8 Gründe, weshalb wir Stefan Raab vermissen werden

Was für eine Meldung! Stefan Raab macht Schluss mit dem TV. Warum das ein echter Verlust für die deutsche Unterhaltungsbranche ist - und für uns.

1. Weil keiner so ehrgeizig ist

Raab ist extrem ehrgeizig. Sein unbedingter Wille zum Sieg zeigt sich besonders bei "Schlag den Raab". Ob er nun in Rhönrädern durchs Studio kreiselt, mit Baggern Luftballons in eine Abfalltonne platzieren muss, endlose Zahlenreihen memorieren oder irgendwas mit Autos (seine Lieblingsdisziplin) anstellen soll: Raab ist das geborene "Kampfschwein" (Kommentator Frank "Buschi" Buschmann). Für ihn zählt nur der Sieg. Ebenso wie seine hochnervigen Nachfragen. Als Zuschauer merkt man sofort: Der Mann steht unter Strom, er will es - unbedingt. Und das ist höchst unterhaltsam anzusehen, weil Raab seinen Ehrgeiz stets mit Humor paart.

2. Weil er Musik liebt

Raab ist ein musikalisches Trüffelschwein: Er hat das Hit-Potential von Ex-Kanzler Gerhard Schröder ("Hol' mir mal 'ne Flasche Bier!") ebenso messerscharf erkannt wie das einer linkischen Schülerin aus Hannover namens Lena, die er zur ersten Grand Prix-Siegerin seit Nicole aufstiegen ließ. Ebenso wie die Raab-Entdeckungen Max Mutzke und Stefanie Heinzmann. Und was wären wir ohne Gaga-Songs wie "Maschendrahtzaun", "Wadde hadde dudde da" und vor allem "Hier kommt die Maus"?

3. Weil er Neues wagt

Raab ist mutig. Wie anders ist es zu erklären, dass er jede noch so bekloppte Idee in die Tat umsetzt, sprich: eine Fernseh-Show daraus macht? Wok-WM, TV Total Turmspringen, Stock Car Crash Challenge, Schlag den Raab, ... Die Devise: Alles, woraus man einen Wettkampf machen kann. Die Einschaltquoten geben ihm Recht.

4. Weil er Bewährtes schätzt

So abwechslungsreich es Raab bei seinen Shows liebt, so konservativ ist er auf anderen Gebieten. Wen er einmal ins Herz geschlossen hat, darf bleiben: Das gilt für seinen Side-Kick Elton, der einst ein Praktikum bei ihm machte. Das gilt auch für Lena, die er gleich zwei Mal hintereinander zum ESC schickte. Das gilt für seinen Sender Pro7, dem er seit 16 Jahren treu ist. Genauso wie seinem Outfit: Raab trägt seit Jahr und Tag bei TV Total die gleiche Uniform aus Jeans, Hemd mit T-Shirt drunter und Anzugjacke.

5. Weil er ein Stehaufmännchen ist

Ob er bei "Schlag den Raab" kopfüber über den Lenker eines Mountainbikes stürzt und sofort wieder aufsteigt. Ob ihm Rapper Moses Pelham im Backstage die Nase bricht. Oder ob ihn nach der Premiere seines Polit-Talks alle zerreißen. Raab fällt oft, eigentlich andauernd. Aber er steht jedes Mal wieder auf und versucht es noch mal.

6. Weil er klug ist

Man muss Raabs Humor nicht mögen – unbestritten ist aber, dass Raab ein enormes Allgemeinwissen hat. Immer wieder staunend nachzuverfolgen in seiner Sendung "Schlag den Raab". Hinterbänkler aus dem Bundestag? Raab kennt ihre Namen. Die Amtssprache von Polynesien? Frag den Raab! Beim Thema Musik macht ihm eh keiner was vor. Und wenn Raab mal auf dem Schlauch steht, rät er eben einfach drauflos. Oft stimmt die Antwort dann auch noch.

7. Weil er seine Gefühle rauslässt

"Neeeeiiiiiiiin! "Ah, oh, neiiiiiiiin!" Wenn Raab im Wettkampf-Modus ist, lässt er seinen Gefühlen freien Lauf. Er flucht, er schreit, er treibt sich selbst an ("Oh, los Mann!"). Er ballt die Faust, schmeißt sich auf die Knie, hüpft johlend auf und ab, haut sich auf den Kopf. Louis de Funès wäre stolz, könnte er diese Klaviatur des Körpereinsatzes noch sehen.

8. Weil er keinen falschen Respekt zeigt

Raab hat eine Fähigkeit, die im Zusammenleben mit normalen Menschen eher ein Nachteil, in der TV-Unterhaltung aber ein Riesenplus ist: Er hat vor nichts und niemandem Respekt. Mit seinen "Raabigrammen" – selbst geschriebenen Schmähliedern – überraschte er Promis oft unangenehm. "Wann wirst Du endlich wieder witzig?", fragte er etwa Rudi Carrell. Dieter Bohlen bescheinigte er "die gleichen Lieder seit 20 Jahren, obwohl die Frauen auch mal andere waren". 2013 ließ er alle Polit-Journalisten im Kanzlerduell alt aussehen, als er den SPD-Kandidaten Peer Steinbrück für seine Aussage kritisierte, er wolle kein Vize-Kanzler in einer Großen Koalition werden. "Das ist doch keine Haltung, zu sagen: Ich will nur gestalten, wenn ich 'King of Kotelett' bin." Raab hatte die Lacher wieder mal auf seiner Seite und eine Grimme-Preis-Nominierung dazu.

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