Kindesentführungen - das ignorierte Problem

Immer wieder werden Kinder aus binationalen Ehen von einem Elternteil außer Landes gebracht - eine NDR-Dokumentation zeigt traurige Beispiele von Kindesentführungen und erklärt, was politisch notwendig wäre.

Die Anzahl von Kindesentführungen steigt

Kerstin G. kriegt am Ende des Familienurlaubs in Dubai von ihrem syrischen Mann Haissem M. zu hören: "Du kannst gehen, die Kinder bleiben hier!" Sie weigert sich und wird acht Jahre lang mit den Kindern gefangen gehalten.

Der Berliner Michael H. hat das alleinige Sorgerecht für seinen Sohn - und hat ihn seit dreieinhalb Jahren nicht mehr gesehen, seit seine algerische Ex-Frau den Jungen in ihre Heimat entführte.

Nur zwei traurige Beispiele von vielen, in denen binationale Ehen zu Kindesentführungen und Freiheitsberaubung führen. Die Anzahl dieser Fälle hat sich laut dem "Internationalen Sozialdienst" innerhalb der letzten zehn Jahre mehr als verdoppelt - wohl auch, weil es in Deutschland immer mehr Ehen zwischen Partnern aus unterschiedlichen Heimatländern gibt.

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Programmtipp: "Nicht ohne meine Kinder" (1. September, NDR, 22 Uhr)

Dass an diesen Schicksalen oft auch die deutschen Behörden und eine undurchsichtige Rechtslage schuld sind, zeigt die NDR-Dokumentation "Nicht ohne meine Kinder": Das sogenannte "Haager Kindesentführungs-Übereinkommen" besagt, dass von Eltern entführte Kinder wieder in ihr eigentliches Aufenthaltsland zurückgebracht werden müssen. 92 Staaten haben dieses Abkommen unterzeichnet - aber außer dem Irak und Marrokko ist kein arabisches Land dabei. Das ist ein großes Problem, da rund ein Drittel der betroffenen Kinder in diese Staaten entführt wird.

Welche Folgen das hat, und was Politik und Behörden tun müssten, um daran etwas zu ändern, wird in der Dokumentation näher betrachtet. Mehr Informationen und Ausschnitte der Doku gibt es auf der Website zum Film.

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