Jörg Thadeusz

Der 38-jährige Dortmunder ist Deutschlands lustigstes Multitalent: Für seine Wohnungsdurchsuchungen bei "Zimmer frei" bekam er den Grimme-Preis. Er moderiert Radiosendungen und Poetry Slams, hat eine eigene Fernsehsendung bei RBB namens "Thadeusz" und schreibt Kolumnen und Romane.

Liebe Brigitte, von wem verspricht sich eine Frau auf lange Sicht mehr: von einem Mann oder einer Freundin?

Lieber Jörg Thadeusz, eine spontane Umfrage auf unserem Redaktionsflur hat ergeben, dass immerhin sieben von 22 BRIGITTE-Frauen eher auf ihre Freundinnen setzen: "Männer kommen und gehen, Freundinnen bleiben." Ihre Frage zeigt, was Soziologen seit Jahren beobachten: Freundschaften werden wichtiger. Ein Blick auf die Scheidungsrate genügt: Mehr als jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden. Freundinnen werden für Frauen immer öfter zur Wahlverwandtschaft, fahren mit in den Urlaub und geben nicht nur in Krisenzeiten großen Halt. Schon Aristoteles erkannte den unschätzbaren Wert von Freundschaften und forderte, dass der Staat Freundschaft höher als Gerechtigkeit stellen sollte. Der griechische Philosoph unterschied zwischen drei Arten: Nutzen-, Lust- und Tugendfreundschaften. Letztere hielt Aristoteles für die höchste und stabilste Form, denn wen man schätzt, von dem trennt man sich nicht so schnell. Lust und Nutzen reichen einfach nicht für eine langfristige Verbundenheit. Machen wir das Beste draus und pflegen auch unsere Ehe mit viel Freundschaft; vor allem vom dritten bis zum elften Ehejahr, denn in dieser Zeit ist das Scheidungsrisiko in Deutschland am größten. Deshalb sollten auch Unverheiratete wie Sie die von Ihrer Partnerin bestimmt öfter verwendete Bezeichnung "Freund" (für "Lebensabschnittspartner") hin und wieder ganz wörtlich verstehen. In aller Freundschaft Ihre BRIGITTE

Foto: Nela König Text: Wiebke Nieland BRIGITTE Heft 16/2007
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