"Unser Star für Oslo": Das Duell zwischen Jennifer und Lena

Am Freitagabend ist es soweit: Im Finale von "Unser Star für Oslo" (USfO) treten Lena Meyer-Landrut und Jennifer Braun gegeneinander an. Die Siegerin der Show vertritt Deutschland im Mai beim Eurovision Song Contest. Doch bevor gesungen wird, hier die harten Fakten. Wer soll "Unser Star für Oslo werden"? Stimmen Sie ab!

Was haben die beiden vor USFO gemacht?

Lena Meyer-Landrut (r.): Lena war Schülerin in Hannover. Noch während der Shows schrieb sie nebenbei ihr Abitur. Öffentlich aufgetreten ist sie bislang nicht, allerdings durfte sie bereits als Komparsin in einigen Serien durchs Bild laufen.

Jennifer Braun: Jennifer geht in die elfte Klasse eines Gymnasiums. Sie ist die jüngste Teilnehmerin bei USFO. Als Sängerin einer Coverband hatte sie zumindest einen großen Auftritt, bei dem ihr sogar Reamonn-Sänger Rea Garvey zusah.

Können die überhaupt singen?

Lena Meyer-Landrut: Nicht wirklich, also irgendwie schon, aber dann doch nicht. Aber das ist ja das Tolle. Gesangsunterricht hatte Lena jedenfalls nie, dafür fehlte in ihrer Familie das Geld. Logisch, dass sie deshalb auch keine Ahnung von Atemtechnik hat. Ihr Gesang ist eine abstruse Mischung aus Sprech-, Knödel-, Feengesang mit einer Prise Björk.

Jennifer Braun: Auch Jennifer hatte bislang keinen Gesangsunterrricht. Was die Frage aufwirft, ob man den überhaupt braucht. Ihre Stimme hat unfassbare Kraft und Power. Sie klingt, als habe sie mindestens 40 Jahre Lebenserfahrung und eine Menge Wut im Bauch.

Wie bewegen sie sich auf der Bühne?

Lena Meyer-Landrut: Bei Lena hat man immer ein bisschen das Gefühl, gerade einem ausgeflippten weiblichen Gnom beim Lichtungstanz auf einer Waldwiese zuzuschauen. Sie soll ja seit ihrem 5. Lebensjahr Tanzunterricht haben - mit dem Tanzlehrer würde man gern mal ein paar Worte wechseln...

Jennifer Braun: Wir vermuten, Tanzen ist eher nicht so ihr Ding. Auch wenn sie es seit vielen Jahren tut. Ihre beste Tanzeinlage präsentierte sie, als man im Viertelfinale ihren Namen aus dem Briefumschlag zog: Das war spontan, das hatte was. Auf der Bühne liegt ihr Talent eindeutig eher im Gesang.

Welcher Auftritt war der beste?

Lena Meyer-Landrut: Ihr erster. Als sie in der Auftakt-Show den Song "My Same" von Adele vortrug, blies sie allen Zuschauern das Hirn weg. Das war neu, das war anders, und es war so eine Erleichterung, dass es da draußen Sängerinnen jenseits des Casting-Schrotts gibt, die sich trauen, vom Mainstream abzuweichen und dennoch alle verzaubern.

Jennifer Braun: "Nobody's Wife" von Anouk im Viertelfinale. Als Zuschauer hatte man das Gefühl, dieser Song entspräche exakt ihrem Charakter. Diese Frau lässt sich weder von Männern noch von sonst wem verarschen. Und sie ist erst 18!

Welcher Auftritt hat am stärksten berührt?

Lena Meyer-Landrut: Die Ballade "Mr. Curiosity" von Jason Mraz, die Lena im Halbfinale sang. Wieder half ihr das Überraschungsmoment, wer hätte gedacht, dass Lena auch langsam kann? In jedem Fall rührte ihr Auftritt bis vor den Fernseher. Man hätte die liebeskranke Lena gern getröstet.

Jennifer Braun: "Hurt" von Christina Aguilera im Viertelfinale. Jurymitglied Barbara Schöneberger brachte es auf den Punkt, als sie sagte: "Ich wusste gar nicht, dass der Song so schön ist, wenn man dazu nicht die Knödelstimme von Christina Aguilera ertragen muss". Besonders berührend war jedoch, dass die sonst so perfekte Jennifer anfangs nervöses Zittern in der Stimme hatte.

Warum stehen sie im Finale?

Lena Meyer-Landrut: Von der ersten Sendung an stand fest, dass Lena ins Finale kommt. Lena ist die kollektive Einigung darauf, dass der deutsche Beitrag doch nicht so behäbig wie erwartet sein muss. Lena ist der Restfunken Hoffnung in uns allen, dass in Deutschland doch irgendwo Originalität und Crazyness versteckt sind.

Jennifer Braun: Jennifer ist der perfektionierte Mainstream. Das klingt böser, als es gemeint ist. Bei ihr hat alles das richtige Maß für Beliebtheit: Sie hat Aggression in der Stimme, ist im Gespräch aber eher ruhig. Sie zieht sich modern an, aber nicht modisch. Sie singt Frauenpower, aber immer Charts. Kurz: Sie ist der größte gemeinsame Nenner deutschen Geschmacks.

Welche Chance hat sie auf den Sieg?

Lena Meyer-Landrut: Das deutsche Ausscheidungsverfahren spielt gegen sie. Nach so vielen Auftritten verliert sich der Überraschungseffekt. Möglicherweise geht ihre sonderbare Art manchen Zuschauern inzwischen ein wenig auf die Nerven. Sollte sie es dennoch nach Oslo schaffen, hat sie allerdings große Chancen auf eine gute Platzierung. Die Überraschung für Oslo.

Jennifer Braun: Für den deutschen Vorentscheid: große. Gegen Lenas originellen Irrsinn setzt sie solides Können und den Sympathiebonus. Und das ist den Deutschen stets näher. In Oslo wird sie aber wohl 'unter ferner liefen' bleiben. Deutscher Durchschnitt hat beim Eurovision Song Contest noch nie abgeräumt. Auch wenn die Jennifer wirklich nett ist.

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