Wie würde Venus heute aussehen? Wenn Gemälde mit Photoshop aktualisiert werden

Die US-Fotografin Lauren Wade hat berühmte Gemälde mit gängigen Photoshop-Handgriffen aufpoliert - und zeigt, wie drastisch sich unsere Vorstellung von Schönheit gewandelt hat.

Augen größer, Lippen voller, Bauch flacher, Beine schlanker: Dass die Bilder von Frauen, die uns von Werbeplakaten und aus Hochglanzmagazinen entgegenstrahlen, vor dem Druck die Schönheits-Optimierungsmaschine durchlaufen, ist längst kein Geheimnis mehr. Auch die amerikanische Fotografin Lauren Wade arbeitet täglich mit Photoshop, setzt Filter und retuschiert - wenn auch subtil. Doch gerade die kleinen, schnellen Alltagshandgriffe sind trügerisch: "Ich finde es verrückt, wie wenig die Leute davon bemerken", schreibt Wade auf der Website TakePart. Selbst ein vermeintlich natürliches Bild sei alles andere als das.

Auch wissen wir längst, dass Schönheitsideale dem Wandel der Zeit unterliegen. Doch um das Ausmaß dessen zu zeigen, was die Medienwelt heute als schön propagiert, hat Wade bekannte Gemälde der Kunstgeschichte einem Photoshop-Makeover unterzogen. So lange, bis die nackten Musen großer Maler wie Tizian, Rubens oder Gauguin den heutigen Standards entsprechen: Die vielbewunderten Rundungen von Botticellis Venus aus dem Jahr 1486 weichen einer schmalen Taille und prallen Brüsten, die Beine von Tizians Danaë sind nur noch halb so füllig wie vor 500 Jahren. Mit ihrem Kunstprojekt zeigt Lauren Wade eindrucksvoll, wie weit sich unsere Vorstellung von Schönheit über die Jahrhunderte von der Lebenswirklichkeit entfernt hat.

Tizians Bildnis der Zeus-Geliebten Danaë aus dem Jahr 1544

Paul Gauguins zwei Tahitianerinnen aus dem Jahr 1899

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