Richtige Berufskleidung bei sommerlichen Temperaturen

Kleider machen Leute, das gilt besonders für die Geschäftswelt. Ob Postbote, Arzt, Polizist, Stewardess, Matrose, Manager, Sekretärin - die Kleidung ist ein wichtiger Bestandteil der Berufsetikette. Aber was ist, wenn die Hitzewelle zuschlägt und man in seinem Outfit keine Luft mehr bekommt?

Birgit Adam, Lektorin und Sachbuchautorin, ist Expertin für richtiges Auftreten im Beruf. Sie hat den Ratgeber Business-Knigge veröffentlicht und gibt uns Tipps für den richtigen Dresscode bei großer Hitze.

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Fragen Sie nach der Kleiderordnung: Grundsätzlich ist der Chef oder die Chefin für die Kleiderordnung im Büro zuständig. In Berufen mit Kundenkontakt und Außenwirkung sollte man bei großer Hitze den Vorgesetzten fragen, ob man etwas leichter bekleidet erscheinen darf. Durch diese Frage vergibt man sich nichts, denn der Chef ist schließlich auch nur ein Mensch und schwitzt genauso. Wenn man neu im Job ist, kann man auch die Kollegen befragen, wie das Outfit im Sommer auszusehen hat. Auf keinen Fall sollte man sich jedoch einfach über die Kleiderordnung hinweg setzen.

Das gilt für die meisten Berufe: Es gibt zwar Unterschiede zwischen den verschiedenen Branchen, dennoch gilt bei der Mehrzahl der Berufe: Schulterfreie Oberteile (Spaghetti-Träger), Flipflops und Miniröcke bzw. Shorts bei Herren haben am Arbeitsplatz nichts zu suchen. Für Damen gilt, dass Röcke auch im Sommer höchstens eine Handbreit über dem Knie enden sollten. Wenn der Blazer fällt, sollten die Schultern nicht unbedeckt sein. Greifen Sie hier auf Blusen und T-Shirts mit kurzen oder angeschnittenen Ärmeln zurück. Geschlossene Schuhe und Strümpfe gehören auch im Sommer fest zum Business-Outfit. Bei den Herren gilt der Anzug mit Krawatte auch im Sommer als angemessen. Einzelheiten - zum Beispiel ob die Krawatte im Schrank bleiben oder das Hemd kurzärmlig sein darf - sollten mit dem Vorgesetzten geklärt werden. Bei großer Hitze ist die Kulanz des Chefs oder der Chefin maßgeblich. Wichtig ist auch, dass alle Angestellten gleich auftreten. Wer "hinter den Kulissen" arbeitet, darf die Kleiderordnung ruhig auch etwas lockerer nehmen. T-Shirts, kurzärmlige Blusen und Hemden oder auch Sandalen können hier durchaus erlaubt sein.

Bei Außenterminen: Bei Außenterminen ist der Gastgeber derjenige, der die "Regeln macht". Legt er sein Jackett oder sie ihren Blazer ab, darf man dies auch. Ein guter Tipp: lieber noch ein Oberteil zum Wechseln und ein Deo einstecken.

Praktische Tipps bei der Hitze: Verzichten Sie im Sommer lieber auf synthetische Stoffe, halten Sie sich an Leinen oder Baumwolle. Auch weite Schnitte sind besser als enge, da man in ihnen nicht so leicht schwitzt. Bei den Farben sollten Sie auch im Sommer auf gedeckte Töne zurückgreifen. Halten Sie sich eine förmliche Zweitgarnitur im Büro parat. So sind Sie vorbereitet, wenn der Chef kurzfristig ein Geschäftsessen anberaumt oder Sie unerwartet einen Kundentermin wahrnehmen müssen. Auch ein Paar Strümpfe in der Schreibtischschublade können nicht schaden!

Falsche Kleidung - ein Kündigungsgrund? Bei einer einmaligen Verfehlung ist das falsche Outfit am Arbeitsplatz sicherlich kein Kündigungsgrund. Es sei denn, im Arbeitsvertrag ist ausdrücklich festgelegt, dass der Arbeitnehmer in seriöser Bekleidung zu erscheinen hat. Kleidet sich ein Arbeitnehmer aber trotz Ermahnung seines Vorgesetzten immer noch unpassend und schädigt er dadurch den Ruf der Firma (zum Beispiel, weil er nicht vertrauenswürdig wirkt), könnte dies durchaus Grund für eine Abmahnung sein.

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