Richtig mit dem Handy im Job umgehen

Darf ich das Handy bei einem Geschäftsessen auf den Tisch legen? Und wie reagiere ich, wenn sich mein mobiler Begleiter mitten im wichtigen Meeting meldet? Handy-Regeln für den Berufsalltag.

Thor Alexander, freiberuflicher EDV-Berater und Autor des Ratgebers "Elektronischer Knigge - Netiquette und Verhaltensregeln für die berufliche und private Tele- und Onlinekommunikation", erklärt, worauf es ankommt.

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In der Besprechung

In Besprechungen bleibt das Mobiltelefon aus. Das gilt auch, wenn Sie eine Führungsposition bekleiden. Warten Sie auf einen dringenden Anruf während einer internen Konferenz, sollten Sie Ihre Kollegen zu Beginn informieren. Müssen Sie während einer Veranstaltung erreichbar bleiben, die über einen längeren Zeitraum geht, zum Beispiel ein Seminar, können Sie sich in die Nähe der Tür setzen und Ihr Handy auf "lautlos" stellen. Erhalten Sie einen Anruf, verlassen Sie umgehend den Raum, und nehmen das Gespräch erst draußen an. Übrigens: Auch SMS schreiben ist während einer Besprechung tabu, es sei denn, die SMS hat einen direkten Bezug zur aktuellen Diskussion.

Geschäftsessen

Legen Sie Ihr Handy nicht auf den Tisch! "Das lenkt ab und fällt zu sehr auf", sagt Thor Alexander. Bei solchen Terminen sollte das Handy immer ausgestellt sein und unsichtbar bleiben. Ausnahme: Sie erwarten einen wichtigen Anruf. Das teilen Sie Ihrer Verabredung gleich zu Beginn des Termins mit, und bitten sie um Einverständnis. Auch dann wird das Handy auf "lautlos" gestellt und nicht auf dem Tisch platziert. Klingelt es, gehen Sie nur ran, wenn der Anrufer tatsächlich jener wichtige Gesprächspartner ist, und fassen sich so kurz wie möglich.

Privatgespräche im Büro

Erwarten Sie ein wichtiges privates Gespräch, können Sie Ihr Mobiltelefon mit gutem Gewissen anlassen. Wenn Sie sich Ihren Arbeitsplatz mit anderen teilen, sollten Sie es allerdings möglichst auf "lautlos" stellen, damit Ihre Kollegen nicht gestört werden. Nehmen Sie ein Gespräch entgegen, ziehen Sie sich umgehend in einen Bereich zurück, wo Sie ungestört telefonieren können. Nicht nur, weil Ihr Kollege sich belästigt fühlen könnte - er muss ja nicht unbedingt wissen, dass Sie Ihren Schatz "Ringelschwänzchen" nennen.

Lautlosigkeit ist auch Bedingung, wenn Sie eine SMS schreiben: Denken Sie daran, den Ton für die Tastenklicks abzustellen.

Fühlen Sie sich selbst von der Handy-Nutzung einer Kollegin gestört, sollten Sie das ansprechen und sich auf einen Kompromiss einigen, rät Thor Alexander. Bei wichtigen privaten Problemen, zum Beispiel wenn das Kind krank ist, sollte jeder die Möglichkeit haben, sich am Arbeitsplatz privat anrufen zu lassen.

Jemanden auf dem Handy anrufen

Fragen Sie stets, ob es gerade passt. Wenn Ihr Gespräch voraussichtlich länger dauern wird, sollten Sie gleich zu Beginn eine ungefähre Zeiteinschätzung abgeben. Hat der Angerufene die Mailbox eingeschaltet, können, müssen Sie aber nicht unbedingt draufsprechen. Oft empfiehlt sich dann die knappe Formulierung "Ich bitte um Rückruf" statt wortreicher Schilderungen, weshalb Sie die betreffende Person sprechen möchten.

Weggedrückt ...

Haben Sie einen Anrufer weggedrückt, sollten Sie sich in jedem Fall noch einmal melden, denn "das ist so, als wenn man jemandem die Tür vor der Nase zuschlägt", erklärt Thor Alexander. Wurden Sie selbst weggedrückt, haben Sie keine Scheu, es unmittelbar danach erneut zu probieren: Wer sein Gerät hastig aus der Jacke oder der Handtasche fummelt, erwischt oft versehentlich den falschen Knopf. Wollte der Angerufene Sie tatsächlich nicht sprechen, wird er Sie erneut wegdrücken - oder es einfach klingeln lassen.

wp

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