Beste Nebendarstellerin

Eine Mexikanerin, ein Kind, eine Australierin, die Gewinnerin einer Casting-Show und eine Japanerin - die "Besten Nebendarstellerinnen" sind dieses Jahr bunter gemischt denn je.

Adriana Barraza - Babel

Welche Verzweiflung! Wenn Adriana Barraza in "Babel" vergeblich versucht, einen Polizisten darauf hinzuweisen, dass zwei Kinder inder Wüste verschwunden sind, stehen ihr Erschöpfung, Panik und vor allem Verzweiflung so deutlich ins Gesicht geschrieben, dass es für den Zuschauer fast unerträglich ist. In Mexiko ist die Schauspielerin schon länger aus dem Fernsehen bekannt - international erst seit "Amores Perros", dem Debütfilm des Teams, das auch "Babel" drehte. Im Film spielt sie ein Kindermädchen, das gezwungen ist, ihre Schützlinge nach Mexiko zur Hochzeit ihres Sohnes mitzunehmen - mit katastrophalen Folgen. Das Multitalent Barraza ist nicht nur Schauspielerin, sondern auch Schauspiellehrerin, Regisseurin - und vielleicht bald Oscar-Preisträgerin.

Kinostart: 21.12.2006

Cate Blanchett - Notes On A Scandal

Fast wäre sie gar keine Schauspielerin geworden: Als Cate Blanchett im Alter von 18 Jahren als Komparsin in einem Film mitspielte, ging sie entnervt nach Hause mit dem festen Entschluss, nie wieder bei einer Filmproduktion teilzunehmen. Gut, dass sie ihre Meinung geändert hat. Spätestens seit ihrer ersten Oscar-Nominierung ("Elizabeth", 1998) gilt die Australierin als eine der besten Schauspielerinnen überhaupt. Ernsthafte Schauspielerinnen müssen aber nicht ausschließlich ernsthaft sein: Die Rolle der Elfenkönigin Galadriel in der "Herr der Ringe"-Trilogie spielte sie nach eigenen Angaben vor allem, weil sie schon immer mal spitze Gummiohren in einem Film tragen wollte (Blanchett ließ ihre Ohrprothesen später als Souvenir in Bronze gießen). Einen Oscar gewann sie vor drei Jahren für ihre Darstellung von Katharine Hepburn in Scorseses "The Aviator". Im Drama "Notes of a Scandal" spielt sie eine Lehrerin, die eine Affäre mit einem Schüler hat und von einer Kollegin erpresst wird. Besagte Kollegin ist auch kein Schauspiel-Leichtgewicht: Es handelt sich um Judi Dench, die für den gleichen Film nominierte ist.

Kinostart: 22.02.2007

Abigail Breslin - Little Miss Sunshine

"Sei niedlich!" Dies ist vermutlich die einzige Regieanweisung, die 90 Prozent aller Kinderschauspieler bekommen. Bei Abigail Breslin verhielt es sich anders: in "Little Miss Sunshine" spielte sie Olive, und die durfte nicht hübsch und niedlich sein. Schließlich dreht sich der Film darum, dass sie einen Schönheitswettbewerb für Kinder gewinnen möchte, ohne dem nötigen Schönheitsideal zu entsprechen. Daher musste sie sich vom Kostümbildner ein paar Fettpolster auf den Körper schummeln lassen, und eine dicke Brille tragen. Für einen Profi wie Breslin war es indes kein Problem, die Rolle überzeugend zu spielen - immerhin ist sie bereits fast ihr halbes Leben im Filmgeschäft. Schon als Sechsjährige spielte sie neben Mel Gibson und Joaquin Phoenix in "Signs", und ist seitdem durchgehend im Film- und Fernsehbusiness beschäftigt. Auch Abigails Bruder Spencer ist Kinderschauspieler; in "The Santa Clause 3" standen die Geschwister sogar gemeinsam vor der Kamera. Greg Kinnear und Alan Arkin, die in "Little Miss Sunshine" ihren Vater und Großvater spielen, überschlagen sich in Interviews förmlich vor Begeisterung über die Professionalität der Zehnjährigen. Auch die Academy war beeindruckt und belohnte Abigails Mut zur Hässlichkeit nun mit einer Nominierung. Manchmal ist es halt besser, nicht nur seine niedlichen Seiten zur Schau zu stellen.

Kinostart: 30.11.2006

Jennifer Hudson - Dreamgirls

Effie Melody White ist die Hauptsängerin der „Dreamettes“. Doch trotz Effies überwältigender Soul-Stimme schafft sie mit ihren Freundinnen Deena und Lorrell nicht den ersehnten Durchbruch. Als Curtis Tylor, ein Autoverkäufer mit Manager-Ambitionen, den Mädchen Erfolg verspricht, nehmen sie sein Angebot an. Effie ist eine junge Sängerin, die trotz ihrer bemerkenswerten Gesangskunst nicht genug Sexappeal für einen Star hat. Curtis weiß, dass der die „Dreamgirls“ nicht wegen Effies souligem Gesang erfolgreich sein wird, sondern wegen der Schönheit und des formbaren Stils von Deena. Während diese ins Rampenlicht tritt, wird Effie erst in den Hintergrund gedrängt und schließlich aus der Band geworfen.

Jennifer Hudson wurde in den USA als Finalistin der Show „American Idol“ (US-Version von “Deutschland sucht den Superstar“) bekannt. Dort hat sie im Halbfinale selbst erlebt, was es für eine talentierte Künstlerin bedeutet, aus dem Rampenlicht geschoben zu werden. In "Dreamgirls" gibt Hudson ihr Spielfilmdebüt. Obwohl Effie aus der Band gedrängt wird, bleibt sie das Herzstück des Films. Hudson zeigt den Fall der naiven und arroganten Effie und die Wiedergeburt einer starken und selbstbewussten Frau. Dabei spielt und singt die 25-Jährige so überzeugend, dass die Zuschauer die ganze Bandbreite ihrer Gefühle miterleben.

Für ihre Rolle in "Dreamgirls" gewann Hudson im Jahr 2006 bereits etliche Preise, und dieses Jahr den Golden Globe Award als beste Nebendarstellerin. Darüber hinaus wurde sie jetzt für den Oscar nominiert. Nun steht der ehemalige Casting-Star wieder im Finale. Doch diesmal muss sie sich nicht nur gegen eine, sondern gegen vier starke Konkurrentinnen durchsetzen, und ihr Schicksal liegt nicht in den Händen ihrer Fans.

Kinostart: 01.02.2007

Rinko Kikuchi - Babel

Isolation, Schuldgefühle, sexuelle Frustration, Wut - Rinko Kikuchi spielt in Babel die Teenagerin Chieko, die in "Babel" kein Wechselbad der Gefühle durchlebt, sondern alles gleichzeitig. Eine komplexe Figur, die darüber hinaus gehörlos ist - was die Rolle noch anspruchsvoller macht. Kikuchi meisterte die schwierige Aufgabe mit Bravour; dabei half ihr sicher, dass sie schon vor Drehbeginn gut die Gebärdensprache beherrschte. Auch, dass sie wiederholt komplett nackt im Film zu sehen ist war für die 26jährige unproblematisch. In Interviews gab sie an, ihre Sorge seien nicht die Nacktszenen gewesen, sondern eher, Chikos Gefühlswelt nicht überzeugend zu vermitteln. Eine unbegründete Befürchtung, wie die Oscar-Nominierung zeigt.

Kinostart: 21.12.2006

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