Notebook-Check: Darauf müssen Sie beim Kauf achten

BRIGITTE.de erklärt, worauf es beim Computerkauf ankommt - und übersetzt den Technik-Slang für Sie.

Im Vergleich zum Computerkauf ist Schuh-Shopping sehr einfach: Mit einer einzigen Zahl finden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit ein Paar, das passt. Verkäufer in Elektronik-Geschäften haben dagegen die Neigung, mit wirren Zahlen- und Buchstabenkombinationen um sich zu werfen, wenn sie ihre Geräte anpreisen. Was bitteschön ist RAM? Und wieviel braucht man davon? BRIGITTE.de erklärt, auf was Sie achten müssen. Und falls Sie den Kauf eines Computers danach immer noch kompliziert finden, keine Sorge: Wie viele Technik-Freaks könnten wohl mit Größenangaben wie 75 C etwas anfangen?

1. Der Prozessor - das Herz der Maschine

Der Verkäufer sagt: "Sie bekommen hiermit einen XY-Prozessor mit 2,0 GHz, 1 MB L2 Cache und 533 MHz FSB."

Der Verkäufer meint: Der Prozessor ist das Herz des Computers - er transportiert die Rechenleistung. Von seiner Geschwindigkeit hängt ab, wie schnell Ihre Programme laufen. Seine Leistung wird in Gigahertz (GHz) angegeben - je mehr, desto besser. Die übrigen Angaben können Sie getrost ignorieren.

Taugt das was?"Ein Prozessor mit 2,0 Gigahertz ist momentan üblich", sagt EDV-Beraterin Konstanze Gerhard (www.gerhard-edv.de). Denn das Betriebssystem Windows Vista und Standardprogramme wie Word benötigen viel Rechenleistung. Für alltägliche Aufgaben wie E-Mails schreiben, im Internet surfen, Texte und Tabellen bearbeiten sind Sie mit 2 bis 2,4 GHz sehr gut bedient.

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2. Der Arbeitsspeicher - hier wird gerechnet

Der Verkäufer sagt: "Das Gerät hat 1024 MB RAM."

Der Verkäufer meint: RAM ist die Abkürzung für "Random Access Memory" und bezeichnet den Arbeitsspeicher - das Hirn des Computers. Hat der Computer zuwenig davon, braucht er länger, um Aufgaben zu bearbeiten. 1024 Megabyte (MB) entsprechen übrigens einem Gigabyte (GB).

Taugt das was? "Standard sind inzwischen zwei Gigabyte Arbeitsspeicher", meint Konstanze Gerhard. Mehr als 3 Gigabyte brauchen Sie aber auf keinen Fall - denn so viel Speicher kann Windows gar nicht verwalten.

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3. Die Festplatte - Ihr Daten-Lager

Der Verkäufer sagt: "Sie haben hier 160 GB HDD-Kapazität."

Der Verkäufer meint: HDD steht für "Hard Disk Drive" und bezeichnet die Festplatte - den Ort, an dem der Rechner alle Daten speichert und auch dann nicht vergisst, wenn Sie ihn ausschalten.

Taugt das was? Je größer die Festplatte, desto mehr Daten können Sie auf Ihrem Computer speichern. Konstanze Gerhard empfiehlt beim Neukauf 160 bis 250 Gigabyte Speicherplatz. Ihre digitalen Fotos, Musik und andere große Dateien, die Sie nicht ständig brauchen, können Sie zudem auch auf CDs oder DVDs brennen.

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4. Bildschirm und Auflösung - das sehen Sie

Der Verkäufer sagt: "Die Auflösung beträgt 1.280 x 800 WXGA Pixel, auf einem 15,4-Zoll-Bildschirm."

Der Verkäufer meint: 1 Zoll entspricht 2,54 Zentimetern. Die Zahl bezeichnet die Diagonale über den Bildschirm. Bei diesem Gerät sind das also knapp 40 Zentimeter. Bei der Auflösung gilt: Je höher sie ist, desto kleiner erscheint die Schrift. Die Angabe WXGA bedeutet, dass die Auflösung auch breite Filmformate optimal darstellen kann.

Taugt das was? Für ein Notebook ist eine Bildschirmgröße von 15,4 Zoll Standard. Ein Monitor für einen PC dagegen sollte nach Meinung von IT-Expertin Gerhard ruhig 19 Zoll messen. Die Auflösung von 1.280 x 1024 ist ideal: "Bei höheren Werten werden sonst häufig die Buchstaben so klein, dass man sie nur schwer lesen kann." Filme können Sie natürlich auch auf Bildschirmen sehen, die keine WXGA-Auflösung haben - dann ist das Bild nur etwas kleiner und quadratischer.

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5. Die Grafikkarte - für ein schönes Bild

Der Verkäufer sagt: "Da drin ist eine XY-Grafikkarte mit bis zu 256MB shared memory VRAM."

Der Verkäufer meint: Die Grafikkarte ist ein kleines Gerät, das die Anzeige von Daten auf dem Bildschirm steuert. Je nachdem, wie groß die Datenmengen sind, benötigt sie zusätzlichen Speicherplatz.

Taugt das was? In eine hochwertige Grafikkarte investieren müssen Sie nur, wenn Sie Computerspiele mit aufwändigen Grafiken spielen wollen. Brauchen Sie den Rechner nur für einfache Spiele, Filme, Textbearbeitung und zum Surfen, müssen Sie sich um die Grafikkarte gar keine Gedanken machen und kommen wahrscheinlich mit der zurecht, die schon mitgeliefert wird. Im Zweifel fragen Sie am besten, ob die Grafikkarte für Ihr Lieblingsspiel geeignet ist.

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6. USB- und andere Schnittstellen - so finden Sie Anschluss

Der Verkäufer sagt: "Ein VGA-, DVI-D- und SPDIF-Ausgang ist dabei, Sie haben 4 USB 2.0-Anschlüsse und je einen für Modem, Firewire, Kopfhörer und Mikrofon."

Der Verkäufer meint: USB ist heute das gängigste System, um Datenträger (USB-Sticks) oder Geräte (etwa Drucker, Scanner oder Maus) anzuschließen. Ähnlich funktioniert auch Firewire, das von Apple entwickelte Konkurrenzsystem zur USB-Technik. Über VGA können Sie ein Notebook an einen Beamer oder externen Monitor anschließen und über den DVI-D-Ausgang an einen Kinoprojektor. Eine SPDIF-Schnittstelle dient zur Übertragung digitaler Audiodateien.

Taugt das was? Zwei bis drei USB-Anschlüsse sollte ein Notebook mitbringen, ein PC mindestens sechs. Konstanze Gerhard gibt den Tipp: "Schauen Sie, wo sich die Anschlüsse befinden. Idealerweise sind sie am PC vorne, am Notebook seitlich links - nur dann können Sie Geräte leicht ein- und ausstöpseln und stören am Notebook nicht die Arbeit mit der Maus auf der rechten Seite." Kopfhörer und Mikrofon benötigen Sie, wenn sie über das Internet telefonieren wollen. Firewire brauchen Sie wahrscheinlich nicht - und wenn Sie ihren Rechner nicht mit Kinoprojektor , Fernseher oder Stereoanlage verbinden wollen, können Sie auch auf die übrigen Ausgänge verzichten.

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7. Die Netzwerkkarte - Ticket ins Internet

Der Verkäufer sagt: "An Kommunikationsmöglichkeiten hat das Gerät eine 100BASE-TX Netzwerkkarte und zusätzlich WLAN-802.11a/b/g sowie ein analoges Modem."

Der Verkäufer meint: Eine Netzwerkkarte ermöglicht es, dass der Computer per Netzwerkkabel (LAN) oder über ein drahtloses Netzwerk (WLAN) mit einem DSL-Modem oder Router verbunden wird, über den Sie sich ins Internet einwählen. Außerdem können Sie so mit anderen Geräten kommunizieren, z.B. innerhalb der Familie einen Drucker gemeinsam benutzen. Die Zahl 100 bedeutet, dass die Netzwerkkarte 100 Megabits pro Sekunde (MBit/s) überträgt. Mit einem analogen Modem können Sie eine Internetverbindung herstellen, wenn Ihre Wohnung keinen DSL-Anschluss hat.

Taugt das was? IT-Fachfrau Konstanze Gerhard empfiehlt für Kabel-Netzwerke eine Übertragungsrate von 100 MBit/s – das reicht gewöhnlich aus, um auch größere Dateien zügig runterladen. WLAN ist praktisch, wenn Sie mit Ihrem Notebook auch vom Sofa und vom Küchentisch aus surfen möchten - allerdings ist die drahtlose Übertragung von Daten langsamer. Achten Sie darauf, dass Ihr Computer und der Router - der die Signale zwischen Rechner und Telefonanschluss sendet und empfängt - WPA2-verschlüsselt sind. Damit ist Ihr Netzwerk von außen kaum zu knacken. Ein analoges Modem brauchen Sie heute nur noch in wenigen Regionen in Deutschland.

Auf der nächsten Seite: Diese Fragen sollten Sie zum Akku stellen

8. Der Akku - Energielieferant für unterwegs

Der Verkäufer sagt: "Das Notebook läuft mit einem Lithium-Ionen-Akku mit 4 Zellen und 65 Wh Kapazität."

Der Verkäufer meint: Die Leistung des Akkus richtet sich nach der Anzahl der Zellen (zwischen 3 bis 12, auch hier wieder: je mehr umso besser) und wird in Wattstunden (Wh) ausgedrückt.

Taugt das was? Am einfachsten ist es, nach der Laufzeit der Akkus zu fragen. Wenn Sie häufig mit Ihrem Notebook unterwegs sind, sollte die Energie für zwei bis drei Stunden reichen, rät die Expertin. Die Akkus gehören mit zu den schwersten Komponenten des Computers. Wollen Sie das Gerät regelmäßig mitnehmen, achten Sie darauf, dass das Notebook zusammen mit Akku und Netzteil insgesamt nicht mehr als dreieinhalb Kilogramm wiegt.

Text: Swantje Wallbraun Foto: iStockphoto

Wer hier schreibt:

Swantje Wallbraun
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