissar Thiel (Axel Prahl) ist zunächst skeptisch. Bis der Patient - eigentlich schon auf auf dem Weg zur Besserung - überraschend verstirbt. Gerichtsmediziner Boerne (Jan Josef Liefers) hat derweil ganz andere Sorgen: In Selbstdiagnose hat er bei sich Anzeichen auf ein Leberkarzinom entdeckt. Für eine Biopsie lässt er sich in die Sanusklinik einweisen und beginnt ganz nebenbei im Fall Hölzenbein zu recherchieren. Während Boerne immer tiefer in die zwielichtigen Geschäfte des Krankenhauspersonals abtaucht, sind seine Kollegen draußen in Sorge um die Gesundheit des Professors - ist der Hypochonder dieses Mal etwa ernsthaft krank?

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Worum ging es wirklich?

Dunkle Krankenhausflure, korrupte Ärzte, undurchsichtige Machenschaften und dann auch noch multiresistente Keime - dieser Tatort zeigt die Klinik als Ort des Horrers.

Was war gut?

Ein rundum gelungenes "Tatort"-Vergnügen: Die bewährte Mischung des Münsteraner Duos aus Spannung und Spaß zog auch dieses Mal. Zudem brachte die Story um Professor Boernes Leberleiden ungewohnte Emotionalität in die Beziehung zu seinem Kollegen Thiel. So versöhnlich haben wir die beiden kauzigen Ermittler noch nie erlebt!

Gibt's was zu meckern?

Die Anzahl genialer Einfälle des Ermittler-Dous nahm gerade zum Ende hin abenteuerliche Ausmaße an. Zur Glaubwürdigkeit trug das nicht bei, schraubte dafür aber kräftig die Spannung hoch.

Professor Boerne (Jan Josef Liefers) ermittelt diesmal vom Bett aus

Der erste Satz:

"Komm, geben Sie mal her" Gerichtsmedizinerin Silke Haller erwischt Professor Boerne beim Versuch sich selbst Blut abzunehmen und stellt fest: Der ach so begnadete Mediziner kann den Anblick seines eigene Blutes nicht ertragen.

Der letzte Satz:

"Gute Freunde sind Menschen, die sehr weit weg wohnen" eine von Professor Boernes unumstößlichen Weisheiten wird ihm einsam im Krankenhausbett selbst zum Verhängnis.

War dieser "Tatort" realistisch?

Spätestens seit dem Organspende-Skandal sind korrupte Mediziner leider ein großes Thema. Immer wieder werden Fälle von Ärzten bekannt, die aus dem Leid der Patienten Profit schlagen. Derart wild wie an der Sanusklinik geht es aber zum Glück in deutschen Krankenhäusern (hoffentlich) nicht zu.

Lohnte das Einschalten?

Definitiv! Der Münsteraner Tatort zählt zu den beliebtesten der Serie. Auch dieses Mal ist der Sonntagabend mit Boerne und Thiel ein absoluter Krimi-Genuss.

Aktuelle und zukünftige "Tatort"-Ermittler im Überblick

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Text: Meike Osterchrist Fotos: ARD
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