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"Beim Hip Hop Du kannst deiner Fantasie freien Lauf lassen"


Jamel El Shemi ist nicht nur unser BYM.de-Tanzdozent, sondern auch einer der besten Tänzer der Republik. Uns hat er erzählt, was man braucht, um so gut zu werden wie er

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BYM.de: Wie hast du deine Liebe zum Tanzen entdeckt?

Jamel El Shemi: Ich hab Michael Jacksons Video "Thriller" gesehen und wollte unbedingt auch zum Tanz.

BYM.de: Wie bist du zur Stage School gekommen?

Jamel El Shemi: Nach meiner langjährigen Tanzkarriere bot mir Oscar, einer der damaligen Dozenten, an, ihn in seinen Stunden zu vertreten. Dann entschied er sich, nach Barcelona zu ziehen. Weil ich seine Stunden gut vertreten hatte, bot mir die Stage School an, seine Stunden ganz zu übernehmen - danach kamen immer mehr Kurse hinzu.

BYM.de: Warum hast du dich auf Hip-Hop spezialisiert?

Jamel El Shemi: Viele Leute wissen nicht, was man sich unter "Hip-Hop" vorstellen kann. Jeder Dozent hat seine eigene Art, Hip-Hop zu verkörpern. Es gibt Old-School, New-School, Pop & Lock, Waves, Krump, Lyrical... und viele andere Stilvarianten. Ich kombiniere das sehr gern mit Contemporary oder Modern, Jazz oder Latin-Elementen, so wird mein Unterricht nie langweilig.

BYM.de: Was macht Hip Hop als Tanzstil aus?

Jamel El Shemi: Hip-Hop ist ein Stil, mit dem man viele andere Stile verbinden kann. Wer versteht, diese Stile so zu mischen, dass sie im Gleichgewicht sind, der kann viel mehr daraus machen. Bei anderen Stilen wie Ballroom werden dir spezifische Fuß- oder Körperhaltungen vorgegeben, an die du dich halten musst. Beim Hip-Hop ist das anders: Je nach Laune, Stil der Musik oder deiner eigenen Vielseitigkeit kannst du deiner Fantasie freien Lauf lassen.

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BYM.de: Welche Fähigkeiten muss man mitbringen, um Hip Hop zu lernen?

Jamel El Shemi: Man muss Taktgefühl haben, ein gutes Gehör, um alle Impulse hören und Bewegungen angleichen zu können. Gute Körperflexibilität ist von Vorteil - oder auch Ansätze, die später erweiterbar sind. Und natürlich viel Spaß und Freude an dieser Tanzrichtung.

BYM.de: Wo findet man die besten Hip Hop-Tänzer? In den USA? In Europa?

Jamel El Shemi: Darauf eine gute Antwort zu finden, ist schwierig. Asien wird hier noch nicht mal genannt, dabei haben sich die Japaner drastisch gesteigert. Im Grunde liegt es an der Einstellung eines Volkes. Die Franzosen zum Beispiel sind vielfältige Tänzer. Sie gehen auch zum Jazz oder Contemporary, und das macht sie aus! Sie sind grandios in ihrer Vielseitigkeit.

Die Amerikaner, Engländer und Asiaten sind disziplinierte Tänzer. Die sind hart zu sich selbst im Training, sehr penibel und genau und wollen nie zweite Wahl sein. Deswegen sind bei Castings in Amerika, zum Beispiel in Los Angeles, von 1000 etwa 750 Tänzer gut. Das bedeutet nicht, dass die deutschen Tänzer nicht gut sind. Auch hierzulande hab ich grandiose Tänzer erlebt, als ich bei "You can dance" mit Julie Pecquet zusammen gearbeitet habe. Die Einstellung und der Fleiß machen alles aus.


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