Anthony Kiedis

Sex, Drugs und Rock 'n' Roll - seit seiner Jugend in Los Angeles ließ der 44-jährige Sohn eines Schauspielers nichts davon aus. 1983 gründete er mit Schulfreunden eine Band, die später unter dem Namen "Red Hot Chili Peppers" weltweit bisher über 60 Millionen Alben verkauft hat.

Anthony Kiedis, Musiker, fragt: Liebe Brigitte, kann man eigentlich das Gewicht eines einzelnen Songs ermitteln?

Lieber Anthony Kiedis, auch wenn Sie auf Ihrem letzten Doppel-Album "Stadium Arcadium" über schwerwiegende Beziehungsprobleme singen - besonders viel auf die Waage bringen die einzelnen Songs nicht. Ihr Gewicht lässt sich tatsächlich herausfinden. Die naheliegende Idee, eine CD vor und nach dem Bespielen von Daten zu wiegen, hilft allerdings nicht weiter: Sie wird sogar leichter, denn beim Brennvorgang gehen winzige Mengen an Material verloren. Theoretisch könnten wir einen Song aber auch wiegen, wenn er erklingt. Dann strahlt er nämlich Schallenergie ab, und die lässt sich berechnen. Dafür müssen Sie sich nur an eine Erkenntnis des Physikers Albert Einstein halten: Energie ist eine andere Daseinsform von Materie. Das Verhältnis der beiden zueinander lässt sich durch die berühmteste Formel der Welt angeben: E=mc2. Wie's geht? Sie ermitteln "E", die Schallenergie Ihres Songs (dafür brauchen Sie allerdings ein Messmikrofon und einen versierten Akustiker), und teilen diese durch das Quadrat von "c", der Lichtgeschwindigkeit (ca. 300 000 km pro Sekunde). Zur Sicherheit hier die umgestellte Formel: m=E/c2. Wundern Sie sich nicht, wenn das Ergebnis sehr, sehr klein ist und Nanogramm dabei rauskommen. Ganz schlecht werden Sie trotzdem nicht dastehen. Die Schallenergie hängt nämlich von der Lautstärke ab und auch von der Länge des Songs. Ein Death-Metal-Song oder ein Wagner-Tutti wiegen also mehr als eine Ballade von Tori Amos oder eine Mozart-Violinsonate. Sie selbst dürften sich da mit Ihren Red Hot Chili Peppers eher im oberen Bereich bewegen - schließlich lassen Sie es ja gern mal richtig krachen. Ihre BRIGITTE

Foto: Jean-Paul Aussenard/WireImage Text: Christiane Rebmann BRIGITTE Heft 10/2007
Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-Newsletter

Lieblingsartikel direkt in dein Postfach

Melde dich jetzt kostenlos an!