Jennifer Aniston braucht keine Kinder, um sich als Frau zu fühlen

Ob eine Frau Kinder kriegt oder nicht, wertet sie weder auf noch ab: Jennifer Aniston sagte in einem Interview, dass eine Frau keine Kinder für ein erfülltes Leben braucht. Recht hat sie.

Jennifer Aniston braucht keine Kinder zum Glücklichsein - gut so!

Liebe Jennifer Aniston,

ja, für dich ist das Business-as-usual: Ein neuer Film mit dir läuft demnächst an, und da passt es gut, der Presse eine gute Schlagzeile zu liefern. Möglichst was aus deinem Privatleben, das fasziniert die Welt ja maßlos seit deiner spektakulären Trennung von Brad Pitt vor mittlerweile fast zehn Jahren.

Aber wir wollen gar nicht zynisch sein: Als du in der amerikanischen "The Today Show" betont hast, dass du nicht verstehst, was dein "Mangel" an Kindern mit deinem Wert als Frau oder Feministin zu tun haben soll - da hast du uns aus der Seele gesprochen.

Das soll jetzt nicht falsch rüberkommen: Wir lieben Kinder, natürlich tun wir das. Viele hier in der BRIGITTE-Redaktion haben selbst welche und schrecken nicht davor zurück, ihren Facebook-Kontakten regelmäßig niedliche Schnappschüsse aufzuzwingen. Aber "wertvoller" oder gar "weiblicher" fühlt sich niemand hier, nur weil er zu Hause mit "Mama!" begrüßt wird.

Warum auch? Frauen sind keine Baby-Produktionsfabriken (auch, wenn das vereinzelt noch angenommen wird), und was sie leisten oder "wert sind" (was auch immer das heißen mag) hängt davon ab, was sie tun und wie sie mit anderen Menschen umgehen. Eigentlich ganz einfach.

Oder, wie du es im Interview sagst: "Ich habe da jetzt keine Checkliste von Dingen, die ich noch machen muss, und wenn ich die nicht schaffe, habe ich irgendwie als Feministin oder als Frau versagt, oder bin als Frau nichts wert, weil ich kein Kind zur Welt gebracht habe." In Bezug auf die vielen Dinge, die du mittlerweile erreicht hast, hast du dann noch ergänzend den schönen Satz "I gave birth to many things" hinzugefügt.

Video: Das "Today-Show"-Interview (ungeduldig? Thema startet in Minute 2:10)

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Ähnlich hast du das bereits im Februar in deinem Interview mit Feministin Gloria Steinem ausgedrückt - und wirst vermutlich wieder viel Gegenwind von empörten Anti-Feministen/innen ernten, die ja immer gern erklären möchten, wie eine richtige Frau zu sein hat.

Aber - pfff - Gegenwind? Gegenwind kriegst du seit Jahrzehnten für jeden neuen Partner, Haarschnitt oder schlechten Filmstart. Kritik an deiner Kinderlosigkeit kann dich da wohl nicht mehr aus der Ruhe bringen. Und vermutlich sind ein paar Nörgler auf konservativen US-Sendern wie "Fox News" das kleinere Übel im Vergleich dazu, den Rest deines Lebens am roten Teppich gefragt zu werden, wann denn endlich ein Baby unterwegs ist.

Genau das ist das Nervige an dem ganzen "Richtige Frauen haben Kinder"-Quatsch: dass so viele Menschen völlig selbstverständlich annehmen, du (und alle anderen kinderlosen Frauen) wärst "unvollständig", und der abwesende Nachwuchs eher eine Terminfrage als eine bewusste Entscheidung.

Daher, im Namen aller Frauen, die es satt haben, mitleidige Blicke zu ernten, von den Eltern jede Weihnachten bedrängt zu werden, die "Bald ist es zu spät!"-Kommentare der Oma zu hören oder die albernen "Frau muss Mutter sein"-Forderungen konservativer Politiker: Vielen Dank, Jennifer Aniston! Es musste mal wieder gesagt werden!

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