Die Oscar-Männer 2008: Alles nur langweilige Pinguine?

Nach den Damen sind jetzt die Herren dran: BRIGITTE.de hat die Oscar-Outifts der Männer kritisch beäugt. Und wer meint, bei einem Anzug kann man nichts falsch machen, der täuscht sich ...

Wir freuen uns ja immer sehr über Anregungen von Ihnen. Zu unserem Oscar-Outfit-Thema gab es viel Resonanz und des öfteren wurde gefragt, warum wir immer nur über die armen Frauen lästern, statt mal eine Rubrik zu machen: Welcher Mann sah eigentlich am langweiligsten aus?

Das erzählte BRIGITTE.de-Modechefin Susanne Gundlach daheim ihrem Mann Hendrik - und heute früh hatte sie prompt seine Antwort in Wort und Bild. Der Mann weiß übrigens, wovon er spricht, denn er ist von Haus aus Mode-Redakteur und Stylist. Seine Meinung: "Langweilige Herrn im Pinguin-Stil? Im Gegenteil! Das sehe ich ganz anders. Wir Männer treten doch nur farblich zurück, um die Dame an unserer Seite glänzen zu lassen! Weit entfernt von langweilig! Männermode ist oft konservativ, die festliche Abendgarderobe für Männer aber sollte so klassisch wie möglich sein.

Auf der Einladung für die Oscar Verleihung steht "black tie" und wer sich daran hält, trägt den klassischen Smoking . Auch hier gibt es, wie bei den Abendkleidern, viele Möglichkeiten - gute und schlechte. Damit man aber beurteilen kann, was gut ist, hier eine Anleitung:

Ein guter Smoking sieht wie folgt aus: Er ist aus schwarzem leichtem Wollstoff, die zugehörige Hose ist aus dem gleichen Stoff und hat einen Seidenstreifen auf den Außen-Nähten. Der Kragen ist entweder, wie beim Frack mit steigendem Revers oder als Schalkragen gearbeitet. Revers oder Schalkragen sind dann mit Seidensatin oder Seidenripps belegt. Ein fallendes Revers wie beim einreihigen Tagesanzug gilt allgemein als zu formlos. Dazu gehören dann entweder ein schwarzer Kummerbund (die gefaltete seidene Leibbinde; Falten nach oben!) oder eine Weste aus demselben Material wie der Anzug. Das weiße Smokinghemd sollte immer Umschlagmanschetten für Manschettenknöpfe haben. Als Schuhe trägt man zum Smoking entweder schlichte schwarze Schnürschuhe oder Frackpumps mit Rippsschleife aus hoch poliertem Glatt- oder Lackleder.

An den Hals gehört natürlich die namensgebende schwarze Fliege, "black tie", im Idealfall selbst gebunden. Bei ganz feierlichen Anlässen, wie dem Wiener Opernball, tragen die Herren Frack mit weißer Weste und weißer Fliege. Eine schwarze Fliege zum Frack kennzeichnet dann die Kellner. Und mit denen möchte man ja ungern verwechselt werden. Deshalb ist es wichtig, diese strikten Regeln zu kennen, denn nur wer sie kennt, kann sie auch brechen ...

Bei der Oscar-Verleihung gab es dieses Jahr viele Herren zu bewundern, deren Auftritt im Smoking formvollendet war, aber wie bei den Damen gab es auch hier einige Ausrutscher.

Video: Daniel Day-Lewis über "There will be Blood"

Gut so

Wie aus dem Lehrbuch: Martin Scorcese (M.). Perfekt! Besser geht nicht.

Steve Carrell beweist, dass man sich nicht komisch verkleiden muss, um lustig zu sein, ganz im Gegenteil!

Forrest Whitaker im Zweireiher, Smoking vom Maßschneider. Sieht man eben doch.

George Clooney: Wirkt frisch und heutig durch recht schmalen Schalkragen, aber der Mann macht ja überhaupt erschreckend wenig falsch ...

Tom Hanks, klassisch, gut.

Geht so

Keith Urban: Toll sitzender Smoking, leider ist die Krawatte doof.

Viggo Mortensen versprüht den Charme der vorletzten Jahrhundertwende. So sehr drüber, dass es schon wieder hinhaut, vor allem mit dem Bart.

Geht gar nicht

Javier Bardem sieht in seinem hochgeschlossenen, Popo-kurzen PRADA-Jäckchen leider aus wie ein Gehilfe im Steuerarchiv.

Harrison Ford: Echt schlecht sitzendes Smoking-Imitat, mit fallendem Revers und unpassender Krawatte. Über das Konfirmandenalter ist er doch nun wirklich hinweg ...

Der Anzug von Moderator Jon Stewart war ihm einfach zu groß.

Hendrik Schaulin/Susanne Gundlach Fotos: A.M.P.A.S.
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