Die Serie "Marienhof" hört auf

Nach 19 Jahren läuft heute die letzte Folge "Marienhof". Die Serie "Verbotene Liebe" wird dafür ab jetzt in die Länge gezogen. Für BRIGITTE-Redakteurin Nikola Haaks ist das ein Skandal, beides.

Darsteller der Serie "Marienhof"

Jetzt ist es also vorbei. Nach 4053 Folgen und 19 Jahren endet die ARD-Serie „Marienhof“. Die Serie, deren Kulisse aus einem einzigen Straßenzug bestand: Ein italienisches Restaurant, Gemüsetürke, Imbiss, Einkaufspassage, Mietwohnungen. Alles im Studio nachgebaut, keine Außendrehs. Klingt nicht nach Kunst, ist auch keine. Alles war immer irgendwie ein bisschen zu schnöde, zu spießig und zu erwartbar.

Trotzdem wird der Marienhof mir fehlen. Denn er war ein entscheidender Gegenpart zu „Verbotene Liebe“; der Serie, die ich immer favorisiert habe. Beide haben mich während der Magisterarbeit infiziert – im Doppelpack. Hugenotten, das Prinzipat des Augustus, Lernpause um 18 Uhr, dann erstmal „Verbotene Liebe“, anschließend „Marienhof“. Erst die glamouröse High-Society auf Schloß Lahnstein, dann das grundsolide, kleinbürgerliche Leben im Kölner Viertel. Champagner versus kühles Blondes; Armani versus H&M. „No limits“ versus „Foxy“. Leichte Kost, um den Kopf freizupusten.

"Marienhof"-Fan der ersten Stunde: Nikola Haaks

Und jetzt? Ist die Einschaltquote von Marienhof ins Bodenlose gesunken und „Verbotene Liebe“ wird auf 45 Minuten aufgeblasen. Das könnte theoretisch gut klappen. Aber schon seit einiger Zeit beginnt die Serie mit sinnentleerten Einstiegs-Monologen im Telenovela-Stil um Sendezeit zu schinden: „Manchmal liegt das Glück ganz nah, und doch können wir es nicht greifen...“ höre ich da den Sprecher aus dem Off schwafeln. Sag mal, meint ihr das ernst? Szenen werden in die Länge gezogen, mit Musik unterlegte Flashbacks nehmen zu, Langeweile macht sich breit. Meine Prognose: Das Ende von „Marienhof“ wird der Todesstoß von „Verbotene Liebe“ sein. Und das ist das eigentliche Drama.

Text: Nikola Haaks Fotos: ARD
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