Sicher surfen: So schützen Sie Ihren PC vor Viren und Würmern

Mit der Internetsicherheit ist es ein bisschen wie mit der Altersvorsorge: Man hat wenig Lust, sich darum zu kümmern. Es wird schon gut gehen, hofft man, irgendwie kann man sich durchmogeln. Doch wer nicht vorsorgt, riskiert viel.

Jürgen Schmidt

Welche Vorkehrungen sollte man treffen, um sicher auf dem Daten-Highway unterwegs zu sein? Anlässlich des weltweiten Safer Internet Day am 6. Februar haben wir mit Jürgen Schmidt gesprochen. Der Leitende Redakteur beim c't Magazin unterscheidet zwei zentrale Gefahren: Viren und Würmer, die man sich per E-Mail einfängt, sowie Sicherheitslücken beim Surfen.

E-Mail-Schädlinge

Jede Woche kursieren neue Viren und Würmer im Netz. Zurzeit treibt ein E-Mail-Wurm unter dem Namen BKA-Trojaner sein Unwesen. Er versucht, auf fremden Rechnern Online-Banking-Daten auszuspähen.

  • Der beste Schutz
  • Gegen E-Mail-Schädlinge ist eine Anti-Viren-Software unerlässlich. Achtung: Es reicht nicht, sie zu installieren, sie muss auch laufend aktualisiert werden. Die Programme machen das heutzutage automatisch, wenn man sie ensprechend einrichtet. Wer das versäumt, verliert den Schutz in kürzester Zeit. Kostenlose Virenscanner gibt es z.B. von der Avira GmbH (AntiVir) oder von AVG (Anti-Virus, nur auf Englisch). Links zu allen wichtigen Herstellern gibt es unter heise.de/security.
  • Keine verdächtigen Dateianhänge öffnen
  • Anti-Viren-Software erkennt leider nicht alle E-Mail-Schädlinge. Öffnen Sie daher keine Dateianhänge in E-Mails, bei denen Windows warnt, dass Sie eine Gefahr darstellen könnten. Oftmals verbirgt sich dahinter statt der angekündigten Rechnung ein Spionageprogramm.
  • Anderes E-Mail Programm verwenden
  • Da das E-Mail Programm "Outlook Express" besonders anfällig ist, ist es ratsam, es durch ein anderes zu ersetzen, zum Beispiel durch Thunderbird.

Sicherheitslücken beim Surfen

Sie können jederzeit auf eine Website geraten, die versucht, eine Sicherheitslücke in Ihrem Browser auszunutzen und Ihren Rechner mit einer "Spyware" oder einem "Wurm" zu infizieren. Dieses Problem ist akuter als man denkt, denn jede Website kann gehackt werden - wie die Vergangenheit gezeigt hat, sogar das Supportforum von AMD, dem zweitgrößten Prozessorhersteller nach Intel. Durch den Besuch auf einer gehackten Site kann sich Ihr Rechner mit einer "Spyware" infizieren, die im Hintergrund Daten ausspioniert. Sie kann z.B. Ihre Surfgewohnheiten ermitteln (Liste der besuchten Websites) und schlimmstenfalls beim Online-Banking mitlauschen (Passwörter, Zugangsdaten).

  • Der beste Schutz
  • Man sollte immer die aktuellen Sicherheitsupdates des Betriebssystems einspielen. Bei Windows passiert das automatisch, sofern sie aktiviert sind. Ob dies der Fall ist, kann man bei Windows XP folgendermaßen kontrollieren: Man geht über "Systemsteuerung" zum "Sicherheitscenter"; dort erscheint eine rote Warnung, wenn die Updates nicht aktiv sind. Unter "Systemsteuerung" gibt es auch den Punkt "Windows Firewall". Hier sollte man prüfen, ob die Firewall aktiv ist. Wer keine hat, sollte sich eine kostenlose nachinstallieren, z.B. Outpost.
  • Anderen Browser verwenden
  • Die Schwachstelle bei Microsoft: Die Updates kommen oft zu spät, manchmal erst nach einer Woche. Es empfiehlt sich daher, einen anderen Browser als den "Internet Explorer" (IE) zu benutzen, zum Beispiel Firefox. Damit ist nicht nur das Risiko viel geringer, er leistet auch mehr als der IE.

Alle Tipps auf einen Blick

  1. Virenscanner installieren
  2. Keine verdächtigen E-Mail-Anhänge öffnen
  3. Prüfen, ob automatische Updates des Betriebssystems aktiv sind
  4. Firewall kontrollieren bzw. installieren (z.B. Outpost) Anderen Browser verwenden (z.B. Firefox)
  5. Anderes E-Mail-Programm verwenden (z.B Thunderbird)

Was tun, wenn's zu spät ist?

Die meisten Antivirenprogramme bieten eine Reinigungsfunktion, die aber nicht verlässlich ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte nach einem Schädlingsbefall das komplette System neu installieren. Das geht häufig schneller, als wenn man versucht, noch etwas zu retten. Nur so hat man außerdem die Gewissheit, dass der Rechner komplett gesäubert ist.

sar
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