Tipps für bessere Urlaubsvideos

Dein Heimvideo vom letzten Urlaub oder der feuchtfröhlichen Familienfeier ist nicht so recht Hollywood-reif? Kein Problem - mit diesen sieben Tipps wirst auch Du zur kompetenten Clip-Regisseurin

1. Einfach mal machen!

Bloß nicht von technischem Aufwand abschrecken lassen! Filmen kann wirklich jeder! Und wenn du keine teure Videokamera hast, nimm deine Handykamera - die liefert meistens auch brauchbare Bilder. Musikvideo, Kurzfilm oder Videoblog - das kannst du doch alles besser als vermeintliche Profis mit teurem Equipment! Du musst dich nur trauen!

Auf der nächsten Seite: Erleuchtung ist alles!

2. Erleuchtung ist alles!

Damit dein Film gut aussieht, brauchst du vor allem viel Licht - die meisten Kameras verwandeln nämlich atmosphärisch-düstere Motive in dunkelgrauen Würfelbrei. Wenn du kein Geld für teure Scheinwerfer ausgeben möchtest, tut es auch ein einfacher Halogen-Flutlichtstrahler aus dem Baumarkt (kostet so um die 15 Euro). Oder du gehst einfach nach draußen und nutzt die helle Gratis-Sonne.

Auf der nächsten Seite: Ruhig bleiben!

3. Ruhig bleiben!

Wenn du nicht gerade eine Fortsetzung der "Bourne Verschwörung" drehst, ist eine rumhüpfende Wackel-Kamera eher ungünstig. Ein Stativ mitzunehmen ist eine kleine Schlepperei, aber dafür sehen deine Bilder gleich tausendmal professioneller aus. Wenn du kein Stativ hast, schau dich am Drehort um: Kannst du die Kamera vielleicht auf einem Tisch abstellen? Oder einem Mauervorsprung? Kannst du dich irgendwo anlehnen und deine Arme abstützen? Das alles verhilft dir zu ruhigen Aufnahmen.

Auf der nächsten Seite: Ton angeben!

4. Ton angeben!

Zu doof - die Dialoge deiner selbstgedrehten Soap sind unübertroffen witzig und romantisch - und auf deinem Film hört man nur das Flugzeug, dass beim Dreh über euren Köpfen war. Ob Interview oder Kurzfilm: Sobald du auf den Ton angewiesen bist, solltest du unbedingt ein Mikrofon benutzen. Da reicht schon das billigste Modell, Hauptsache du vermeidest das eingebaute Kamera-Mikrofon.

Zusätzlich solltest du beim Dreh Kopfhörer aufsetzen - viele Nebengeräusche, die den Film verderben, kannst du sonst gar nicht hören. Schon ein leiser Windstoß wird im Mikrofon zum akustischen Erdbeben! Falls deine Kamera keinen Mikrofoneingang hat (oder du mit dem Handy filmst): Bleib zum Drehen am besten drinnen, mach alle Fenster zu - und sage allen anderen Bewohnern, dass sie bitteschön leise sein sollen, während du arbeitest. Immerhin produzierst du Kunst!

Auf der nächsten Seite: Lass sie laufen!

5. Lass sie laufen!

Früher war Filmen eine teure Angelegenheit, bei der jede einzelne Sekunde teuer und kostbar war. Mittlerweile ist das nicht mehr so - DV-Bänder sind billig und Speicherplatz auf deinem Computer kostet auch praktisch nichts. Erlaube dir also den Luxus, die Kamera ruhig mal ein bisschen laufen zu lassen. Wenn du dir die Zeit nimmst, deinen Drehort aus verschiedenen Perspektiven zu erkunden, findest du oft viel bessere Motive, als du ursprünglich filmen wolltest.

Auch Menschen vor deiner Kamera werden entspannter, wenn du ihnen Zeit gibst - egal, ob nun Interviewpartner (die nach ein paar Minuten sichtlich auftauen), oder deine Schauspieler, die ungehemmt improvisieren weil "die Kamera ja noch nicht läuft" (als Regisseurin bis du verpflichtet, deine Stars hin und wieder anzulügen, das ist zu ihrem eigenen Besten!).

Auf der nächsten Seite: Schönes Schnittchen!

6. Schönes Schnittchen!

Wenn du mit Drehen fertig bist, geht es an den Computer - den erst der Schnitt macht deine Aufnahmen zu einem Film. Praktischerweise haben fast alle Computer bereits ein Gratis-Schnittprogramm installiert ("Movie Maker" auf Windows, "iMovie" für Mac). Die sind ohne großes Technik-Wissen bedienbar und bieten dir alle wichtigen Features (sollte dein PC kein eigenes Schnittprogramm haben, kannst du dir auch eins dazu kaufen wie zum Beispiel "Video easy" von Magix).

Selbst wenn dir deine Aufnahmen total misslungen sein sollten - schnell geschnitten und unterlegt mit deinem Lieblingssong, sind sie plötzlich MTV-reif. Fortgeschrittene nehmen schon beim Drehen den gleichen Vorgang mehrmals aus verschiedenen Blickwinkeln auf und fügen das im Schnitt zu einer fließenden Bewegung zusammen.

Auf der nächsten Seite: Raus damit!

7. Raus damit!

Jetzt aber deine kostbaren Filmchen nicht für dich behalten! Die Welt will dein Regiedebüt schließlich auch sehen! Also: Schnell bei einer Video-Sharing-Site (youtube, clipfish, etc.) anmelden und Filme hochladen. Das kostet nichts und verschafft dir automatisch ein Publikum. Außerdem siehst du dein Material im Licht der Öffentlichkeit in einem ganz neuen Licht und kannst besser beurteilen, was gut war, und was du nächstes Mal besser machst.

Und wenn das Internet dir deine Mühe nur mit hirnlosen Beschimpfungen in den Kommentaren dankt (vor allem bei youtube gut möglich) kannst du dich freuen, eine so heftige Reaktion hervorgerufen zu haben - dafür ist Kunst schließlich da (oder du schaltest die Kommentare einfach ab). Das alles ist besser als eine teure Film-Akademie - und macht dich vielleicht sogar zum nächsten Online-Star! Also los, worauf wartest du noch? Ran an die Kamera... und Action!

Text Henning Hönicke

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-Newsletter

Lieblingsartikel direkt in dein Postfach

Melde dich jetzt kostenlos an!