"Ich lebe mittendrin"

Ein Esel war ihr erstes Motiv, später kamen fremde Länder und Menschen hinzu: Unsere BYM.de-Künstlerin Anna hat schon immer gerne fotografiert. Uns hat die 29-Jährige mehr über sich erzählt

Interview

BYM.de: Was bedeuteten deine Arbeiten für dich? Sind Sie ein Weg, dich auszudrücken?

Anna: Die Bilder, die ich ins Netz gestellt habe, sind in einem Fotoworkshop entstanden, in dem es darum ging, einzelne Artikel der internationalen Menschenrechte fotografisch wiederzugeben. Ich habe mir dazu das "Recht zur Freiheit" ausgesucht, wozu für mich auch zählt, das Recht seine Zukunft zu erträumen, und das Recht ohne Angst zu leben. Das sind leider Dinge, die in meiner Wahlheimat Israel nicht immer selbstverständlich sind.

Die BYM.de-Künstlerin Anna

BYM.de: Wie bist du zur Kunst gekommen?

Anna: Ich habe noch in der Schulzeit angefangen zu fotografieren - dann aber in erster Linie den Esel des Nachbarn, wenn ich mich recht entsinne. Später, auf meinen Reisen (ähnlich denen meiner kleinen Schwester, die den Weltenbymler Blog über Argentinien geschrieben hat), habe ich angefangen mehr zu fotografieren, und durch die Erfahrung dazuzulernen. Für ein paar Monate habe ich dann auch als Fotografin für eine kleine Zeitung in Ecuador gearbeitet. Mittlerweile muss ich sagen, habe ich die Fotografie leider ein wenig vernachlässigt, aber vielleicht gibt mir ja gerade dieser kleine Erfolg wieder einen Anstoß.

BYM.de: Wie unterscheidet sich dein Stil von anderen Künstlern?

Anna: Ich arbeite gerne mit Spiegelbildern und Reflektionen (Schaufenster, Glasscheiben), oder fotografiere eigene Abzüge noch einmal ab, was mir die Chance gibt, den gleichen fotografischen Moment ein bisschen anders zu nutzen. Aber da bin ich sicherlich nicht die Einzige.

BYM.de: Hast du einen Traum? Einmal eine eigene Ausstellung in einer berühmten Galerie zu bekommen zum Beispiel?

Anna: Meine Träume bewegen sich mittlerweile eher in Richtung eigener Familie und Umzug auf Land. Aber bevor ich so schrecklich erwachsen geworden bin, hatte ich den Traum Fotoreportagen zu machen, und mit meinen Bildern auf das Schicksal anderer Menschen aufmerksam zu machen. Davon habe ich nicht genug verwirklicht. Aber wer weiß, vielleicht ist es ja noch nicht zu spät. Schließlich lebe ich ja eigentlich mittendrin im Geschehen.

"Ich lebe mittendrin"

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