Die Sommerpause hat ein Ende: So war der neue "Tatort" aus Wien

Abgeschoben und allein gelassen: Im neuen "Tatort" aus Wien zeigte sich, dass es im Altersheim nicht wie im Paradies zugeht.

Worum ging's?

Eigentlich wollte Majorin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) Urlaub machen. Aber noch am Flughafen bekommt sie einen Anruf: Ihr Vater liegt im Sterben. Obwohl sie nicht das beste Verhältnis zu ihrem Vater hat, fährt Fellner mit ihrem Kollegen Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) in die Steiermark. Kurz nach ihrer Ankunft stirbt der alte Herr und hinterlässt Fellner einen Schlüssel für ein Bankschließfach, indem sie 30.000 Euro Bargeld findet.

Woher kommt das Geld? Ihr Vater war doch pleite und lebte in einem Altenheim für mittellose Rentner. Eisner und Fellner ahnen, dass da etwas nicht stimmt und nehmen das Altenheim und die Kaffeefahrten der Rentner nach Ungarn unter die Lupe. Unterstützt werden die beiden Kommissare von ihrem pensionierten Kollegen Reinhard Sommer (Branko Samarovski), der undercover in das Altenheim zieht und sich unter die alten Herrschaften mischt. So harmlos wie sie tun, sind die Alten aber gar nicht. Und es geht einiges schief ...

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Worum ging es wirklich?

Ums Sterben und um das große Thema Altersarmut. Um Hilflosigkeit, aber auch um Hoffnung. Und um schmutzige Geschäfte - natürlich.

Was war gut?

Fellner und Eisner! Die beiden lösen als Team inzwischen ihren zehnten Fall - und sie werden immer besser. Der "Tatort" aus Wien ist schon länger etwas düsterer und ernster als andere - und schreckt auch nicht vor schwierigen, aber wichtigen Themen zurück. Das gefällt uns! Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Schauspieler Peter Weck als Unternehmer in Rente, der von seiner Tochter in ein Altersheim abgeschoben wurde. Und weil in diesem "Tatort" die älteren Herrschaften im Vordergrund stehen, darf man auch Branko Samarovski als Undercover-Ermittler, der aus der Rente zurückkehrt, nicht vergessen. Diese Mischung sorgte für gute Sonntagabend-Unterhaltung!

Peter Weck ist zurück im TV - als Unternehmer in Rente, der von seiner Tochter in ein Altersheim abgeschoben wurde.

Gibt's was zu meckern?

Ja, warum mussten wir Krimi-Fans so lange auf neue "Tatort"-Folgen warten? Und warum können wir nicht alle zwei Wochen Fellner und Eisner beim Ermitteln zuschauen?

Der erste Satz:

"Scheiße. Was?! Fuck!" Huch, diese Worte - zumal am Anfang eines "Tatorts" kennen wir eigentlich nur von Nick Tschiller alias Til Schweiger aus dem Hamburg-"Tatort". Aber Bibi Fellner, die Inkasso Heinzi aus dem Rotlichtmillieu zu ihren guten Bekannten zählt, ist auch nicht auf den Mund gefallen. Dafür lieben wir sie!

Der letzte Satz:

"So, damit ist das auch erledigt." Krimi nach 90 Minuten vorbei und alles ist erledigt und geklärt. So soll das sein beim "Tatort". Wie schön, dass das auch endlich mal jemand im "Tatort" sagt.

War dieser "Tatort" realistisch?

Werden ältere Menschen von ihren Kindern und Enkeln in ein Altersheim gesteckt, weil diese sich oft nicht kümmern können oder wollen? Ja! Leben manche Menschen nach ihrem Berufsleben in Altersarmut? Ja! Werden alle Rentner deswegen zu Kriminellen? Nein! Dieser "Tatort" war nicht an jeder Stelle realistisch. Personen und Orte waren an einigen Stellen überzeichnet, aber das passte zu diesem Film.

Lohnte das Einschalten?

Unbedingt! Denn das Warten hatte endlich ein (gutes) Ende: "Paradies" war die erste Neuausstrahlung nach der verlängerten "Tatort"-Sommerpause. Letzte Woche haben Matthias Brandt und der Polizeiruf" aus München mit "Morgengrauen" schon einmal vorgelegt - jetzt waren die Wiener dran. Auch wenn das nicht der stärkste Wiener "Tatort" war, den wir je gesehen haben, sind wir uns sicher: Das will, ach was, das darf man nicht verpassen!

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