Susan Williams: "Niemand hätte noch etwas für Robin tun können!"

Im August 2014 nahm sich Robin Williams das Leben. In einem emotionalen Fernsehinterview sprach seine Frau Susan erstmals über die Krankheit ihres Mannes.

Was ist passiert?

Mehr als ein Jahr nach dem Tod von Robin Williams hat seine Witwe, Susan Williams, in einem emotionalen Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender abc news erstmals über die letzten Wochen seines Lebens gesprochen. Der Oscar-prämierte Schauspieler ("Good Morning, Vietnam", "Der Club der toten Dichter", "Good Will Hunting") nahm sich am 11. August 2014 in seinem Haus im kalifornischen Tiburon das Leben.

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Hat er sich nicht wegen seiner Depressionen das Leben genommen?

Davon ging man damals aus, ja. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Neben Parkinson habe Robin Williams auch an der sogenannten Lewy-Körper-Demenz gelitten - eine Form von Demenz, die der Alzheimer-Krankheit ähnelt. Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zeigen Patienten neben einer fortschreitenden Gedächtnisstörung psychotische Symptome oder Bewegungsstörungen. Die Demenz könnte zu der Angst und den Depressionen beigetragen haben. In den letzten Monaten seines Lebens war Williams dagegen behandelt worden.

Wann hat seine Frau mitbekommen, dass etwas nicht stimmt?

Im November 2013 habe Robin Williams über Bauchschmerzen geklagt, erzählt seine Frau Susan. Ab diesem Zeitpunkt sei ständig etwas Neues dazu gekommen. "Es war eine endlose Parade an Symptomen - ich fragte mich zwischenzeitlich sogar, ob er ein Hypochonder ist." Ein halbes Jahr später seien die Anfänge von Parkinson diagnostiziert worden. Erst nach Robin Williams' Tod habe die Autopsie die Demenz-Erkrankung zum Vorschein gebracht. "Die Lewy-Körper-Demenz hat Robin getötet", sagt Susan.

Wie hat sich die Krankheit bei ihm geäußert?

Seine letzten Worte? "Good night, my love!"

Susan Williams beschrieb die Demenz mit einem eindrücklichen Bild: "Diese Krankheit ist wie ein Seeungeheuer mit 50 Tentakeln voller Symptome, die sich zeigen, wann immer sie wollen. Es ist chemische Kriegsführung im Gehirn. Und wir können das Monster nicht finden, bevor jemand daran stirbt. Es gibt keine Heilung dafür." Sie hätten alles versucht, doch Robin, mit dem sie sieben Jahre ein Paar und seit 2011 verheiratet war, sei vor ihren Augen zerfallen. Mit Glück hätte er noch drei Jahre gelebt, erzählt Susan. Drei harte Jahre, die er vermutlich in einer geschlossenen Anstalt hätte verbringen müssen. "Niemand hätte noch etwas für Robin tun können!"

Hat sie geahnt, dass er Selbstmord begehen würde?

Nein. Trotz allem habe sie niemals mit seinem Selbstmord gerechnet, sagt Susan. Er habe versucht, so gut es eben geht, weiterzumachen. Doch es sei für ihn frustrierend gewesen, zu merken, wie sich seine Gedanken, seine Gefühle und sein Verhalten veränderten. "Er hat seinen Verstand verloren - und es war ihm bewusst." Seinen Selbstmord sieht Susan als einen Versuch, die Kontrolle über sein Leben zurückzugewinnen. "Ich denke, er hat einfach nein gesagt - und ich kann es ihm nicht vorwerfen. Wir haben einen Alptraum gelebt." Sie habe ihm längst vergeben. Doch der Schmerz werde bleiben. "Er war die Liebe meines Lebens."

Hier könnt ihr einen Zusammenschnitt des Interviews sehen:

Wenn eure Gedanken auch um Selbstmord kreisen, kontaktiert bitte sofort die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenfreien Rufnummern 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhaltet ihr Hilfe von Beratern, die euch in schwierigen Situationen helfen und euch Lösungen aufzeigen können.

nw
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