Bester Nebendarsteller

"Neben"-darsteller? Die diesjährigen Nominierten sind in ihren Filmen fast alle genausoviel zu sehen, wie die nominierten Hauptdarsteller.

Alan Arkin - Little Miss Sunshine

Alan Arkin ist ein harter Kerl. Während der gebrechliche Peter O'Toole vermutlich keine weiteren Filme mehr drehen wird, strotzt der nur zwei Jahre jüngere Arkin geradezu vor Energie. In "Little Miss Sunshine" sollte er eigentlich gar nicht mitspielen. Den Regisseuren wirkte der 73jährige für die Rolle eines heroinsüchtigen Großvaters zu "jung und vital" - eine Ablehnung, die dem gebürtigen New Yorker schmeichelte. Letztlich ging die Rolle doch noch an ihn - ein Gewinn für den Film – und eine für Arkin, denn so kommt er zu einer weiteren Oscar-Nominierung. Es ist seine dritte, gewonnen hat er bislang nie. Die letzte Nominierung ist allerdings 36 Jahre her. "Little Miss Sunshine" könnte ihm zum späten Ruhm verhelfen.

Kinostart: 30.11.2006

Jackie Earle Haley - Little Children

Die Bewohner einer Bostoner Vorstadt-Idylle sind in "Little Children" außer sich: Der verurteilte Pädophile James McGorvey zieht nach seiner Haftstrafe ausgerechnet in ihre Nachbarschaft. Systematisch terrorisiert eine selbst ernannte Bürgerwehr McGorvey und seine Mutter, in der Hoffnung, ihn so wegzuekeln. Keine leichte Aufgabe, einen Pädophilen zu spielen. Jackie Earle Haley gelingt die Gratwanderung, seine Figur menschlich darzustellen, aber nicht zu verharmlosen. James McGorvey ist ein gefährlicher Mann, der seinen abnormalen Trieb nicht verheimlicht. Ein starker Kontrast zum Anfang seiner Karriere: Jackie Earle Haley wurde als Teenie-Idol in der Serie "Die Bären sind los" bekannt. In "Little Children" beweist er, dass er zum anspruchsvollen Charakterdarsteller gereift ist. Dieses Jahr ist er auch im Remake "All the President's Men" zu sehen - wieder an der Seite von Kate Winslet, die ebenfalls für ihren Auftritt in "Little Children" für den Oscar nominiert wurde.

Kinostart: Starttermin für Deutschland ist noch nicht bekannt

Djimon Hounsou - Blood Diamond

Es ist fast wie im Märchen: Der junge Afrikaner Djimon Hounsou (ausgesprochen "Dschi-mon Hon-suh") lebt 1977 mit seinem Bruder auf der Straße, ohne Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Überraschend wird er eines Tages von Designer Thierry Mugler als Modell entdeckt, was den Grundstein für eine steile Karriere legt. Erst kleine Fernsehauftritte (etwa in "Beverly Hills 90210"), später Filmrollen, schließlich gelangt er ganz nach oben: 1997 gewinnt er den Golden Globe für seine Darstellung eines Sklaven in Steven Spielbergs "Amistad". Bei seiner Rollenwahl ist er flexibel: Man trifft ihn in bunten Actionspektakeln ("Tomb Raider 2") ebenso an wie im kopflastigen Drama ("In America"). In "Blood Diamond" spielt er einen Vater, der seinen Sohn durch eine Verzweiflungstat retten möchte.

Kinostart: 25.01.2007

Eddie Murphy - Dreamgirls

Regisseur Bill Condon hatte Eddie Murphy für die Rolle des R&B-Stars James „Thunder“ schon beim Schreiben des Drehbuchs im Kopf. In Filmen wie „Nur 48 Stunden“, „Beverly Hills Cop“ oder „Der verrückte Professor“ hatte Murphy bereits gezeigt, dass er ein energiegeladener Schauspieler ist. In der Rolle des James „Thunder“ Early wirkt er wie eine Naturgewalt. Wenn er auf der Bühne seine Hüften schwingt, fallen im Film die Frauen reihenweise in Ohnmacht. Eine Performance, die dem schnell sprechenden Hollywood-Star schon den „Golden Globe“ als bester Nebendarsteller einbrachte. Nun dürfen wir gespannt sein, ob Eddie Murphy als „Thunder“ auch die Oskar-Jury von den Sitzen fegt.

Kinostart: 01.02.2007

Mark Wahlberg - The Departed

Aufmerksamkeit hat man Mark Wahlberg schon immer entgegengebracht. Früher vor allem wegen seines attraktiven Äußeren, das er als Unterwäschemodell für Calvin Klein zur Schau stellte. Mittlerweile ist aus dem ehemaligen Modell und Sänger – damals nannte er sich noch Marky Mark – ein ernstzunehmender Schauspieler geworden. Vorläufige Krönung seiner Karriere ist jetzt die Nominierung als bester Nebendarsteller für seine Rolle in Scorseses „The Departed“. Als Sergeant Dignan sieht Wahlberg auch nicht unbedingt schlecht aus, aber so richtig sympathisch kommt er nicht rüber. Eher unflätig und derb. Mit dieser rauem Art konnte sich Wahlberg bestens identifizieren. Er selbst sagte über "The Departed": "Auf diesen Film musste ich mich nicht besonders vorbereiten – ich kenne solche Typen zur Genüge. Der Unterschied war diesmal nur, dass ich einen jener Cops spiele, die mich damals ständig eingebuchtet haben.“ Bleibt abzuwarten ob der harte Kerl auch mit einer kleinen goldenen Skulptur ausgezeichnet wird.

Kinostart: 07.12.2006

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