Fitness-Trend: Latin Dance

Keine Lust mehr auf aerobes Rumgehüpfe? Oder auf meditative Yoga-Kurse? Dann schwingt zusammen mit BYM- Autorin Monique die Hüften. Sie hat den neuesten Fitness-Trend aussprobiert – und der heißt Latinissimo!

Ich habe genug vom aeroben Rumgehüpfe in Stretchpants. Ich will mich bewegen. Tanzen. Hüften kreisen, shaken - was auch immer. Was man eben mit Hüften und dem Rest machen kann.Und was schmeichelt der weichen Hüfte besser als Latin Dance? Eben! Das Ding ist nur: Nicht jede weibliche Hüfte schmeichelt dem Tanz. Ich brauche also Übung.

Fitness-Trend: Latin Dance

Heiße Latino-Rythmen und fetzige HipHop-Beats

Auf einem Flyer eines Fitnessstudios finde ich die Beschreibung zu "Latinissimo": "die Verbindung von heißen Latino-Rythmen, fetzigen HipHop-Beats und House Grooves", heißt es da. Das kommt meinen Vorstellung doch schon sehr nah. Also los, dann wollen wir mal fetzen.

Der Lehrer kommt. Jamél heißt er. Ein echter Checker-Typ. Der hat es bestimmt drauf. Seine 35 Jahre sieht man ihm nicht an. Dass er diese Zeit für das Erlernen von Moves und Grooves aufgewendet hat, schon. Allein sein Ami-Akzent kommt so "Step up to the Streets"-mässig daher, dass man gleich die Pobacken zusammenkneift.

Die Stunde beginnen wir ohne Musik, dafür aber mit Trockenübungen. Schritt für Schritt geht Jamél den Frauen- und Männerpart durch. Zwei Parts? Bin ich hier etwa in einem Kurs für Standard und Latein gelandet? Nein, aber beim Latin Dance geht es vor allem um das Spiel zwischen Mann und Frau, sagt Jamél. Manche Parts tanzen die Teilnehmer daher allein, andere mit Partner. Da nur vier Männer mitmachen, haben die meisten Frauen eine Dame an der Hand. Tut dem Hüftschwung aber keinen Abbruch.

One, two, three, four, five, six, seven, PAM!

Auch ohne Musik scheinen die meisten zu wissen, dass es bei Latinissimo vor allem Attitude braucht. Nicht zuletzt der riesige Spiegel an der langen Wand sorgt dafür: Automatisch wird das Kinn arrogant in die Höhe gestreckt und Busen und Po in Szene gesetzt.

Jamél hat einiges im Repertoire: Tango, Cha Cha, Salsa. Heute ist der Mambo dran - der Tanz, den Patrick Swayze und Jennifer Grey in "Dirty Dancing" so schwungvoll aufs Parkett gelegt haben. Ganz so heiß kommen die Tänzer hier heute nicht rüber, aber sie kämpfen ja auch nicht um ein Engagements oder den berüchtigten "Sommerbonus".

Nachdem einige Unsicherheiten á la Baby Houseman durch die Trockenübung vor dem Spiegel ausgebügelt wurden, ist Musik angesagt. Jamél schraubt die Lautstärke hoch und automatisch fangen alle an zu wippen, zu zucken, zu tänzeln. Und dann kommt auf "One, two, three, four, five, six, seven, PAM" unser Einsatz.

Ich strahle Latinissimo aus

Die Tänzer gehorchen dem Takt, versuchen die Choreo routiniert abzuwickeln. Bei denjenigen, die entweder mehr geübt oder mehr Latin im Blut haben, kommt das sexy Spiel auch schon ganz gut rüber. Bei den anderen? Naja. Es ist hölleschwer, bei dem Tempo heiß auszusehen. So schnell wie ich meine Füße bewegen soll, kommt mein Gehirn gar nicht hinterher. Was kam jetzt noch mal? Hä, wie jetzt drehen? Ich bin voll raus, muss die nächsten Takte zusehen und kann nur noch die Endpose mitmachen. "Tadadadada, jetzt den Kopf werfen. Bam."

Bam, allerdings. Die Musik haut voll rein, und Jamél hat sich was Feines ausgedacht. Auch wenn ich kaum mitkomme, spüre ich meinen Körper bis in die Fußspitzen - und das fühlt sich gut an. Ich bin zwar keine Latina, tu aber trotzdem so. Es mag vielleicht nicht für alle sichtbar sein, aber ich habe das Gefühl ich strahle Latinissimo aus. Okay, das geht bestimmt noch besser - aber darauf kommt es ja gar nicht an. Ich bin schließlich hier, um einfach nur zu tanzen. Und das soll vor allem Spaß machen.

Nach 60 Minuten ist Schluss. Zumindest für mich. Noch ist mir die Attitude nicht in Fleisch und Blut übergegangen, aber hey, das war meine erste Stunde. Das kann man ja üben. Ich komme wieder. Ich weiß ja jetzt, wo es den Hüftschwung zu lernen gibt. Im Tanzstudio - und vielleicht auch noch ein bisschen zuhause vor dem Spiegel.

Auf der nächsten Seite: Was ist Latinissimo und wo gibt es Kurse?

Latin Dance: Wo, wie, was

Latinissimo, Latin Dance, Latin Fitness oder Latin Fever - Fitnesskurse mit Latinorhythmen werden inzwischen in fast jedem größeren Studio angeboten. Dabei finden nicht immer Paar-Elemente statt: Oft ist der Kurs als Cardio-Stunde aufgebaut und vermischt Salsa-, Mambo- und Tscha Tscha-Musik mit Hip Hop- oder House-Beats.

In Hamburg bieten On Stage (>> www.on-stage.de; info@on-stage.de) und die Kaifu Lodge (>> www.kaifu-lodge.de; info@kaifu-lodge.de;.040-401 281) ) Latin Dance an. Zudem kann man dort auch Kurse in Latin Aerobic, Salsa Dance und Salsa Dance-L.A. Style besuchen. Ein weiterer Hamburger Club mit Latin Dance in verschiedenen Variationen ist Sport Spaß (>> www.sportspass.de; info@sportspass.de). Hier kann man zwischen Salsa Aerobic, Salsa Dance, Salsa-Merengue-Bachata, Samba/Samba-Reggae, Latin-Oriental Dance und Latin-Oriental Fever wählen. Wie der Name schon sagt, haben jedoch all diese Kurse einen anderen Schwerpunkt. So kann sich jeder Tanzbegeisterte seinen Lieblingstrend aussuchen.

Ein weiteres großes Studio, das Meridian Spa (>> www.meridianspa.de; info@meridianspa.de), das in Hamburg und Berlin ansässig ist, bietet neben Latino Aerobic auch Salsa und Salsa Aerobic an.

In Berlin, Hamburg, Bielefeld, Braunschweig und München kann man als Kunde der Elixia-Studios (>> www.elixia.de; Hotline:.01805-354942) ebenfalls Sport zu lateinamerikanischer Musik treiben. Der Kurs "Latin" im Dance-Angebot des Studios trifft diesen neuen Trend im Fitness-Bereich auf den Punkt.

Text und Fotos Monique Berends
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