Internet-Trends: Die neuen Brettspieler

Lustig, kunstvoll oder total bescheuert? Internet-Trends wie Planking oder Owling bringen Tausende Menschen dazu, merkwürdige Fotos von sich ins Netz zu stellen. Wir erklären, was dahinter steckt und wie Sie die aktuellen Trends nachmachen.

Stocksteif liegt er da. Die Arme dicht am Körper, die Beine gegeneinandergepresst, das Gesicht auf den Boden gerichtet. Auch wenn es nicht so aussieht - dem Menschen auf diesem Foto geht es gut. Er hat nur ein ungewöhnliches Hobby.

Dieses Hobby nennt sich Planking und geht so: Man ahmt mit Hilfe seines Körpers ein Brett nach, macht ein Foto davon und stellt das Ganze ins Internet. Dabei gilt: Je ungewöhnlicher der Ort, an den man sich brettet (zum Beispiel in ein Regal oder auf einen Felsen) desto cooler das Foto – und desto mehr Fans klicken später auf "Gefällt mir" oder geben einen begeisterten Kommentar ab, wenn sie das Bild sehen.

Warum aber finden Leute es so toll, ein Brett zu imitieren? Aus dem gleichen Grund, aus dem andere in ihrer Freizeit Flugzeuge beobachten, Tischfußball spielen oder sich zu einem Flashmob treffen: Weil es Spaß macht. Weil man dadurch zu einer Gruppe von Gleichgesinnten gehört. Weil es den Ehrgeiz weckt, andere mit noch verrückteren Ideen zu übertrumpfen. Manche sagen sogar, es sei Kunst. Ein praktischer Nebeneffekt ist auf jeden Fall, dass man sich dabei von Leuten abgrenzen kann, die von dem Trend noch nichts mitbekommen haben.

Beim letzten Punkt muss man allerdings aufpassen. Denn die meisten Internet-Trends werden innerhalb weniger Wochen (manchmal sogar Tagen) von neuen abgelöst. Das ist wie mit den Youtube-Videos, die eine Weile im Büro herumgeschickt werden: Nach ein paar Wochen kennt sie jeder und es ist Zeit für etwas Neues. Auch Planking ist für viele schon etwas überholt. Eingefleischte Foto-Künstler haben sich längst neueren Trends zugewandt: Owling, Tea-Potting, Horse-Manning und Batmanning zum Beispiel. Wie diese funktionieren, erklären wir auf den folgenden Seiten.

Tea-PottingWie der Name schon sagt, ist diesmal kein Brett sondern eine Teekanne der Gegenstand, den es nachzuahmen gilt. So geht's: Einen Arm anwinkeln, als stelle man den Rüssel eines Elefanten dar, den anderen in die Hüfte stützen, so dass man einen Henkel bildet. Fertig ist die Tee-Kanne.

Horsemanning Das Vortäuschen eines Geköpften, der sein Haupt in der Hand hält. So geht's: Um diese gruselige Figur zu verkörpern, braucht man zwei Leute. Einen, der den Körper spielt und dabei seinen Kopf verdeckt - und eine zweite Person, die der ersten seinen Kopf in die Hände legt, ohne dass der Körper zu sehen ist. Alternativ kann der Kopf auch einfach neben dem Körper "liegen", wie auf dem Foto.

Owling Am besten stellt man sich zur Einstimmung vor, wie eine Eule auf einem Baum sitzt und geduldig abwartet, bis ein Beutetier vorbeikommt. So geht's: Hinhocken, die Arme herunterschlackern lassen, die Augen aufreißen und stumpf ins Leere blicken.

Batmanning Eine schlafende Fledermaus zu imitieren ist nicht ganz so leicht. Denn bekanntlich ruhen diese Tiere kopfüber. Und das Gleiche tun Menschen, die sich dem Batmanning verschrieben haben. So geht's: Feste Schuhe anziehen und sich damit an eine Tür, Mauer oder an einen Baum hängen. Den Kopf nach unten baumeln lassen. Aufpassen, dass man nicht herunterfällt. Kennen Sie noch mehr verrückte Internet-Trends? Schreiben Sie einen Kommentar!

Text: Katrin Schmiedekampf

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