Joaquin Phoenix

Liebe Brigitte, was macht eigentlich der Produzent beim Film?

Lieber Joaquin Phoenix, natürlich ist uns der ironische Unterton in Ihrer Frage nicht entgangen. Tatsächlich würden viele Menschen, die mit der Filmindustrie nicht mehr verbindet als ein gelegentlicher Kinobesuch, antworten: Produzenten sind Typen mit dicken Zigarren, die nichts weiter tun, als ihren Geldhahn zu- und nur ganz selten aufzudrehen. Und die dabei kalt lächelnd jeder künstlerischen Ambition den Garaus machen. Das ist natürlich eine Vorstellung wie aus einem schlechten Hollywood-Streifen. Allerdings muss ein guter Produzent die Zügel - nicht nur beim Western - durchaus mal anziehen, denn ließe man Schauspielern alle Zeit der Welt, um ihr Spiel zu entwickeln, blieben die meisten Kinoleinwände dunkel. "Der Produzent ist eben der Anfang und das Ende", sagt Manuela Stehr, die für die Firma "X-Filme" unter anderem "Alles auf Zucker" produziert hat. Er muss gleich drei elementare Aufgaben erfüllen: Zunächst Geldgeber für das Projekt begeistern, schließlich liegt ein Millionenbudget nicht auf dem eigenen Konto herum. Während der Dreharbeiten beruhigend auf alle Beteiligten einwirken. Und, ganz wichtig: Den fertigen Film unters Volk bringen, damit möglichst viele Menschen ihn sehen können. Als Schauspieler führen Sie ein vergleichsweise angenehmes Leben: Sie müssen nur pünktlich auf Filmsets erscheinen, die von der Produktion mit gemütlichen Wohnwagen und leckerem Catering ausstaffiert werden. Und im Idealfall findet der Produzent den schmalen Grat zwischen Kunst und Kommerz und rollt auf ihm den roten Teppich aus, über den Sie bei der Filmpremiere laufen dürfen. Es applaudiert schon mal

Ihre BRIGITTE

Text: Andrea Benda BRIGITTE HEft 07/2007
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