Computerspiele - eine Gefahr?

Warum Jungs süchtig nach Computerspielen werden. Und wie man erkennt, ob sie einfach nur Spaß haben - oder wirklich abhängig sind.

Sie sitzen stundenlang im abgedunkelten Kinderzimmer, auch wenn draußen die Sonne scheint. Ab und zu schlurfen sie in die Küche, um sich eine Cola zu holen und dann weiter am Computer zu daddeln. Und vor Mitternacht wird selten das Licht gelöscht. Immer häufiger machen Jungs im Alter zwischen zehn und 18 Jahren eine Phase durch, in der sie völlig in die virtuelle Welt moderner Computerspiele eintauchen und alles andere vernachlässigen - sogar Fernsehen scheint plötzlich nicht mehr attraktiv. Die meisten Eltern stehen dem Phänomen ratlos und vor allem besorgt gegenüber: "Sie können sich nicht vorstellen, was die Kinder so toll daran finden", sagt der Hannoveraner Kinderpsychotherapeut Wolfgang Bergmann, 58, der sich seit 15 Jahren mit Computerspielen beschäftigt. Er glaubt, dass diese Spiele "ein Ersatz für Abenteuer sind, die Kinder früher draußen, ohne ständige Aufsicht der Eltern, erlebt haben". Außerdem könnten sie sich "endlich einmal als strahlender Held fühlen". Dies sei vor allem für jene Jungs ein Motiv, "die depressiv veranlagt sind oder die eine überbehütende Mutter haben". Der Therapeut, selbst Vater von drei Kindern, hat bereits hunderte von Vorträgen vor Eltern, Lehrern und Ärzten gehalten. Er rät, zunächst gelassen abzuwarten: "Bei den meisten Jugendlichen dauert es etwa ein Jahr. Und plötzlich finden sie die Spiele von einem Tag auf den anderen langweilig." Die gute alte Zeit ohne Konflikte um PC, Fernsehen und Handy, das macht Bergmann seinen Zuhörern unmissverständlich klar, sie wird nie zurückkehren: "Also bleibt nur, den Umgang damit zu lernen."

Etwa zehn Prozent der Kids haben Schwierigkeiten, aus der virtuellen Fantasiewelt wieder auszusteigen. Dies schätzt Ralf Thalemann, 33, der am Berliner Universitätskrankenhaus Charité zum Suchtpotenzial von Computerspielen forscht. Er hat auch eine Telefon-Hotline eingerichtet, an die sich vorwiegend Mütter wenden: "Manche sind regelrecht in Panik, weil ihre Söhne mehrere Stunden am Tag spielen", sagt der Kinder- und Jugendpsychotherapeut. Er versucht dann "behutsam zu klären, ob wirklich eine Sucht vorliegt". Denn die Einschätzungen darüber gehen zwischen den Eltern und Experten "oft meilenweit auseinander". Dies zeigte auch eine Untersuchung der Charité-Mitarbeiter in einer Kurklinik. Sie befragten 50 Jugendliche, die auf Wunsch der Erziehungsberechtigten eine stationäre Computerspiel-Therapie machten. Thalemann: "Mehr als 70 Prozent waren gar nicht abhängig, sie hatten einfach Spaß am Spielen."

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Thalemann hat einen Katalog von Suchtkriterien erarbeitet, den er mit den Müttern am Telefon durchgeht. "Nicht die Zeit, die am Computer verbracht wird, ist entscheidend", so der Therapeut. Anlass zur Sorge besteht, wenn die Kinder beispielsweise sich von Freunden zurückziehen. Oder wenn sie im Vergleich zur Anfangszeit immer länger und häufiger spielen müssen, um zufrieden zu sein. Wenn sie in der Schule rapide schlechter werden und aggressiv reagieren, wenn man das Spielen verbietet.

Den Nachweis, dass Computerspielen nicht nur eine schlechte Angewohnheit, sondern eine echte, physiologisch messbare Sucht sein kann, haben die Charité-Mitarbeiter vor kurzem weltweit als Erste nachgewiesen: Sie zeigten 15 gelegentlichen und 15 exzessiven Computerspielern Fotos mit unterschiedlichsten Motiven und maßen dabei die Gehirnströme mit dem EEG. Es gab wenig Unterschiede zwischen den Teilnehmern - bis auf eine Ausnahme: Bei Bildern aus populären Computerspielen reagierten nur die süchtigen Spieler mit einer typischen Erregung. Auch die Art der Spiele spielt eine Rolle. Besonders fesselnd für pubertierende Jungs sind nicht Ballerspiele wie das berüchtigte "Counterstrike", sondern Online-Rollenspiele. Zum Beispiel "World of Warcraft": In einem fiktiven mittelalterlichen Krieg kämpfen Feen, Gnome und andere Fabelwesen gegeneinander. Es ist das erfolgreichste Online-Spiel aller Zeiten mit mehreren Millionen Teilnehmern weltweit. Thalemann: "Bei World of Warcraft entwickelt die Spielfigur immer neue magische Fähigkeiten, das Spiel ist nie zu Ende. Zusätzlich zur CD muss man einen monatlichen Abo-Beitrag bezahlen, das hält die Spieler bei der Stange." "Clever" findet Thalemann diese Strategie der Spiele-Industrie. Sowohl Thalemann als auch Bergmann haben soeben Ratgeber für Eltern verfasst, wie sie ihren Kindern helfen können, mit der "Droge Computer" umzugehen. Wenn alles nichts fruchtet, sollten Eltern allerdings professionelle Hilfe zu suchen, rät Bergmann: "Am besten einen männlichen Psychologen, den der Junge cool findet."

Beate Koma

Fragen und Antworten

Fernsehen, Computer, Handys bestimmen immer stärker den Alltag unserer Kinder. Wie wir am besten damit umgehen. Mein 14-jähriger Sohn ist ein Fan von brutalen Videos und Computerspielen. Macht ihn das aggressiv? Obwohl weltweit bereits mehr als 5000 Studien zur Wirkung medialer Gewalt existieren, gibt es darauf keine eindeutige Antwort. Klar ist: Wer Killerspiele wie Counterstrike mag, wird nicht automatisch zum Gewalttäter - wie das nach dem Amoklauf von Robert Steinhäuser in Erfurt häufig behauptet wurde. Es müssen viele Faktoren zusammenkommen. In einer neuen Studie "Medien und Gewalt" der Universität Mainz wurden zahlreiche Untersuchungen der letzten Jahre zusammengefasst. Das vorsichtige Fazit: Mediengewalt kann bei einer bestimmten Risikogruppe gewalttätiges Verhalten auslösen, "am ehesten bei jüngeren, männlichen Vielsehern, die in Familien mit hohem Fernseh(gewalt)konsum aufwachsen und in ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld viel Gewalt erleben." Unter ungünstigen Voraussetzungen kann offenbar eine sich verstärkende Wechselwirkung eintreten. Eine andere Folge tritt häufiger auf: Mediengewalt kann zur Abstumpfung führen und die Fähigkeit verringern, Mitgefühl zu empfinden. Das meint beispielsweise Jürgen Fritz, Professor für Spielpädagogik an der Fachhochschule Köln: "Empathie ist nur in der realen Welt des menschlichen Miteinanders erlernbar." Fehlen diese Erfahrungen, könnte das nicht nur individuelle, sondern auch gesellschaftliche Auswirkungen haben. So vermuten Forscher, dass die zunehmende Mediengewalt ein Grund dafür sein könnte, dass Jugendliche heute häufiger als noch vor einigen Jahren die Todesstrafe als legitim befürworten.

Mein Kind ist Einzelgänger. Sein einziges Hobby: Computerspiele. Kann daraus Sucht werden? Möglicherweise ja. Wissenschaftler haben Risikogruppen ausgemacht: Ängstliche Kinder, die sich bei Problemen zurückziehen, anstatt darüber zu sprechen oder mit Freunden zum Sport zu gehen. Depressiv veranlagte Kinder, "für die jede schlechte Schulnote eine Katastrophe ist", sagt Wolfgang Bergmann, Kinderpsychotherapeut, Und schließlich hyperaktive, zappelige Kinder. Am Computer können sie sich plötzlich konzentrieren. Das Erfolgserlebnis verführt zum Weiterspielen. Schicht- und kulturübergreifend gilt außerdem: Fast ausschließlich Jungs sind gefährdet. Was Eltern tun können: erst mal nachfragen, ohne die Spiele gleich als Teufelszeug zu verdammen. Was ist so faszinierend daran? Dann klar absprechen, wie viel pro Woche gespielt werden darf. Ziel ist nicht der völlige Verzicht, die Kinder sollen lernen, kontrolliert zu spielen. Die Regeln konsequent durchsetzen - notfalls den Computer wegschließen, wenn kein Erwachsener zu Hause ist. Alternativen anbieten, zum Beispiel einen gemeinsamen Ausflug. Oder Abenteuererlebnisse ermöglichen, etwa bei den Pfadfindern.

Gibt es auch positive Wirkungen durch Computerspiele? Ja, es gibt viele Spiele, die Kreativität und strategisches Denken fördern. Und es gibt gute Lernsoftware. Zum Beispiel ein Programm zur Sprachförderung, das in 1000 Kindergärten mit insgesamt 30000 Kindern erprobt wird. Erzieherinnen berichten, dass vor allem Kinder aus Migrantenfamilien davon profitieren. Empfehlenswerte Computerspiele unter "Bildungssoftware-Atlas" www.bs-atlas.de(TU Berlin) oder www.ifak-kindermedien.de (Hochschule der Medien Stuttgart).

Ich habe meinem Sohn Gewaltspiele verboten, nun spielt er sie beim Freund. Was soll ich tun? Weiter verbieten, notfalls jeden Besuch bei diesem Freund untersagen, rät Wolfgang Bergmann. Gerade schwierige Kinder würden darauf eher reagieren als auf "diese ewige Diskutiererei", die in manchen Familien üblich sei. Eltern sollten streng sein und dem Kind gleichzeitig eine starke, verlässliche Bindung vermitteln. Auch mal pathetisch werden: "Du bist unser Sohn, und wir dulden keine Gewalt!"

Ab welchem Alter darf ein Kind fernsehen? "Je später, desto besser", sagt die Münchener Medienwissenschaftlerin Maya Götz. Denn sobald das Kind Gefallen am Fernsehen finde, müsse auch die Medienerziehung beginnen, und die sei mit älteren Kindern deutlich einfacher. Zehn bis 15 Minuten Fernsehgucken am Tag auch für unter Dreijährige findet Maya Götz dennoch akzeptabel. Ganz anderer Ansicht ist der Hirnforscher Manfred Spitzer, Leiter der Psychiatrischen Uniklinik in Ulm, Er lehnt Fernsehkonsum für kleinere Kinder grundsätzlich ab. Das kindliche Gehirn, so Spitzer, entwickelt sich durch das Zusammenspiel von mehreren Sinneserfahrungen. Die Welt auf der Mattscheibe aber "ist flach, riecht nicht, schmeckt nicht und lässt sich nicht anfassen". Einig sind sich Wissenschafter in einem Punkt: Bis zum Alter von vier Jahren sollten Kinder nie allein vor der Flimmerkiste sitzen, bei äl-teren Kindern sollten die Eltern zumindest in Rufweite bleiben. Sinnvoll ist es, mit dem Kind anschließend über das Gesehene zu sprechen und Fragen zu stellen.

Meine Tochter schaut abends oft noch Krimis im Bett Warum nicht, wenn sie trotzdem gut schläft? Irrtum! Neurobiologen vermuten, dass Angst erregende Filme in der Schule erworbenes Wissen auf dem Weg ins Langzeitgedächtnis behindern. Wer sich abends kurz vor dem Schlafen noch aufregt, stört die für die Erinnerung wichtige Schlafarbeit. "Wir lernen tatsächlich im Schlaf, aber nur, wenn wir aufwühlende Bilder vor dem Einschlafen vermeiden", sagt der Kriminologe Christian Pfeiffer.

Meine fünfjährige Tochter guckt jeden Tag eine Stunde Fernsehen. Ist das zu viel? So pauschal lässt sich das nicht sagen, es hängt zum Beispiel davon ab, ob sie genügend Bewegung hat. Eine Faustregel: Eine halbe bis höchstens eine Stunde am Tag für Fünf- bis Sechsjährige ist genug. Wenn es ab und zu auch komplett fernsehfreie Tage gibt, kann an einem verregneten Wochenende oder bei Krankheit auch mal länger geschaut werden. Und wer ein Fußballspiel oder einen Märchenfilm sehen möchte, muss natürlich nicht mittendrin abschalten. Im Schnitt, so das Ergebnis der meisten Umfragen und Studien zum TV-Konsum, hängen Drei- bis 13-Jährige in Deutschland etwa 90 Minuten täglich vor der Glotze, etwas weniger als vor einigen Jahren. Eine Umfrage ergab: Als Lieblingsbeschäftigung nennen Kinder an erster Stelle "mit Freunden spielen" oder "Fahrrad fahren". Fernsehen und Computer landen weit abgeschlagen. Ihr Sinn bestehe darin, "Langeweile zu vertreiben", meinten die Befragten.

Wirkt sich Fernsehen auf die Schulleistungen aus? Mehrere Untersuchungen belegen einen Zusammenhang zwischen hohem Fernsehkonsum und mangelndem Schulerfolg. Eine Langzeitstudie mit 1000 Teilnehmern in Neuseeland ergab: Diejenigen, die zwischen fünf und 15 Jahren viel ferngesehen hatten, verließen später besonders häufig die Schule ohne einen Abschluss. Und umgekehrt: Die "Wenigseher" hatten 30 Jahre später am häufigsten einen Univer-sitätsabschluss vorzuweisen. Wissenschaftler der Universität Würzburg untersuchten 332 Kita- und Grundschulkinder vier Jahre lang und stellten fest: Ein langfristig hoher Fernsehkonsum (mehr als zwei Stunden täglich)hemmt die Sprachentwicklung und die Lesekompetenz deutlich. Die Kinder bleiben im Lauf der Zeit immer weiter hinter ihren Altersgenossen zurück. Interessant: Dies gilt für Kinder aus allen sozialen Schichten, auch für solche aus privilegierten Elternhäusern. Besonders stark ist der Effekt, wenn in erster Linie anspruchslose Sendungen geschaut werden.

Meine Tochter chattet stundenlang. Ich habe Angst, dass sie sexuell belästigt werden könnte. Am sichersten sind moderierte Chats, bei denen ein Erwachsener jeden Beitrag mitliest und notfalls rauswirft. Unter www.jugendschutz.net (eine Initiative der Bundesländer) findet sich eine Broschüre zum Bestellen oder Herunterladen ("Chatten ohne Risiko?") mit praktischen Tipps.

Wie setzt man dem Medienkonsum Grenzen? Am besten ein maximales Zeitkontingent pro Woche für Fernsehen, Computerspiele und Gameboy festlegen. Größere Kinder selbst entscheiden lassen, wie sie die Zeit einteilen. Wichtigste Empfehlung: kein Fernseher, kein Videogerät, kein PC und keine Playstation im Kinderzimmer! Eine Umfrage des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen unter mehr als 5500 Schülern ergab: Kinder, die ein eigenes Gerät besitzen, verbringen deutlich mehr Zeit vor dem Bildschirm als Kinder ohne eigene Geräte. Und sie konsumieren sehr viel häufiger Spiele oder Filme mit gewaltverherrlichenden oder pornografischen Inhalten. Besorgniserregend: 36 Prozent der Viertklässler im Westen und mehr als 50 Prozent im Osten besitzen einen eigenen Fernseher.

Macht es einen Unterschied, ob mein Kind Gewaltszenen in den Nachrichten sieht oder in einem Spielfilm? Ja. Internationale Studien zeigen, dass Kinder auf die Berichte über den Kosovo-Krieg und den Irak-Krieg mit großer Angst und Betroffenheit reagierten. "Ungefähr im Grundschulalter beginnen Kinder klar zwischen Realität und Fiktion im Film zu unterscheiden", sagt der Medienpädagoge Stefan Aufenanger. Die Folge: Bilder realer Gewalt ängstigen sie längerfristig, da sie diese mit ihrem Alltag in Verbindung bringen. Der Berliner Medienwissenschaftler Thomas Feibel kritisiert, dass Kinder ständig mit realen, schockierenden Bildern konfrontiert werden, wenn beispielsweise die "Hannelore-Kohl-Stiftung" - um Spendengelder für Hirnverletzte einzuwerben -auf Plakatwänden ein verunglücktes Mädchen zeige, das in einer Blutlache liege. Hier müssten Eltern helfen, das Gesehene einzuordnen. Hoch problematisch finden Jugendschützer, dass nach neuesten Erhebungen 170000 Kinder pro Tag Justiz- und Gerichtsshows im Fernsehen verfolgen. Oft werden reißerische - täuschend echte - Spielszenen über Morde, Kindesmissbrauch und Vergewaltigungen eingeblendet. Ein Horror für Kinder!

Wie kann ich mein Kind vor gewalthaltigen und pornografischen Seiten im Internet schützen? Kommt auf das Alter an. "Kinder unter sechs Jahren sollte man grundsätzlich nicht allein ins Internet lassen", sagt der Medienpädagoge Stefan Aufenanger. Wenn sie älter sind, empfiehlt es sich, bestimmte Portale einzurichten, von denen aus sie surfen können, etwa die Kindersuchmaschine "Blinde Kuh". Auf www.klicksafe.de und www.internet-abc.de finden Eltern, Kinder und Pädagogen zahlreiche Tipps zu Internet und Computerspielen. Technisch nicht ausgereift und daher nicht empfehlenswert sind Filtersysteme, die automatisch unerwünschte Seiten aussortieren sollen. Wer trotz aller Vorkehrungen ein flaues Gefühl hat: häufig mit den Kindern über ihre Internet-Ausflüge reden, immer mal wieder mit draufschauen und kontrollieren.

Mein Sohn hat Videofilme auf dem Handy, in denen jemand geschlagen wird. Wie soll ich reagieren? Happy slapping (übersetzt: fröhliches Ohrfeigen) tauchte vor vier Jahren das erste Mal in Großbritannien auf. Jugendliche überfielen Passanten, verprügelten sie, andere filmten mit ihren Videohandys die Szene und stellten sie ins Internet. Mittlerweile werden auch brutale Filmausschnitte (z.B. aus dem Tschetschenienkrieg) aus dem Internet heruntergeladen und dann von Handy zu Handy geschickt. Beste und einfachste Methode, das zu verhindern: Kaufen Sie ein Handy ohne Videofunktion, auch wenn dieses weniger "cool" aussieht. Wer klären möchte, was auf dem (Video-) Handy des Sprösslings gespeichert ist, findet auf der Website www.schau-hin.info des Bundesfamilienminsteriums eine sehr gute Anleitung, wie man in Dateien und Ordnern fahnden kann. Wenn Sie Gewaltszenen finden: Verbieten! Im Notfall das Handy eine Zeit lang konfiszieren. Wie kann ich verhindern, dass mein Kind Sachen im Netz kauft oder ersteigert? Tatsächlich ist das schon passiert - weil ein Erwachsener sein Passwort und seinen Mitgliedskontonamen auf einem Zettel herumliegen ließ oder vergessen hatte, sich auszuloggen. Aber wenn es mal schief geht, muss das keine Katastrophe sein: Im Falle eines Elfjährigen, der bei eBay ein Auto ersteigerte, lehnte das Landgericht Bonn eine Haftung der Eltern ab. Die Verbraucherzentralen warnen vor Anbietern, die Jugendliche mit angeblichen Gratis-Angeboten locken (z. B. mit Infos zu Lehrstellen oder Hausaufgaben): Um an einem Gewinnspiel teilnehmen zu können, müssen Adresse und Name angegeben werden, wenig später flattert dann ein Abo-Vertrag ins Haus, der angeblich abgeschlossen wurde. Die Verbraucherzentralen raten: Rechnungen und Mahnungen ignorieren, sich informieren unter www.vzbv.de.

Infos

Computerspiel-Hotline der Charité: 030/450 52 95 25, www.isfb.orgSabine Grüsser/Ralf Thalemann: "Computerspielsüchtig?" Verlag Hans Huber Hogrefe, Bern, September 2006,19,95 Euro Wolfgang Bergmann/Gerald Hüther: "Computersüchtig", Patmos-Verlag Düsseldorf, Ende September 2006,18 Euro

Buchtipp: Manfred Spitzer: "Vorsicht Bildschirm", 9,50 Euro, dtv 2006 Stefan Gesmann: "Friendly Fire im Kinderzimmer", 49 Euro, VDM Verlag 2006

BRIGITTE Heft 20/2006
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