"Bauer sucht Frau" - so geht es weiter

"Bauer sucht Frau", Episode 6. Nach der ersten Folge der neuen Staffel ist klar: Es wird auch diesmal schwer, bei "Bauer sucht Frau" wegzuschauen, trotz Scham und Schande. Warum? Eine Prognose.

Zum sechsten Mal hat RTL einen ganzen Bauernschrank mit Schubladen zusammengebaut. In den Schubladen sind fein säuberlich Bauern einsortiert. Auf Volkers Schublade steht "munterer Milchbauer", auf Gerharts "rüstiger Hühnerwirt", und auch der "schüchterne Schwabe" Martin wartet in seiner Schublade auf Schmetterlinge im Bauch - eventuell aber auch auf Wolke 7.

Das ist peinlich, das ist irritierend, das ist gar nicht so richtig spannend, weil wir wegen der Schubladen ziemlich genau vorhersagen können, wie es weitergeht. Und weil wir wissen möchten, ob wir recht haben, müssen wir weiter hinschauen, auch wenn's schmerzt. Unsere Prognosen:

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Fettnäpfe in Sicht

Willy entscheidet sich für Rosi (Mitte) und gegen Claudia, die sehr an ihrem Sitzplatz hing.

Ob er ein Problem damit hätte, wenn seine Partnerin übergewichtig ist, fragt die nette Inka den Willy ganz zu Anfang. Oha - bei dem Thema ist doch schon mal was schief gegangen. 2007 sagte der schüchterne Ackerbauer Jürgen seiner eigens zum Scheunenfest geladenen Dame ganz direkt, dass er sie für zu dick hielt - und hatte damit den größten Fettnapf der "Bauer sucht Frau"-Geschichte getroffen. Erleichterung deshalb über Willys Antwort: "Nein ich bin froh über jede Bewerbung." Und dann kommt doch noch was, Willy hat nämlich gegenüber von Kameras und zickigen Frauen ganz schön mit den Worten zu kämpfen. Irgendwas möchte er uns sagen, als er beim Scheunenfest eine Schaf-Tasse geschenkt bekommt. Was rauskommt ist "Fern-Telemetrie". Na ja, "Telepathie" liegt auch wirklich nur knapp daneben.

Die Progonose: Wahrscheinlich hat Willy deshalb das Attribut "lustig" bekommen - hier werden noch ein paar Fettnäpfe zwischen Futtertrögen und Feld rumstehen, in die er hineintappt. Dabei bleibt Willy aber sympathisch und holt zwischendurch mal sein Akkordeon raus.

Das langweilige Happy End

"Die blonde Kerstin" (rechts) darf nicht mit auf Lukas Hof, dafür freut sich Regina auf ein Leben als Hausfrau.

Lukas ist erst 21 und trotzdem von gestern. "Ich würde dich richtig gerne umsorgen, so wie die typische Hausfrau." Sprach Regina beim Scheunenfest und schon ist der Junge überzeugt.

Die Prognose: Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende... Da passiert nicht mehr viel. Wenn beide der Meinung sind, dass eine Frau an den Herd gehört, ist das zwar nicht schön, aber trotzdem harmonisch.

Klappt nicht

Sigrun, ganz in rot, hat kein Schwein: Gerhart lädt Barbara ein.

Der rüstige Hühnerwirt Hansi war gestern, heute ist der rüstige Hühnerwirt Gerhart, 67. Da kann man schon mal durcheinanderkommen, zumal sich der Junggeselle Hansi aus Staffel 5 und der aktuelle Gerhart in ihrem Lebensstil sehr zu ähneln scheinen. Zumindest stecken sie beide in der gleichen Schublade. Der Hof wirkt wie frisch aus den 50ern, die Kleidung spartanisch und zum Abendessen gibt es auch bei Gerhart bestimmt ein Wurstbrot. Kein Wunder, dass sich Gerhart gegen Sigrun entschieden hat. Mit der ausgeflippten Idee, ein Schweinchen Peep (meinte sie eigentlich Babe?) zu dressieren, hat sie sich als Landfrau disqualifiziert. Dafür nimmt er jetzt Barbara mit in die Öde.

Die Prognose: Barbara möchte wahrscheinlich einfach nicht mehr alleine sein. Das können wir gut verstehen, aber wir bezweifeln, dass sie sich das Leben auf dem Bauernhof grau genug vorgestellt. Wenn sie erst mal in einer mittelsauberen Küche sitzt und Wurstbrote isst, fragt sie sich bestimmt, was sie da eigentlich tut. Zumal Gerhart nicht so ganz der kompromissbereite Typ zu sein scheint. Das wird nichts geben außer Enttäuschung auf beiden Seiten.

Die Augen-Weide

Achten Sie auf die Augen: Verena (rechts) folgt Volker nach Friesland, Maja ist raus.

Volker, 28, sieht zwar im rot-weiß gestreiften Hemd flotter aus, aber türkis ist in, und deshalb trägt er lieber das beim Scheunenfest. Auch die modische Halskette scheint viele Frauen überzeugt zu haben, Volker ist der Bauer mit den meisten Bewerberinnen. Ausgesucht hat er sich zwei blonde Ladys (so nennt er auch seine Kühe). Bei beiden wird Dekolletee ausgepackt. Mit knatschrotem Kopf kann er aber angeblich nur in Verenas blaue Augen schauen, für Maja ist damit, sagt Inka Bause, "jeder Hoffnungsschimmer" erloschen.

Die Prognose: Volker möchte gerne "richtig Fett Spaß haben" in der Hofwoche, "vielleicht knistert das ja richtig". Oh ja, das wird es, und zwar definitiv über das hinaus, was man eigentlich im Fernsehen sehen möchte. Volker und Verena werden sich bestimmt massieren oder mit Sekt in einem Whirlpool rumplanschen oder noch Schlimmeres. Ein sympathischer Kerl, aber er und Verena werden für die Pseudo-Erotik herhalten müssen.

Abbaubar

Ist Anja (Mitte) die schöne Odenwälderin, die Johannes sucht? Moni geht jedenfalls auch nicht leer aus.

Johannes hat es aber auch wirklich nicht leicht: "Ich habe jede Menge Post von den Frauen, das ist so kompliziert." Kurz fragen wir uns, warum er sich das antut. Er hat doch einen ganzen Bio-Bauernhof und so schöne lange Haare, dass sich bestimmt auch ohne Inka Bause eine Waldfee für ihn fände. Der Odenwälder Bub sucht trotzdem tapfer nach seiner schönen Odenwälderin - und hat ganz Bio-Bauer gleich die recyclebare Bewerberin Moni eingeladen, die noch einen ganz anderen Bauern findet, aber dazu später.

Die Prognose: Johannes und Anja gehören zu den Paaren, die im Laufe der Staffel keine wahnsinnig große Rolle mehr spielen werden, weil sie sich nicht peinlich genug benehmen. Auch hier könnten allerdings noch ein Whirlpool oder eine Massage vorkommen.

Bitte nicht hingucken!

Etwas erdrückt wirkt Martin vor der Kamera, Janine (links) möchte mal heiraten, Sina bleibt allein.

Wie auch immer RTL es schafft, Menschen vor Kameras zu stellen, die da einfach nicht hingehören - der "schüchterne Schwabe" Martin kann einem wirklich einfach nur leid tun. Ihm fällt es sicherlich schon ohne 7 Millionen Zuschauer schwer genug, einer Frau in die Augen zu schauen. Vom Reden ganz zu schweigen, er klärt viel zu früh und viel zu plump, ob sich denn Janine auch vorstellen kann, zu heiraten.

Die Prognose: Martin wird die gesamte Staffel über das Sorgenkind bleiben. Er hat beim Scheunenfest zum ersten Mal Händchen gehalten - am liebsten möchten wir ihn deshalb beim Händchen halten oder noch besser aus dem Bild zerren. Hölzern und ängstlich wird er einen Fehler nach dem anderen machen, den Janine, ganz die Gutmütige, sicher verzeiht. Vielleicht wird sogar was draus, aber speziell diesen beiden hätten wir wirklich einen einfacheren Start ins Liebesleben gewünscht.

Bärchen-Alarm

Katja (Mitte) und Marcel haben noch viel vor, Tanja ist traurig.

Wir haben ganz und gar nichts gegen übergewichtige Männer. Marcel wirkt wirklich sympathisch. Aber warum in aller Fernsehwelt müssen Männer mit ein paar Kilos zu viel immer gleich "Bärchen" heißen? Daran sind wahrscheinlich gar nicht die Teletexter schuld, sondern Tanja und Katja, die finden Marcel nämlich "total knuffig". Er bekommt auch gleich ein Lebkuchenherz mit "Drolliges Bärchen" drauf geschenkt.

Die Prognose: Katja und Marcel werden vor der Kamera ständig am Küchentisch sitzen und/ oder picknicken. Das war bis jetzt immer so bei "Bauer sucht Frau": Wo viel Gewicht ist, muss viel gegessen werden. Und mindestens einmal werden wir den schönen Satz hören: "Liebe geht auch für Marcel durch den Magen." Mindestens. Die Liebesgeschichte spielt dabei gar nicht mehr so eine große Rolle. Da beide an Liebe auf den ersten Blick glauben, ist die sowieso schon geklärt.

Narumol reloaded

Jeanette (links) und Haralds Herz schlagen im Takt, Ursula passt leider nicht zum Rhythmus.

"Mein Herz ist manchmal so traurig." Schweinebauer Harald hat Sinn für Poesie und Lebensfreude. Und wie ihm die Kubanerin Jeanette konsequenterweise gefällt! "Ich habe mich total verliebt in die Jeanette".

Die Prognose: Es ist offensichtlich, was RTL da vor hat, nämlich die Liebesgeschichte von Narumol und Josef zu wiederholen. Zwar braucht der Zuschauer bei Jeanette keine Untertitel, um sie zu verstehen, auch"fik und fertig" kann man sich die hübsche Frau nicht so recht vorstellen. Ihre Vorstellung vom Landleben - "Hallo, wie geht's dir? Schönen Tag wünsche ich dir!" - ist aber ähnlich putzig. Die beiden haben eine Chance, sind zum Start aber zu weit vorgeprescht. Wer so schnell "verliebt" ist und solche Komplimente macht, kann dem anderen gar nicht mehr echt nahe kommen. Am Ende ist alles eine Frage des Wollens - und der Wille, sich richtig zu verlieben, ist bei beiden offensichtlich sehr ausgeprägt.

Schwere Not

Schon mal gesehen? Richtig, das ist Moni, die eigentlich Johannes wollte. Jetzt hat sie Lämmes. Auch gut.

Nach Schäfer Heinrich hat jetzt seinen Auftritt: Lämmes. Angeblich ein "ehrlicher Schäfer", aber was er da beim Scheunenfest hingelegt hat, war nicht die feine Art. Vielleicht musste er kompensieren, dass er die wenigsten Briefe von allen bekommen hatte. Jedenfalls suchte er sich "vorerst" Sekretärin Anne aus. Um sich dann bei der Party umzuentscheiden: Moni kommt mit. Die Moni, an der Öko-Bauer Johannes keinen Gefallen finden konnte.

Die Prognose: Ein Schäferstündchen der beiden ist schwer vorstellbar. Vor allem, wenn man sich ausmalt, wie Moni mit ihren Tattoos auf Lämmes Mutter trifft (auch die lässt sehr an Heinrich-Zeiten zurückdenken). Einzige Chance: Lämmes ist so bezaubert von Moni, dass er ihr jeden Wunsch erfüllt, davon scheint sie durchaus einige zu haben. Aber die etwas tollpatschigen Annäherungsversuche wird sie sicher auch sehr schnell nüchtern betrachten. Da kann man sich schon mal auf Fremdschämen einstellen. Sicher gut für die Quote, aber schlecht für den Nachgeschmack.

Fotos: RTL Text: Inga Leister
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