Roger Cicero

Roger Cicero, Sänger, fragt: Liebe Brigitte, warum ändert sich die Tonhöhe eines Martinshorns beim Vorbeifahren?

Lieber Roger Cicero, als Wahl-Hamburger fahren Sie doch sicher öfter an die Nordsee. Vielleicht ist Ihnen dort schon einmal Folgendes aufgefallen: Wenn Sie sich mit Karacho ins Meer stürzen, rauschen Ihnen mehr Wellen in einem bestimmten Zeitabschnitt entgegen, als wenn Sie sich langsam in die See vortasten. Umgekehrt, wenn Sie gemächlich den Fluten entsteigen, werden Sie innerhalb einer Zeiteinheit häufiger von Wellen überspült, als wenn Sie schnell aus dem Wasser laufen. Und wenn Sie zwischen zwei Wellen genau im Tempo des Wellengangs das Meer verlassen, bekommen Sie überhaupt nichts mehr von der Brandung mit. Genauso verhält es sich mit den Schallwellen. Je schneller Sie und ein Martinshorn sich also aufeinander zubewegen, desto mehr Schallwellen pro Zeiteinheit prallen auf Ihr Trommelfell. Das heißt, die Frequenz steigt, der Ton wird höher. Und je schneller das Polizei-Auto und Sie sich voneinander entfernen, desto weniger Schallwellen pro Zeiteinheit kommen bei Ihnen an: Die Frequenz sinkt, der Ton wird tiefer. Dieses Phänomen nennt man den Doppler-Effekt. Was bedeutet das nun für Ihren Auftritt beim Eurovision Song Contest? Tuchfühlung mit dem Publikum ist wichtig. Aber nähern Sie sich Ihren Fans singend in angemessenem Tempo! Wenn Sie schneller als Ihre Schallwellen rasen, durchbrechen Sie die Schallmauer, und es knallt ganz furchtbar. Die Folge wäre, das Publikum verlässt verärgert den Saal. Tut es dies - während Sie weitersingen - in derselben Geschwindigkeit, in der sich Ihre Schallwellen ausbreiten, dann bekommen die Zuhörer genauso wenig von Ihrem Song mit wie Sie im Meer von der Brandung. Das Publikum würde Ihr "Frauen regier'n die Welt" also gar nicht hören. Und das wäre doch schade! Ihre BRIGITTE

Foto: Picture Press/J. Koch Text: Daniel Gritz BRIGITTE Heft 11/2007
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