Treue Liebe? Nein! Katzen brauchen den Menschen nicht

Eine neue Studie belegt, dass Katzen ihre Besitzer nicht vermissen, wenn sie nicht da sind. Ist dies das Ende einer Katzenliebe?

Katzenliebhaber müssen jetzt stark sein: Denn Wissenschaftler der Universität Lincoln in Großbritannien haben anhand psychologischer Tests herausgefunden, dass Katzen ihre Besitzer nicht brauchen, um sich sicher zu fühlen. Damit unterscheiden sie sich deutlich von Hunden, die eine starke Bindung an ihre Vertrauensperson gezeigt haben.

Ist es damit offiziell, dass ein Hund ein treuer Freund ist und die Katze nur ein unabhängiger Geist? Kann eine Katze einen Menschen nicht "lieben"?

Das erste Fazit der britischen Wissenschaftler Alice Potter und Daniel Simon Mills sagt 'Nein', wie sie nun in der Fachzeitschrift 'PLOS' erläuterten. Für ihre psychologischen Tests benutzten sie ein Verfahren, dass seit den 1970er Jahren bekannt ist, um das Vertrauen von Kleinkindern zu ihrer Mutter zu untersuchen. Eine Mutter sitzt dafür mit ihrem Kind in einem Raum, in dem auch eine fremde Person anwesend ist. Die Forscher untersuchten dann das Verhalten des Kindes, wenn die Mutter den Raum verließ. Lief das Kind der Mutter nach? Weinte es und freute sich, als sie wieder da war? In dem Fall galt das Kind als "sicher gebunden". Oder erstarrte es, spielte aber weiter? Als Ergebnis ermittelten sie vier Bindungstypen: sicher gebunden, unsicher-vermeidend, unsicher-ambivalent oder desorganisiert.

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Wie reagieren Katzen?

Aber wie würden Katzen reagieren? Dafür mussten 20 Katzen und ihre Halter zur Universität. Im ersten Versuchsfall betraten die Besitzer mit ihren Katzen den Raum, in dem auch eine fremde Person saß. Oder die Katze wurde allein in den Raum mit dem Fremden geschickt. Dann verließen die Personen die Katze. Egal wie - die Katzen miauten zwar stärker, wenn die Besitzer gingen, aber sie zeigten keine starken Bindungshinweise. Sie hielten sich nicht nah am Besitzer auf, wenn er zurückkehrte und freuten sich auch nicht überschwänglich darüber. Katzen brauchen demnach Menschen nicht, um sich sicher zu fühlen, schlussfolgerten die Wissenschafter.

Ganz anders war das Ergebnis beim 'Hunde-Test'. Hunde orientierten sich an den Haltern, suchten bei ihnen Zuflucht und wollten sie in ungewohnten Situationen nicht gehen lassen.

Doch bevor nun alle Katzenliebhaber aufschreien - die Wissenschaftler räumten ein, dass noch weitere Tests nötig seien, um die Beziehung zwischen Katze und Mensch zu untersuchen. Und vielleicht versteckt sich irgendwo doch noch etwas Liebe für den Menschen in der Katzenpsychologie.

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