Kollegen diskret auf Körpergeruch hinweisen

Seit einiger Zeit arbeitet eine neue Mitarbeiterin in Ihrem Büro. Die Zusammenarbeit funktioniert wunderbar - nur leider müffelt die Dame ein wenig. Im Kollegenkreis wird bereits heftig getuschelt, aber keiner traut sich, die Kollegin direkt anzusprechen. Eine unangenehme Situation für alle Beteiligten.

Inge Wolff war Chefredakteurin der Zeitschrift "Stil & Etikette" und macht in Seminaren und Fachbüchern mit zeitgemäßen Umgangsformen vertraut. Wir haben Sie gefragt, wie man einen Kollegen auf seinen Körpergeruch hinweist, ohne ihm zu nahe zu treten.

"Wichtig ist, dass das Gespräch von jemandem geführt wird, der sich mit der betreffenden Kollegin gut versteht, auf derselben Hierarchiestufe steht und ebenfalls weiblich ist. Außerdem sollte man die Kollegin so bald wie möglich darauf ansprechen. Sonst denkt sie 'O Gott, jetzt haben die mich schon so lange nicht riechen können,' und das macht die Situation noch peinlicher.

Damit der Hinweis aber nicht wie ein Vorwurf klingt, sollten Sie dabei ganz deutlich machen, dass Sie dem Mitarbeiter wirklich helfen möchten. Dazu ist es wichtig, Ich-Botschaften zu senden. Also statt :'Du riechst unangenehm,' lieber: 'Ich weiss, dass du nichts dafür kannst, und ich möchte dir mit diesem Gespräch helfen.' Einen andauernden Geruch am Körper nimmt die menschliche Nase nämlich nicht wahr. Ob Schweiß, Mundgeruch oder auch Parfum - wer unangenehm riecht, merkt es selber oft gar nicht.

Wird das Thema nicht angesprochen, kann das dazu führen, dass der Kollege ausgegrenzt wird, ohne zu wissen wieso - nicht gerade die feine englische Art. Unfair sind auch diskrete Hinweise wie ein Deodorant oder ein Stück Seife. Solche Geschenke stiften nur Verwirrung und sind völlig wirkungslos.

Wer sich gar nicht traut, so ein Gespräch zu führen, kann noch zu einem kleinen Trick greifen und behaupten: 'Ich hatte selber mal das Problem'. Das ist zwar eine Notlüge, aber es verbündet und macht die Situation weniger peinlich für Ihr Gegenüber."

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