Deutsche Telekom trennt sich vom Telefonbuch

Schluss, Aus, vorbei: Die Deutsche Telekom hat keine Lust mehr auf sein Telefonbuch und will den Wälzer bis 2017 loswerden.

"Wie war denn die Nummer von Bianca nochmal?" oder "Wo wohnte Petra noch gleich?" – solche Fragen haben wir uns jahrzehntelang mit einem Blick ins Telefonbuch beantwortet.

Und wer einen Klempner, Anwalt oder Frauenarzt suchte, fand Antwort in den Gelben Seiten. Diese Bücher gibt's von der Telekom – doch nicht mehr lange! Denn: Der Magenta-Riese aus Bonn möchte seine Telefonbücher loswerden!

Wer jetzt aber denkt, dass die in einer 100-Millionen-Auflage (!) auf Papier gedruckten Telefonbücher damit (endlich) aus unseren Hausfluren verschwinden, irrt. Denn es soll sie weiterhin geben - auch wenn in der Lebenswirklichkeit die allermeisten Menschen mittlerweile auf die Online-Suche umgestiegen sind.

Wie die "Nürnberger Nachrichten" berichtet haben und die Telekom mittlerweile bestätigt hat, will der Magenta-Riese aus Bonn seine komplette Telefonbuch-Sparte bis 2017 an regionale Verlage verkaufen.

Regionalverlage drucken Telefonbuch schon heute für die Telekom

Die kleinen Verlage liegen dabei seit Jahren mit der Telekom im Clinch: Bislang verkauft die Telekom die Telefondaten an die Regionalverträge, die wiederum Anzeigen besorgen und sich um den Druck kümmern. Jahrelang hatten die Kleinverlage dem Bonner Riesen vorgeworfen, Wucherpreise zu verlangen.

Nun will die Telekom die komplette Sparte "De Te Medien" abgeben und hat den Regionalverlagen, mit denen sie bislang zusammenarbeiten, ein Vorkaufsrecht eingeräumt. "Anders als für die beteiligten Verlage gehören Verzeichnisse wie 'Das Telefonbuch', 'Das Örtliche‘ und 'Gelbe Seiten‘ nicht zu den Bereichen, auf die wir uns konzentrieren wollen“, zitieren die "Nürnberger Nachrichten" einen Sprecher.

Übrigens: Auch wenn der Trend zur Online-Suche geht, gibt es immer noch eine überraschend hohe Zahl Menschen, die das gedruckte Telefonbuch nutzen. Vor allem in der Altersklasse ab 55 erfreut sich das Buch großer Beliebtheit: Laut einer Umfrage von YouGov aus dem letzten Sommer nutzt jeder Dritte das gedruckte Buch.

Also kann man das Telefonbuch langsam ganz abschaffen? Wenn es nach den Befragten geht, nicht: Nur 23 Prozent sind der Meinung, dass man sie gar nicht mehr braucht – aber 50 Prozent der Befragten sind dafür, dass es das Telefonbuch weiterhin gibt, aber in kleinerer Auflage.

fm
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