Internet: Knigge für Facebook, Twitter und Co.

Sollte man im Internet mit dem Chef befreundet sein? Oder Freundschaftsanfragen von Kunden ablehnen? Ein kleiner Knigge für soziale Netzwerke. Unser Experte: Jochen Mai, Autor der "Karrierebibel".Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Einstellungen bei Facebook richtig setzen.

Freundschaftsanfragen

Machen!

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Soll die Partybekanntschaft tatsächlich Ihr Freund werden? Oder der Pressesprecher eines Unternehmens, mit dem Sie mal wegen einer Frage telefoniert haben? "Es hilft, sich feste Kriterien zu überlegen, welches Netzwerk Sie wie nutzen möchten", sagt Networking-Experte Jochen Mai. Sie könnten zum Beispiel enge private Freunde, die Sie jederzeit anrufen würden, bei Facebook versammeln und lose Geschäftskontakte bei Xing.

Lassen!

Wenn Sie solche Kriterien einmal für sich festgelegt haben, sollten Sie sich daran halten - und Kontaktanfragen einfach nicht annehmen, wenn Sie diese Kontakte nicht in Ihrem Netzwerk haben möchten. Denn Sie würden ja auch nicht wollen, dass sich jemand, den Sie gar nicht richtig kennen, auf Ihre Geburtstagsparty einlädt. Ob Sie die Anfrage ignorieren oder explizit ablehnen, bleibt Ihnen überlassen. Wenn sich jemand die Mühe gemacht hat, Ihnen eine längere Nachricht zu schicken, warum er Ihr Kontakt sein möchte, wäre es allerdings höflich, ihm auch zurückzuschreiben und die Ablehnung zu begründen (zum Beispiel "Ich nutze dieses Netzwerk nur privat").

Mit dem Chef befreundet sein?

Machen!

Wenn sowieso schon die ganze Abteilung in Ihrer Kontaktliste steht, sollten Sie auch die Anfrage Ihres Chefs annehmen. Denn dann zieht die Ausrede nicht mehr, dass Sie über das Social Network nur Ihre privaten Freunde treffen - eine Ablehnung wäre ein Affront. Aber überprüfen Sie sicherheitshalber Ihre Freigabeeinstellungen. Den Ordner mit den Partyfotos möchten Sie vielleicht lieber nicht Ihrem Vorgesetzten zeigen. Hier lesen Sie, wie Sie bei Facebook die Einstellungen richtig setzen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.

Lassen!

Wenn Sie den Chef partout nicht in Ihrem Netzwerk wollen, sollten Sie seine Anfrage nicht einfach wegklicken und zum Tagesgeschäft übergehen. "Sprechen Sie ihn im Büro darauf an und erklären Sie, dass Sie das Netzwerk nicht für rein berufliche Kontakte nutzen wollen", rät Jochen Mai.

Fotos hochladen

Machen!

Laut Gesetz müssen Sie fragen, wenn Sie die Fotos Ihrer Bekannten hochladen wollen. Denn sonst verstoßen Sie gegen das Recht der anderen am eigenen Bild. Sicher, die Leute, mit denen Sie gut befreundet sind, werden Ihnen dafür nicht gleich mit Klage drohen. "Aber für alle Beteiligten ist es am fairsten, wenn Sie beim Knipsen ansagen, dass Sie die Bilder gern in Ihr Online-Fotoalbum laden möchten", rät Jochen Mai. Wer sich dann trotzdem fotografieren lässt, gibt dadurch automatisch seine Einwilligung.

Lassen!

Ihre beste Freundin hat am Wochenende im BH auf dem Tisch getanzt? Tun Sie ihr den Gefallen und verzichten Sie darauf, die Beweisfotos dieses Abends auf Ihr Profil bei Facebook oder einem anderen Netzwerk zu laden und womöglich noch mit ihrem Namen zu verlinken. Denken Sie daran, dass auch künftige Arbeitgeber, Ex-Freunde oder die Mutter ihrer Freundin die Fotos finden könnten.

Im echten Leben auf Statusmeldungen reagieren

Machen!

Soziale Netzwerke sind wie geschaffen dafür, der ganzen Welt mitzuteilen, wie man sich gerade fühlt. Wenn sich jemand dort in seinem Profil öffentlich über etwas freut - sprechen Sie ihn ruhig darauf an, wenn Sie ihn kurz danach auf der Straße treffen! Denn die Online- und die Offline-Welt sind ja nicht getrennt voneinander. Und den Schreiber freut es bestimmt, dass sich tatsächlich jemand für seine Gefühlslage interessiert.

Lassen!

Ein flüchtiger Facebook-Bekannter braucht offenbar Trost? "Vorsicht - wenn Sie sich nicht gut kennen, ist es oft schwierig, den richtigen Ton zu treffen", sagt Jochen Mai. Floskeln wie "Das wird schon wieder" bringen niemanden weiter. Entweder Sie können konkret Hilfe anbieten - oder Sie lassen das Kommentieren.

Streiten

Machen!

Wenn Sie einem jemandem mal richtig die Meinung sagen wollen - tun Sie es über eine direkte Nachricht und am allerbesten sowieso direkt ins Gesicht. An dieser Regel des guten Benehmens ändern auch soziale Netzwerke nichts. Persönliche Auseinandersetzungen gehören auf keinen Fall an die Pinnwand oder auf andere öffentlich einsehbare Seiten.

Lassen!

Zwei Freunde streiten sich öffentlich auf ihren Pinnwänden? "Ihnen jetzt mit einem öffentlichen Kommentar vorzuwerfen, dass sie ihren Streit doch lieber untereinander austragen sollten, ist inkonsequent", sagt Jochen Mai. Besser: Beiden eine Privatnachricht oder E-Mail schreiben.

Text: Swantje Wallbraun

Wer hier schreibt:

Swantje Wallbraun
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