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Lasst den schwedischen König in Ruhe!

BRIGITTE-Redakteurin Stefanie Hellge liebt das schwedische Königshaus - und ist empört über die Schmutzkampagne gegen Carl Gustaf.

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Carl Gustaf hat also aushäusigen Sex gehabt. War in Nachtclubs und Stripbars und soll eine Affäre mit der Sängerin Camilla Hennemark gehabt haben. Das ist nicht schön, und Königin Silvia tut mir leid. Trotzdem finde ich das, was die drei Autoren mit ihrem Enthüllungsroman "Der widerwillige Monarch" in der Presse losgetreten haben, absolut entsetzlich. Musste das sein?

Abgesehen davon, dass ich die sexuellen Vorlieben des Königs so lange für seine Privatsache halte, solange dabei keine Zwangsprostituierten, Kinder oder Tiere im Spiel sind, verstört die Schmutzkampagne gegen den König auch mich selbst. Ausgerechnet die Schweden! Mein Lieblingskönighaus!

Ich liebe die romantische Kennenlerngeschichte von Carl Gustaf und Silvia, die sich bei den Olympischen Spielen 1972 in München kennen gelernt haben, wo Silvia als Hostess arbeitete. Ich habe fünf Stunden vor dem Fernseher gesessen und mir die Hochzeit von Prinzessin Victoria und Daniel Westling angeschaut und bei jedem Kuss ein paar Tränen verdrückt. Das schwedische Königshaus ist ein wahr gewordener Mädchentraum. Und das einzige Königshaus, das mich überhaupt berührt. Wen interessiert schon das langweilige Leben der englischen Segelohr-Familie?

Es weiß doch jeder, dass Könige und Prinzessinnen heutzutage nichts mehr zu sagen haben. Sie sind eine Projektionsfläche für unsere Träume, eine Huldigung an die Würde, den Pomp und die Romantik. Und ich lasse mir von ein paar mediengeilen Skandalautoren und zynischen Klatsch-Reportern nicht meine Träume kaputtschreiben. Schreibt über den HSH-Nordbankchef oder über Silvio Berlusconi, aber lasst meinen König in Ruhe!


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